Sechs Arbeitsgruppen wurden gebildet

Entwicklungsprogramm "Gudensberg 2030": Großes Interesse bei Einwohner

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Wie soll sich die Innenstadt von Gudensberg weiterentwickeln? Diese Frage wurde im Gudensberger Bürgerhaus zur Auftaktveranstaltung des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) „Gudensberg 2030“ erörtert.

Wie soll sich die Innenstadt von Gudensberg weiterentwickeln? Diese Frage wurde im Gudensberger Bürgerhaus zur Auftaktveranstaltung des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) „Gudensberg 2030“ erörtert.

Viele Bürger diskutierten mit den Mitarbeitern des Planungsbüros akp aus Kassel.

Bereits im Vorfeld habe es Bestandsuntersuchungen im Fördergebiet gegeben. Das erstreckt sich vom Burgberg über Teile der Fritzlarer, Besser und Kasseler Straße und umschließt damit Innen- und Altstadt, sagt Uwe Höges von akp. Allerdings, so ergab die Diskussion, wird man prüfen, ob man das Gebiet noch bis zur Freiheit ausweitet.

Im Fördergebiet stehen öffentliche Gebäude und Bereiche der Stadt im Vordergrund. Private Förderung sei zwar möglich, aber mit mehr Hürden verbunden, erklärt Heike Brandt vom Planungsbüro akp. Nach der Bestandsuntersuchung soll ein Leitbild für eine künftige Entwicklung aufgestellt werden. Am Schluss steht ein Zeit-, Kosten- und Finanzierungsplan bis 2027. Bis dahin müssen alle Anträge eingegangen sein, die Umsetzung nimmt fünf bis sechs Jahre in Anspruch. Die Kosten belaufen sich auf vier bis zwölf Millionen Euro. Wichtig ist die Bürgerbeteiligung. Sechs Arbeitsgruppen wurden gebildet. 

Sechs Schwerpunkte wurde von dem Planungsbüro gesetzt und an Ständen erläutert. Die Ergebnisse wurden notierte und zusammengefasst. Nach der Diskussion stellten sich folgende Positionen der Arbeitsgruppen heraus.

Wohnen

Ein Vorteil der Altstadt ist, dass sie nah an Infrastruktur wie Supermärkten, Arztpraxen und Dienstleistern liegt. Negativ ist, dass zahlreiche Gebäude aus den 70er-Jahren den Blick versperren.

Zudem hat man Angst vor einer „Ghettobildung“, die zunehmend zu einer Verwahrlosung der Altstadt führe. Die Stadt habe kein einheitliches Förderangebot, ein Sanierungsstau sei entstanden.

Die Stadt verfügt über Freiflächen und Natur in der Umgebung, allerdings sind die Gärten am Burgberg nicht im besten Zustand. Zudem wird Müll und Vernachlässigung auf den Plätzen beklagt. Eine bessere Erschließung des Burgberges für Leute, die nicht gut zu Fuß sind, wurde angeregt.

Soziale Nutzung

Positiv wurde hervorgehoben, dass es viele Treffpunkte im Fördergebiet gibt. Allerdings fehlt es an Durchmischung.

Eine Erhebung hat ergeben, dass dutzende Nationen in Gudensberg leben, dies sollte als Potenzial gesehen werden. Sport könnte als Integrationsmechanismus helfen. Für den Alten Markt und den Marktplatz müssten Lösungen gefunden werden, die beide Plätze nicht zu reinen Parkplätzen machen. Hier wurde ein Shuttleservice vorgeschlagen.

Kultur, Kunst, Vereine

Vereine hätten Nachwuchsprobleme, ergab die Diskussion. Hier müsse gegengesteuert werden. Darunter würden auch Veranstaltungen leiden. Zum Thema Tourismus war die Meinung klar: Erst muss die Altstadt aufgehübscht und das Gastronomie- und Hotel-Angebot verbessert werden.

Handel und Wirtschaft

Für die Innenstadt wurde die Frage gestellt, wie das Handelsangebot ausgeweitet werden kann. Zudem, ob ein neues Stadtmarketingkonzept ausgearbeitet werden müsste. Das Thema Parken wurde zum Spannungsfeld. Für Kunden und Betriebe sind Parkplätze wichtig, für das Altstadtbild sind sie aber eher negativ. Ein Ausgleich muss angestrebt werden.

 Verkehr

Auf den Hauptverkehrsstraßen ist es zunehmend enger geworden. Dafür trägt die verbesserte Wirtschaftslage, die allerdings mit mehr Lastverkehr einhergeht, Verantwortung. Auch die Schulbusse und die Line 500 sorgten für Behinderungen. Für die Innenstadt wurde eine Einbahnstraßenlösung vorgeschlagen. Die Märchenbühne muss besser mit der Innenstadt verbunden werden, Radwege im Innenstadtbereich fehlen.

Die nächsten Termine stehen auch schon fest. Die Gruppen „Wohnumfeld und Natur“, „Handel und Wirtschaft““ und „Kunst, Kultur und Vereine“ treffen sich am 3. April ab 18 Uhr, die Gruppen „Wohnen“, „Soziale Nutzung und Durchmischung“ und „Verkehr“ am 4. April ab 18 Uhr. Bei Terminen in den Stadtteilen können sich die dortigen Bürger einbringen. 

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