Hoffen auf Spenden

Familie braucht größeres Auto für Rollstuhl des Sohnes

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Ein Strahlemann: Eliah Tobeschat (6) aus Obervorschütz. Er ist seit der Geburt behindert und auf den Rollstuhl angewiesen.

Obervorschütz. Familie Tobeschat aus Gudensberg braucht ein größeres Auto, damit der behinderte Eliah immer mitfahren kann. Nun hofft die Familie auf Spenden.

Daumen hoch! Oder doch lieber das Peace-Zeichen? Eliah will wissen, was er für das Foto machen darf. Zunge rausstrecken? Lieber nicht! Er grinst und setzt sich in Positur.

Eine fröhliche Familie, die Hilfe benötigt: Jessica Tobeschat (32) mit ihren Söhnen (von links) Jonah (8), Eliah (6) und Jan (4). Vater Andreas (35) ist Alleinverdiener, das Töchterchen unterwegs.

Eliah ist sechs Jahre alt und einer der Söhne von Jessica und Andreas Tobeschat. Die junge Familie wohnt seit vier Jahren im Gudensberger Stadtteil Obervorschütz. Und hofft darauf, dass mit der Hilfe von Vereinen, Stiftungen und anderen Spendern soviel Geld zusammen kommt, dass sie ein Auto kaufen kann, mit dem alle gemeinsam fahren können.

„Das geht momentan nicht“, sagt Jessica Tobeschat. Denn in dem neun Jahre alten VW Touran, den sie zurzeit haben, kann man zu den fünf Personen nicht auch noch den Rolli samt Rampe und Rückhaltesystem für Eliah unterbringen.

Eliah, der viel zu früh auf die Welt kam und eine schwere Hirnblutung erlitt, ist pflegebedürftig: Er kann nicht laufen und wird inzwischen auch zu schwer, um dauerhaft getragen zu werden.

Immer fröhlich 

Er trägt sein Handicap jedoch mit bewundernswerter Fröhlichkeit und möchte mit seinen Brüdern immer und überall dabei sein. Außerdem seien zahlreiche Fahrten notwendig: Zu Ärzten, in die Klinik, zu Therapeuten. „Eliah trägt einen VP-Shunt (Verbindung vom Kopf zur Bauchhöhle), damit sein Hirnwasser ablaufen kann“, erklärt seine Mutter. Das müsse regelmäßig kontrolliert werden.

Eliah Tobeschat möchte immer dabei sein, wenn seine Familie etwas unternimmt. Dafür benötigen die Tobeschats ein neues Auto.

Was benötigt wird, ist ein größeres Fahrzeug, das behindertengerecht umgebaut werden müsste. Erste Kostenvoranschläge liegen bei 30 000 Euro. „Das können wir uns nicht leisten, mein Mann ist Alleinverdiener und arbeitet als Maler und Lackierer“, sagt die junge Frau.

Sie hat sich deshalb an den Verein „Mobil mit Behinderung“ gewandt (siehe Hintergrund). Iris Schehlmann ist ihre Beraterin, die geholfen hat, die Unterlagen für Anträge auf Unterstützung bei Stiftungen u.ä. zu stellen. „Wir begleiten die Familien auf ihrem Weg“, sagt sie im HNA-Gespräch, denn sie habe selbst Erfahrungen in einem solchen Fall gesammelt. Es gehe auch darum, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben.

Schon Zusagen 

Einige der Stiftungen haben bereits signalisiert, dass sie helfen wollen. Für Spenden und Zuwendungen, die der Familie Tobeschat zu einem passenden Fahrzeug verhelfen sollen, gibt es das Spendenkonto des Vereins, Codewort Eliah. Spendenquittungen ab 100 Euro sind möglich.

„Wir geben die Spenden erst frei, wenn die Gesamtfinanzierung steht“, sagt Iris Schehlmann. Der Schatzmeister des Vereins überprüfe alles und zahle dann an das liefernde Autohaus aus.

Jessica Tobeschat und ihre Männer hoffen, dass es klappt mit dem neuen Fahrzeug, für das sie auch einen Eigenanteil zahlen werden. Und Eliah strahlt: Daumen hoch! Er ist weiter ein Optimist.

Verein unterstützt Behinderte

„Mobil mit Behinderung“ ist ein Verein zur Unterstützung behinderter Menschen. Er will dazu beitragen, die individuelle Mobilität zu erreichen und zu erhalten.

Gegründet wurde er von einer Gruppe von Behinderten, denen der Erfahrungsaustausch und die Hilfe zur Selbsthilfe besonders wichtig waren. Seit Juni 2001 ist Mobil mit Behinderung (MMB) ein eingetragener, als gemeinnützig anerkannter Verein. „Nur individuelle Mobilität sichert behinderten Menschen die uneingeschränkte Teilhabe“, heißt es in der Satzung.

Die Mitgliederzahl hat sich inzwischen vervielfacht und die Tendenz ist weiter steigend. MMB-Mitglieder sind fast alle behindert oder Angehörige von Behinderten, denen eines ganz wichtig ist: individuelle Mobilität.

Innerhalb des Vereins haben sich inzwischen Teams gebildet, die an speziellen Aufgaben arbeiten. So gehört die Zusammenarbeit mit Umbauern genauso dazu wie Gespräche mit Politikern, um dort das Bewusstsein über die Bedeutung der Mobilität für behinderte Menschen zu fördern.

In Bad Wildungen gibt es einen Mobiltreff des Vereins, die Treffen finden jeden zweiten Samstag im Monat in der Asklepios Klinik Fürstenhof in der Brunnenallee statt. Ansprechpartner ist Klaus-Dieter Dingel, Tel. 05621 - 3773, E-Mail: klaus-dieter.dingel@mobil-mit-behinderung.de

Spendenkonto: Verein Mobil mit Behinderung e.V., Bank für Sozialwirtschaft, IBAN: DE41660205000008711300, BIC: BSFWDE33KRL, Codewort: Eliah.

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