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Familienglück in Gleichen: Im Gudensberger Ortsteil wohnen viele Kinder

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Von: Cora Zinn

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Auf dem Foto sind mehrere Menschen zu sehen.
Stehen am selbst gebauten Baumhaus: von links Elke Albitz mit Lebensgefährte Jürgen Emde, in der Mitte Sohn Lasse mit Vater Mike und Mutter Sabrina Urbanek. Alle drei Generationen wohnen unter einem Dach – und mit großem Garten – in Gleichen. © Cora Zinn

Jeder Ort hat etwas zu bieten. Ob Jahrhunderte alte Geschichte oder lustige Anekdoten. Für unsere „Gespräche am Gartenzaun“ waren wir in Gleichen unterwegs.

Gleichen – Egal, an welcher Haustür man Halt macht in Gleichen, eins ist sicher: Dort kommt oder lebt bereits Nachwuchs. „Wir sind sehr stolz, dass wir so viele Kinder haben“, sagt Ortsvorsteher Volker Höhmann. Er betreut seit elf Jahren dieses Amt und könnte stolzer nicht sein. Diese Entwicklung mitzukriegen, sei für ihn erfüllend. Er selbst hat drei Kinder und drei Enkel.

Treffpunkt ist am Dorfgemeinschaftshaus in Gleichen – direkt neben dem Feuerwehrhaus und direkt neben dem Dreigenerationenhaushalt Albitz und Urbanek. „Da gehen wir als Erstes hin. Diese Familie spiegelt Gleichen eins zu eins wieder“, sagt Höhmann.

Kaum im riesigen Garten neben dem Feuerwehrhaus angekommen, kommt Söhnchen Lasse mit einem Bagger angefahren. Der Sohn von Sabrina und Mike Urbanek hat viel Platz zum Austoben. Ein Baumhaus, einen Pool, ganz viele Spielzeuge. „Hier ist immer was los“, sagt Elke Albitz, Lasses Oma. Sie wohnt mit ihrem Lebensgefährten Jürgen Emde und der jungen Familie unter einem Dach.

Feuerwehrführer Mike Urbanek wohnt direkt neben dem Feuerwehrhaus in Gleichen

Es ist noch nicht lang her, dass Mike Urbanek zum Wehrführer gewählt wurde. „In zwei Schritten bin ich am Feuerwehrhaus. Besser könnte es nicht sein“, sagt er und lächelt seine Frau Sabrina an.

Der große Garten von Albitz und Urbanek sei ein Treffpunkt für alle, erklärt Ortsvorsteher Höhmann. Kaum gesagt, schon steht Ortsbeirätin Sandra Gogrefe auf der Wiese. Sie bekommt sofort ein kühles Bier angeboten. „So läuft das hier“, sagt Jürgen Emde. Noch ein kurzer Plausch, dann geht es weiter – mit Gogrefe und Höhmann.

Junge Familien in Gleichen: Viele Tiere und gute, frische Luft

Ziel: Neubaugebiet. Passend zum Serientitel „Gespräche am Gartenzaun“, treffen sie genau dort eine junge Familie. Vivian Wendeborn und ihr Ehemann Oliver samt Söhnchen Ben. Hund Tammi bellt zur Begrüßung. „Uns gefällt es super hier“, sagt Vivian Wendeborn, die gebürtig aus Zimmersrode stammt. Die jungen Eltern sind im November 2020 nach Gleichen gezogen.

„Hier gibts gute Luft und ganz viele Tiere“, berichtet sie. Vor allem die Ziegen von Familie Itter mitten im Dorf seien immer ein Anziehungspunkt, wenn die jungen Eltern mit Sohn Ben spazieren gehen. „Diese Gegensätze machen unser Dorf aus“, sagt Höhmann. Er meint damit ebenso den Dreigenerationenhaushalt wie junge Paare, die es nach Gleichen zog.

Auf dem Foto sind zwei Menschen, ein Baby und ein Hund zu sehen.
Eins von vielen jungen Paaren in Gleichen: Oliver und Vivian Wendeborn mit Sohn Ben und Hund Tammi. © Cora Zinn

Auf dem Weg durch den kleinsten Gudensberger Stadtteil mit seinen 311 Einwohnern wirbt Höhmann dafür, in Ortsbeiratssitzungen zu kommen: „Ich lade immer alle ein. Die Sitzungen sind öffentlich und jeder kann seinen Senf dazugeben und Ideen einbringen.“

Er versuche, alle Anregungen umzusetzen – wie zum Beispiel die, Hundekotbeutelspender aufzustellen. „Das war vielleicht lustig, als uns Bürger gebeten hatten, mehr von diesen Spendern aufzustellen“, sagt Ortsbeirätin Gogrefe. Das Wort sei so lustig und lang und hätte daher auf der Sitzung für Lacher gesorgt.

Der Hof von Familie Alter in Gleichen gleicht Bullerbü

Nächster Halt: Imker Hohmann, schräg gegenüber des Maler- und Putzbetriebes von Reimund Höhmann, Volker Höhmanns Bruder. Bei so vielen Höhmann und Hohmanns fällt es gar nicht leicht, den Überblick zu behalten. „Nachwuchs von allen Seiten“, sagt der Ortsvorsteher und betont, dass Familie Hohmann auch ein Baby erwartet. Vom Hof Hohmann geht es weiter zum Hof Alter. „Der Dreh- und Angelpunkt für Kinder“, berichtet Ortsvorsteher Höhmann. Auf dem Hof sei immer etwas los. Vater Jens und Mutter Natalie haben vier Kinder: Karl, Marta, Thea und Lisbeth. Die Alters haben Pferde, Gänse, Hühner, Kaninchen, Katzen und einen Hund. „Alles, was auf so einen Hof gehört“, sagt Natalie Alter.

Viele ihrer Freunde nennen es liebevoll Bullerbü. „Es ist mein Kindheitstraum, den ich mir hier erfüllen konnte“, sagt die gebürtige Baunatalerin. Ihr Mann Jens stammt aus Gleichen. „Ich wusste aber sofort, dass es ihr hier gefallen würde, als ich ihr den Ort gezeigt habe“, sagt Jens Alter. „Ich hatte den Hof und sie die Tiere“, sagt er und lacht. So passte eins zum anderen. Gleichen sei ein Dorf mit „toller Gemeinschaft“. „Wir bauen das Futter für die Tiere selbst an. Während der Ernte wird jede Hand gebraucht. Da ist es selbstverständlich, dass der Nachbar mit Heugabel und Rechen auf die Wiese kommt und hilft“, sagt die vierfache Mutter. Das Miteinander sei toll und das lernten in Gleichen auch schon die Kinder.

In den Sommermonaten würde auch mal schnell mit dem Nachbarn Zucchini gegen Kirschen getauscht

Wenn Natalie Alter sich auf den Weg durch den Ort mache und zu ihrem Mann zum Abschied sage: „Ich gehe mal kurz“, laute die Antwort stets: „Bis in eineinhalb Stunden“. Denn immer treffe man jemanden, mit dem man am Gartenzaun ins Gespräch komme. Solche Gespräche kennt auch Ortsvorsteher Volker Höhmann. „Man bekommst hier an jeder Ecke ein nettes Wort und auch was zu trinken.“ Und in den Sommermonaten würde auch mal schnell mit dem Nachbarn Zucchini gegen Kirschen getauscht.

Vom Mehrgenerationenspielplatz geht es wieder zurück zum Parkplatz am Dorfgemeinschaftshaus. Auf dem Weg dorthin trifft die Gruppe eine Seniorin, die allen erst mal ein paar Schokolinsen anbietet. „Hier, für den Weg“, sagt sie und zieht weiter. „Das ist ganz normal hier“, sagt Höhmann, der erst der dritte Ortsvorsteher in der 50-jährigen Geschichte Gleichens ist – und es auch erst mal bleiben will. (Cora Zinn)

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