Schulen starteten in neuen Alltag

Schüler testen sich nun selbst

Sich selbst testen müssen Schüler und Lehrer nun zweimal pro Woche, bevor der Präsenzunterricht starten kann.
+
Sich selbst testen müssen Schüler und Lehrer nun zweimal pro Woche, bevor der Präsenzunterricht starten kann.

Unter besonderen Voraussetzungen hat der Unterricht nach den Osterferien wieder begonnen: Schüler der Jahrgangsstufen 1 bis 6 und Abschlussklassen mussten einen Corona-Selbsttest machen.

Fritzlar-Homberg – Um am Unterricht überhaupt teilnehmen zu dürfen, müssen Schüler nun zweimal pro Woche einen Selbsttest machen. Auch Lehrer müssen sich testen. Ein ungewohnter Start für Schüler, Lehrer und auch Eltern. Wir haben uns an den Schulen umgehört.

Gudensberg: Odenbergschule und Dr.-Georg-August-Zinn-Schule

„Das war heute Morgen eine ganz schöne Aufregung“, sagt Gerlinde Bräutigam, Schulleiterin der Odenbergschule in Gudensberg. An der Förderschule mussten am Montag einige Kinder wieder nach Hause geschickt werden, weil ihnen die Einwilligungserklärung zur Selbsttestung ihrer Eltern fehlte.

Ein Junge hatte sich nicht überwinden können, den Test selbst zu machen, er sei dann mit seiner Mutter wieder nach Hause gefahren. „Wir starten morgen einen weiteren Versuch, damit er am Unterricht teilnehmen kann“, so Bräutigam. Es gebe auch die Möglichkeit, dass er in einer Teststelle in Gudensberg getestet werde.

35 von 70 Kindern der Förderschule konnten am Montag am Unterricht teilnehmen. „Die Schüler haben das gut gemacht“, sagt die Schulleiterin. Die Lehrer hatten zuvor ein Video gezeigt und sich selbst vor den Schülern getestet, anschließend waren die Kinder an der Reihe. Die Lehrer selbst dürfen die Schüler nicht testen – auch nicht zur Unterstützung.

Besorgte Eltern meldeten sich bei der Klassenlehrerin

Auch an der Dr.-Georg-August-Zinn-Schule herrschte gestern Aufregung, bereits am Wochenende hatte das Kollegium mit Vorbereitungen zu tun. Nicht zuletzt, weil sich besorgte Eltern gemeldet hatten, erklärt Klassenlehrerin Nadine Bargheer, „Kann sich mein Kind verletzen? Wird es stigmatisiert bei einem positiven Test?“ – so lauteten die Fragen. Die Sorgen hätten die Lehrer mit Gesprächen vertreiben können.

Bereits am Freitag wurden die Lehrer der GAZ von medizinischem Fachpersonal in Sachen Corona-Selbsttests geschult, sodass sie die Schüler am Montag gut versorgen konnten, sagt Bargheer. Die Schüler selbst seien sehr aufgeregt gewesen. Wie auch an der Odenbergschule fehlten einige Einverständniserklärungen.

Alle Schüler und Lehrer hatten einen negativem Test. Bei einem positiven Test müsste das Kind von einer Lehrkraft in einen dafür eingerichteten Raum der Schule gebracht werden. Dort wird es dann von weiterem Schulpersonal empfangen und den Eltern übergeben. Ein PCR-Test muss gemacht werden, „und erst, wenn dieser positiv ist, ergreift die Schule werden weitere Maßnahmen“.

Fritzlar: Grundschule in Züschen und die König-Heinrich-Schule

Ein positives Fazit vom ersten Schultag nach den Ferien inklusive Selbsttests ziehen die Grundschule in Züschen und die König-Heinrich-Schule in Fritzlar. In beiden Schulen sei die Bereitschaft der Schüler hoch gewesen, sich testen zu lassen. „Dafür, dass vieles neu war, ist es heute Morgen ruhig und entspannt abgelaufen“, sagt KHS-Schulleiter Thomas Neumark. Beide Schulen haben beim Testen erklärende Unterstützung bekommen. In der KHS war eine Mutter, die von Beruf Krankenschwester ist, vor Ort und in der Grundschule in Züschen hat ein DRK-Mitarbeiter geholfen.

„Auch bei den Erst- und Zweitklässlern hat alles super geklappt“, sagt Schulleiterin Kirsten Hujer. „Nach und nach wurden die Schritte spielerisch erklärt.“ Vereinzelt habe es seitens der Eltern an beiden Schulen Kritik gegeben. Insgesamt hätten sich aber nur wenige Schüler ganz abgemeldet.

Borken: Schule Am Tor

Andrea Luckhardt, Leiterin der Schule Am Tor in Borken, klang am Montagmittag sehr erleichtert: Alle Tests waren negativ ausgefallen, alle Kinder glücklich, die Lehrerinnen froh. Die Schule habe die Tests gut vorbereitet, zuvor auch schon im Unterricht thematisiert: „Alle waren ganz aufmerksam bei der Sache: Die Kinder gehen richtig gut um mit dem Thema und den Tests“, sagt Luckhardt.

Schutzanzüge, wie man es immer wieder aus anderen Schulen oder Landkreisen hört, trägt in der Schule Am Tor niemand: Die Lehrer dürfen die Kinder bei den Selbsttests nur anleiten, ihnen aber keine Hilfestellung geben. Selbstverständlich aber tragen an der Schule am Tor Lehrer und Schüler Masken, halten Abstand, beherrschen die Coronaregeln – das sei längst Routine. „Das klappt super, wir sind stolz auf die Kinder.“ Natürlich verlangten die Tests einen hohen Verwaltungsaufwand, sagt Luckhardt – auch in Borken hatten manche Kinder das falsche Einwilligungsschreiben dabei, das dann durchs richtige Formular ersetzt werden musste – doch habe es gestern nur positive Rückmeldungen von allen Seiten gegeben.

Edermünde: Ernst-Reuter-Schule

Im täglichen Wechsel sind die Grundschüler der Ernst-Reuter-Schule in Edermünde nun wieder im Präsenzunterricht. Gestern die eine Hälfte der Klassen, heute die andere. Über die nun geltende Testpflicht für Schüler und Lehrer wurden die Eltern in einem Brief informiert, so Schulleiterin Corinna Beilharz. Für einen möglichst reibungslosen Ablauf habe sich das Lehrerkollegium in der vergangenen Woche unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln getroffen und sich mit den Selbsttests vertraut gemacht.

Am Montagmorgen dann zeigten die Lehrer den Kindern wie die Tests funktionieren und beantworteten ihre Fragen. Es sei auch besprochen worden, was passiere wenn ein Test positiv ausfalle, so Schulleiterin Corinna Beilharz. Zur Erleichterung aller fielen die ersten Selbsttests alle negativ aus. Nur wenige Kinder dürfen vonseiten der Eltern nicht getestet werden. Diese Schüler müssen weiterhin im Homeschooling bleiben.  lhn/neu/bra/ciz

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.