Kommunale Entwicklungspolitik

Bessere Hilfe für Partner in Osteuropa 

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Gudensberger Jugendliche erkundeten die ukrainische Partnerstadt Schtschyrez:  Betreuerin Iryna Mykytka (l.) erläuterte mit einer Kollegin die ukrainische Fahne.

Gudensberg. Die Gudensberger Städtepartnerschaften mit dem polnischen Jelcz-Laskowice und dem ukrainischen Schtschyrez werden ab sofort professionell unterstützt.

Dank der Finanzierung aus Bundesmitteln koordiniert Dr. Eberhardt Kettlitz jetzt hauptamtlich die kommunale Entwicklungspolitik für Gudensbergs Partner. „Die deutsche Entwicklungspolitik orientiert sich inzwischen auch an den schon existierenden kommunalpolitischen Partnerschaften“, erläutert Bürgermeister Frank Börner die regional einzigartige Stelle. Da, wo es schon Beziehungen zwischen Städten und Gemeinden gibt, könnten Projekte mit konkreter Unterstützung realisiert werden. Ein Beispiel aus der Gemeinde Schtschyrez, nahe der Großstadt Lwiw (Lemberg) in der Westukraine: Dort gibt es keine Feuerwehr, keine allgemeine Wasserversorgung, keine Kanalisation, keine Kläranlage. Wie man den Aufbau einer modernen Infrastruktur plant, dafür bieten Fachleute aus der Gudensberger Verwaltung ihr Wissen an. Unnötige Investitionen oder überdimensionierte Anlagen, wie es in den neuen Ländern in der früheren DDR nach der Wende geschah, können so vermieden werden.

Auch die polnische Partnerstadt Jelcz-Laskowice, inzwischen eine prosperierende Region, wird eingebunden in die Unterstützung. „Letztlich profitieren wir alle von der Kooperation“, meint Dr. Kettlitz. Wichtig sei es, die Menschen enger miteinander in Kontakt zu bringen. 

Bundesprogramm fördert Engagement

Wie kommt eine Kleinstadt wie Gudensberg an eine Stelle für kommunale Entwicklungspolitik? „Indem sie sich bewirbt“, sagt Bürgermeister Börner. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung fördert seit 2012 über seine gemeinnützige Tochter, die Engagement Global gGmbH, auch Kommunen, die sich in der Entwicklungszusammenarbeit engagieren wollen. In Gudensberg zahlt Engagement Global 90 Prozent der Personalkosten, die Stadt zehn Prozent. Dr. Kettlitz ist befristet auf zwei Jahre bei der Stadt angestellt. Ausgesucht worden sei Gudensberg für die Förderung, weil bereits mehrere Projekte zur Entwicklung in der ukrainischen Partnergemeinde erfolgreich begonnen wurden. Demnächst soll ein modernes Stadtentwicklungskonzept für Schtschyrez aufgestellt werden. 

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