Gudensbergerin bekam zahlreiche Rückfragen

Friseure im Schwalm-Eder Kreis: Neue Corona-Regeln sorgen für Verwirrung

Wünscht sich mehr Einheitlichkeit und bessere Kommunikation beim Thema Corona-Regeln: Ellen Damm, Chefin von „Well-Kamm“.
+
Wünscht sich mehr Einheitlichkeit und bessere Kommunikation beim Thema Corona-Regeln: Ellen Damm, Chefin von „Well-Kamm“.

Für manchen, der nicht gegen das Coronavirus geimpft ist, stellen sich mit der aktuellen Corona-Verordnung des Landes Hessen viele Fragen. Brauche ich beim Friseurbesuch einen PCR-Test? Oder reicht doch ein Antigen-Schnelltest aus?

Gudensberg - Dass große Verwirrung herrscht, stellte auch Friseurin Ellen Damm fest, die ihren Salon „Well-Kamm“ in Gudensberg betreibt. Seit der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier über die seit gestern geltenden Corona-Regeln informiert hat, häufen sich auch bei ihr die Nachfragen von Kunden. „Die Leute sind einfach verunsichert“, sagt Damm. Rund zehn Prozent ihrer Kunden kommen mit Test statt mit Impf- oder Genesenen-Nachweis zum Termin, schätzt sie.

Und auch für die Gudensbergerin war zunächst nicht klar, welche Regeln sie nun als Geschäftsinhaberin zu befolgen hatte. Um auf Nummer sicher zu gehen, fragte sie beim Gesundheitsamt nach. „Da sagte man mir, dass Kunden, die nicht geimpft sind, einen PCR-Test brauchen.“

Über andere Kanäle habe sie dann von den tatsächlich geltenden Regeln für Friseure erfahren. Ein erneuter Anruf beim Gesundheitsamt bestätigte: Für Ungeimpfte genügt ein Antigen-Schnelltest. Der Landkreis bedauert, dass zunächst eine falsche Auskunft gegeben wurde. Man beantworte Fragen immer nach bestem Wissen und Gewissen, könne aber Fehler nicht gänzlich ausschließen, zumal es auch seitens des Landkreises immer wieder Nachfragen beim Ministerium bedürfe, wenn Regelungen auslegungsbedürftig seien.

Damm betont, dass es ihr sehr wichtig ist, alle Corona-Regeln korrekt zu befolgen. „Ich habe Verantwortung für meine Mitarbeiter, für meine Kunden und auch für mich selbst“, sagt sie. Sie und ihre drei Angestellten seien selbstverständlich vollständig geimpft. „Ich bin froh und dankbar, dass uns so viele Kunden auch während dieser schwierigen Zeit die Treue gehalten haben“, betont Damm. Die Friseurin hat selbst eine Corona-Infektion überstanden. „Mit ging es wirklich schlecht“, erinnert sie sich.

Carsten Ciemer, Obermeister der Friseurinnung Schwalm-Eder spricht mit Blick auf die neuen Coronaregeln von einem „riesigen Durcheinander“. Die Testpflicht habe in der jüngsten Verordnung abermals für große Verwirrung gesorgt. Ab sofort ist es den Salons selbst überlassen, mit der 2G- oder eben der 3G-Regel zu arbeiten. „Damit wird auch wieder Verantwortung auf die Betriebe abgewälzt.“ Die Regeln seien schlecht formuliert und würden schlecht kommuniziert. Kollegen wüssten zum Teil nicht, was sie machen sollten. Immerhin zeige sich, dass die Friseurbetriebe nicht zu Hotspots in der Pandemie gehörten: „Wir achten streng auf die Einhaltung der Regeln und das ist gut so.“

Zudem gebe es auch positive Aspekte für den Berufsstand: „Dadurch, dass nicht mehr jeder Stuhl besetzt wird, können wir uns den Kunden anders widmen, der Austausch ist intensiver geworden, die Wertschätzung gestiegen.“

Von Daniel Seeger und Sandra Rose

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.