Neuer Glanz für altes Gemäuer

Familie Paar saniert ein Fachwerkhaus in Gudensberg

Haben ein großes Projekt zu stemmen: Matthias (links) und Julius Paar aus Körle sanieren ein altes Fachwerkhaus in Gudensberg.
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Haben ein großes Projekt zu stemmen: Matthias (links) und Julius Paar aus Körle sanieren ein altes Fachwerkhaus in Gudensberg.

Matthias und Julius Paar aus Körle sanieren ein Fachwerkhaus in der Gudensberger Altstadt. Einen finanziellen Zuschuss dafür bekommen sie von der Städtebauförderung „Lebendige Zentren“.

„Man muss das Haus fertig sehen“, sagt Matthias Paar. Gemeinsam mit Sohn Julius hat er den Renthof 4 in der Gudensberger Altstadt gekauft. Das Gebäude wird nun bis April 2023 mit einem finanziellen Zuschuss aus dem Programm „Lebendige Zentren“ der Städtebauförderung saniert.

Die Fördersumme stammt zu rund 74 Prozent aus Mitteln der Städtebauförderung und zu rund 26 Prozent aus Mitteln der Stadt. „Wir unterstützen das Projekt mit dem Höchstbetrag von 75.000 Euro“, sagt Bürgermeister Frank Börner.

Der Renthof 4 soll bald nicht mehr wiederzuerkennen sein.

Es ist eine nachhaltige Investition, denn die Sanierung des im Jahr 1705 gebauten Wohnhauses wird das Viertel aufwerten und – so hofft der Bürgermeister – Anreize für weitere Vorhaben dieser Art schaffen. Es gehe darum, vorhandene Bausubstanzen zu erhalten und die Stadtentwicklung so nachhaltig voranzutreiben. Denn: „Wir brauchen Wohnraum, es herrscht Wohnungsnot“, sagt Frank Börner.

Fachwerkhaus in Gudensberg: Fünf Mietwohnungen

Fünf Mietwohnungen entstehen laut Matthias Paar aus Körle im Renthof 4. Die größte Wohnung liegt im Erdgeschoss. Sie wird ihren Bewohnern etwa 100 Quadratmeter bieten. Zwei weitere Wohnungen weisen eine Fläche von je rund 60 Quadratmeter auf, die zwei etwa 50 Quadratmeter großen Dachapartments wollen Matthias und Julius Paar voll möblieren und inklusive Küche vermieten. Der an die 30 Quadratmeter große Gewölbekeller wird mitsaniert.

„Besonders für die kleinen Wohnungen lassen sich schnell Mieter finden“, sagt Matthias Paar. Vor und neben dem Haus ist Platz für Autostellplätze. Erste Anfragen zu den Wohnungen hat Matthias Paar bereits erhalten. Sieben Euro soll der Quadratmeter kosten.

Fachwerkhaus in Gudensberg: Ein großes Projekt

Der Bataillonskommandeur, stationiert in Bad Frankenhausen (Thüringen), und sein Sohn Julius haben das Fachwerkhaus Anfang des Jahres gekauft. Bereits von 2014 bis 2016 hat Matthias Paar das neben dem Renthof 4 stehende Haus, Braugasse 4, saniert.

Fachlich unterstützt wird er bei seinem neuen Projekt, ebenso wie in der Vergangenheit, von der Stadt Gudensberg. „Es ist ein schönes Vorhaben“, sagt Matthias Paar, der für die besondere Wohnatmosphäre in alten Gemäuern schwärmt.

Vor dem Renthof 4: von links: Julius Paar, sein Vater Matthias Paar, Dr. Eberhardt Kettlitz und Bürgermeister Frank Börner Gudensberg.

„Wenn man so etwas macht, sollte man handwerklich nicht unbegabt sein und eine technische Affinität besitzen“, sagt Matthias Paar, der Maschinenbau studiert hat. Auch Sohn Julius, der eine Ausbildung zum Zimmermann macht, packt bei den anstehenden Arbeiten mit an. Der 21-Jährige wohnt wie sein Vater in Körle.

Fachwerkhaus in Gudensberg: Sanierung mit strengen Regeln

Bei einem so alten Haus müsse man immer wieder mit Überraschungen wie kaputten Balken rechnen, die die Sanierung verzögern könnten. Überraschenderweise seien die meisten Eichenbalken in einem guten Zustand. Das entlaste den Geldbeutel. „Wir mussten noch nicht viele neue Balken kaufen“, sagt Matthias Paar.

Im Sichtbereich zur Straße bleibe die Fachwerk-Optik erhalten. Nach hinten besteht die Außenfassade aus einer Bodendeckelschalung aus Lärchenholz. Innen werden die Wände mit Zelluloseflocken ausgeblasen und so ökologisch isoliert. Bei der Sanierung müssen Matthias und Julius Paar auch zahlreiche denkmalschutzrechtliche Auflagen erfüllen und das äußerliche Erscheinungsbild des Hauses erhalten.

Trotzdem wird im Inneren alles auf den neuesten Stand gebracht. Die sich bereits auf dem Dach befindende Photovoltaikanlage für Warmwasser werde bleiben. Fenster und Türen werden abgeschliffen, frisch gestrichen und teilweise erneuert. Für neue Stabilität sorgt ein um das Haus führender Ringanker.

Von Christina Zapf

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