Kommunalwahl 2021

Frischer Wind für das Parlament: Ehemalige SPD-Mitglieder gründen Bürgerliste in Gudensberg

Sie wollen mehr politische Vielfalt in Gudensberg: von links wollen Klaus Polter und Erich Müller mit einer Bürgerlsite in das Stadtparlament einziehen.
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Sie wollen mehr politische Vielfalt in Gudensberg: von links wollen Klaus Polter und Erich Müller mit einer Bürgerlsite in das Stadtparlament einziehen.

Der Unmut über fehlende Vielfalt im Gudensberger Stadtparlament soll zu einer eigenen politischen Kraft werden: Klaus Polter und Erich Müller beabsichtigen mit einer eigenen Bürgerliste bei der Kommunalwahl anzutreten und ins Parlament zu ziehen.

Noch besteht die Bürgerliste aus vier Personen. Am 8. Dezember soll in einer Versammlung die Liste der Kandidaten sowie der Vorstand gewählt werden. Interessierte sind eingeladen, sich anzuschließen.

Genügend poltische Erfahrung bringen Polter und Müller mit: Beide waren jahrelang Mitglieder der SPD. Der Führungsstil im Parlament gefalle den beiden nicht. „Der Wille etwas zu verändern, zu verbessern oder Ideen vorzuschlagen, fehlt“, sagen sie. Entscheidungen würden im Parlament getroffen, ohne dass ernsthaft über die Konsequenzen nachgedacht werde, kritisiert Polter. Als Beispiel nennt er die Erweiterung der Geflügelschlachtbetriebes Plukon. Aber nicht nur das: „Wir finden es schade, dass es im Parlament einfach keine Opposition mehr gibt. CDU und SPD sind meist einer Meinung“, sagen sie. Es dürfe nicht so weitergehen, dass alle Entscheidung hauptsächlich vom Bürgermeister und dem Magistrat getragen werden.

Aber Polter und Müller wollen nicht nur nörgeln: „Wir sind keine Querulanten, die prinzipiell immer gegen alles sind“, sagen sie. „Wir wollen mitgestalten und Ideen verwirklichen – dazu brauch es neuen Wind im Parlament“, so Müller. Ideen haben sie, versichern die beiden Gudensberger. Vier Themenschwerpunkte stehen bereits auf ihrer Agenda: Natur und Ökologie, Energie, Bauen sowie Soziales und Kultur. Unter den Überbegriffen haben sie klare Vorstellen. So wollen sie vorhandenen Quellgebiete schützen, die Erweiterung von Massentierhaltungsbetrieben stoppen und Biotope vernetzen und schützen, erklärt Polter.

Was die Energiewende angeht, so haben sie folgende Vorstellung: „Gudensberg solle bestenfalls eine energieautarke Kommune werden, städtische Photovoltaikanlagen sollen erweitert und der Bürgerwindpark in den Langen Bergen realisiert werden. „Wir wollen damit die Umwelt schützen, aber auch an die regionale Wirtschaft denken und beides verknüpfen“, sagen sie. Von Logistetrieben haben sie genug: „Keine neuen Hallen auf wertvollen landwirtschaftlichen Flächen“, stellen sie klar.

Gegen den Mangel an Bauplätzen in Gudensberg haben sie folgenden Vorschlag: „Wir sind nicht gegen neue Baugebiete, aber sie müssen sinnvoll erschlossen werden“, sagt Polter. Baugebiete sollten naturnah gestaltet werden und eine verdichtete Bebauung mit Reihen- und Doppelhäusern etabliert werden.

Ihr Ziel ist es zwölf Kandidaten zur Wahl im März aufzustellen. „Mal sehen, ob es klappt“, sagen sie, sind aber zuversichtlich. Zuvor müssen sie 63 Unterschriften sammeln. Bei einer Versammlung können sich Interessierte Bürger noch anschließen, erklären Polter und Müller. Da sich die Fraktion der Grünen aufgelöst hat, können sich die beiden auch vorstelen, mit einer gemeinsamen Liste anzutreten.

Termin: Die Versammlung findet am Dienstag, 8. Dezember, 19 Uhr im Bürgerhaus Gudensberg statt. Die Liste mit den Bewerberinnen und Bewerbern soll aufgestellt werden. Die Versammlung ist öffentlich.

Von Linett Hanert

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