Gewerkschaft fordert faire Arbeitsbedingungen in Fleischereibetrieben

Keine Werkverträge mehr bei Geflügelschlachtbetrieb Plukon in Gudensberg

Gewerkschaftssekretär Stefan Walter (Foto), NGG
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Gewerkschaftssekretär Stefan Walter, NGG

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gastsstätten (NGG) hat die Belegschaft des Geflügelschlachthofs Plukon in Gudensberg jüngst über einen Gesetzesentwurf informiert. Der Entwurf sieht vor, dass ab Januar 2021 in der Fleischverarbeitung kein Fremdpersonal auf der Grundlage von Werkverträgen mehr eingesetzt werden darf, erklärt Gewerkschaftssekretär Stefan Walter (Foto).

Betrieb befürchtet Wettbewerbsnachteile

Beim Geflügelschlachtbetrieb Plukon in Gudensberg wird es ab Januar 2021 keine Werkverträge mehr geben. Das bestätigte daraufhin Werksleiter Frank Grundl gegenüber der HNA.

Am Dienstag informierte die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) vor dem Betrieb in Gudensberg über den entsprechenden Gesetzesentwurf der Bundesregierung (HNA berichtete).

„Spätestens ab dem dem 1. Januar 2021 wird es bei uns keine Werkverträge in den Kernprozessen Schlachtung, Zerlegung und Verpackung mehr geben“, erklärte Grundl. Dazu haben sich der Betrieb bereits freiwillig verpflichtet. Was das Verbot von Leiharbeit in der Fleischwirtschaft angehe, fühle sich der Betrieb nicht fair behandelt.

„Natürlich möchten wir, dass Arbeitsschutzmaßnahmen in unserer Branche umfänglich greifen“, so Grundl weiter. In der Branche müsse sich der Betrieb – im Gegensatz zu anderen Branchen – mit Maßnahmen auseinandersetzen, die zu erheblichen Wettbewerbsnachteilen führen würden. „Wenn man uns die Möglichkeit nimmt, mehr Personal in Spitzenzeiten – wie während der Grillsaison – flexibel zu kompensieren, wird das ausländischen Anbietern Marktchancen eröffnen“, so Grundl. Gleichzeitig würden Einnahmen und Arbeitsplätze hierzulande verloren gehen.

„Wir hoffen auf einen weiteren Dialog, damit Verbesserungen erreicht werden, ohne die Existenz einer ganzen Branche zu gefährden.

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