Theater 2011 gegründet

Blicke in andere Welt: Jüdisches Puppentheater gastierte in Gudensberg

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Sie ist Puppenspielerin, Regisseurin und Gründerin von Bubales: Shlomit Tripp aus Berlin mit ihren Puppen Abul Abbas (Elefant) und Isaak, dem kleinen Juden.

Bubales, das einzige jüdische Puppentheater Deutschlands, zeigte in Gudensberg das Stück „Isaak und der Elefant Abul Abbas“, auf deutsch und arabisch.

Sie ist klein, vielleicht 1,50 Meter breit und zwei Meter hoch. Aber auf der Bühne des Berliner Puppentheaters Bubales, zwischen den roten Vorhängen, passiert einiges. Und die Kinder der 3. und 4. Klassen der Gudensberger Grundschule verfolgen das Geschehen gespannt.

Bubales, das einzige jüdische Puppentheater Deutschlands, das es erst seit 2011 gibt, zeigte am Montagvormittag im Bürgerhaus vor den 140 Kindern das Stück „Isaak und der Elefant Abul Abbas“ Alles zweisprachig, auf deutsch und arabisch.

Mit weitgehend selbst gemachten Puppen erzählt Regisseurin und Spielerin Shlomit Tripp die Geschichte des kleinen Juden Isaak, der vor über 1000 Jahren, zur Zeit Kaiser Karls des Großen, als Händler in Aachen lebt und Geschenke vom Kaiser zum Kalifen Haroun al-Raschid nach Bagdad bringen soll.

Gemeinsam erleben sie die Reise

Auf dem Rückweg wird der weiße Elefant Abul Abbas, das Gegengeschenk vom Kalifen, sein Freund. Gemeinsam erleben sie die mühevolle, monatelange Reise durch die Wüste und übers Meer bis nach Europa und Aachen, wo der Elefant dann eingesperrt wird: Er sei gefährlich, sagt der Kaiser. Isaak hilft ihm dann bei der Flucht und alles endet gut.

„Wir haben das Stück zusammen mit Geflüchteten aus Syrien produziert“, sagt Shlomit Tripp. Das habe ein Jahr gedauert, vieles sei bei Aufführungen für Menschen, die selbst lange unterwegs waren bis nach Europa, sehr emotional gewesen – gerade die Szene mit der gefährlichen Fahrt übers Meer.

Früher Arzt - heute Schauspieler

Während der Aufführung kommen Stimmen und Musik, die vorher aufgenommen wurden, vom Band. „Der Spieler der Oud (ein arabisches Saiteninstrument) war früher Arzt in Syrien und gehört heute zu den gefragtesten Spielern“, erzählt die Berliner Puppenspielerin.

Sie habe das jüdische Puppentheater auf Wunsch vieler jüdischer Familien gegründet, berichtet sie. Heute seien viele der Stücke multi-kulti, mit ganz unterschiedlichen Themen.

Eine feste Spielstätte hat das Theater nicht. „Wir gehen auf Tournee und spielen für alle zwischen 5 und 100 Jahren und an vielen Orten in Deutschland“, so Shlomit, die im Hauptberuf Mitarbeiterin des Jüdischen Museums in Berlin ist. So erreiche man auch viel mehr Menschen.

Verein "Mach-mit" hatte eingeladen

Der Gudensberger Verein „Mach-mit“, der sich auch für Geflüchtete engagiert, hatte das Theater eingeladen. „Gerade angesichts der aktuellen Gewalt gegen jüdische Einrichtungen sind solche Veranstaltungen wichtig“, betont Jochem Hamacher vom Verein „Mach-mit“. Kinder müssten heutzutage mehr erfahren über jüdisches Leben und jüdischen Glauben. In der Grundschule soll das Thema auch noch behandelt werden.

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