„Alles, aber kein Luxus“

Gudensbergs Haushalt sieht Rekordinvestitionen von 8,7 Millionen Euro vor

Die Erschließung der Obernburg ist ebenfalls ein Posten im Investitionsprogramm der Stadt Gudensberg für 2021.
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Die Erschließung der Obernburg ist ebenfalls ein Posten im Investitionsprogramm der Stadt Gudensberg für 2021.

So früh wie nie hat Gudensbergs Bürgermeister Frank Börner (SPD) den Haushaltsentwurf für 2021 eingebracht. An der schwarzen Null hält die Kommune weiter fest.

„Unser Ziel ist wieder geschafft“, sagte Börner. Der Haushaltsentwurf für 2021 sieht einen Überschuss von knapp 30 000 Euro vor. Laufende Erträge und Aufwendungen von rund 21,6 Millionen Euro sind geplant. Die wichtigste Einnahmeposition seie die Einkommenssteuer, die mit 5,6 Millionen Euro vorsichtig kalkuliert sei.

Mit weiteren 4,3 Millionen Euro an Schlüsselzuweisungen des Landes und zwei Millionen Euro an Gewerbesteuer rechnet die Kommune 2021. Während das Plus von 30 000 Euro geringer ausfalle als sonst, würden die Ausgaben insbesondere bei den Personalkosten um 200 000 Euro steigen, so Börner.

Hintergrund sei der Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab dem ersten Lebensjahr sowie die kostenlose Kitabetreuung ab dem dritten Lebensjahr, die fast allen hessischen Kommunen zu schaffen macht. „Nur rund 30 Prozent der Betreuungskosten werden vom Land getragen – das ist zu wenig“, sagte Börner. Bei 3,5 Millionen Euro Kosten für die Kitabetreuung trage das Land Hessen lediglich etwa eine Million Euro. Das habe mit gleichwertigen Verhältnissen nichts zu tun.

Investitionen der Stadt Gudensberg im Jahr 2021 auf Rekordniveau

Frank Börner sprach von einem Rekordinvestitionsvolumen. Gudensberg investiere gegen den Trend. „Denn gerade in der Krise ist es wichtig, die regionale Wirtschaft mit kommunale Bauaufträgen zu unterstützen“, so Börner. 8,7 Millionen Euro investiert die Stadt im kommenden Jahr in folgende Bereiche: Brandschutz, Digitalisierung, Begegnungszentrum, Bauhof, Innenstadtentwicklung und Kitabetreuung.

Die Zukunft ist digital. Deshalb hat sich die Stadt Gudensberg das Ziel gesetzt, bis 2022 alle Verwaltungsdienstleistungen zu digitalisieren. Die Homepage soll aktualisiert werden. Für die digitale Ausrüstung in öffentlichen Räumen sind rund 240 000 Euro vorgesehen. In das neue Begegnungszentrum im alten Teeladen sollen bis 2023 rund 2,2 Millionen Euro fließen. Dafür gibt es einen Zuschuss in Höhe von 90 Prozent vom Land. 160 000 Euro werde ein Übungsturm für die Feuerwehr kosten. Es sei ein Projekt, von dem alle Feuerwehren im Nordkreis profitieren würden, so Börner. Land und vom Kreis geben 78 000 Euro dazu.

Gudensberg: Sanierung von Hallenbad kostet 4,6 Millionen Euro

Der Umbau des ehemaligen Bahnhofgebäudes steht ebenfalls auf der Agenda für 2021. Rund eine halbe Million Euro ist dafür vorgesehen. Um die Gudensberger Innenstadt zu fördern, werden etwa 260 000 Euro für die Neugestaltung des Spielplatzes Renthof, die Erschließung der Obernburg und die Gestaltung des Vorplatzes am Gefangenturm investiert. Der größte Posten wird 2021 jedoch die Sanierung des Terrano-Hallenbades mit 4,6 Millionen Euro sein (HNA berichtete).

Dem Investitionsprogramm der Stadt Gudensberg von rund 8,7 Millionen Euro stimmten die Stadtverordneten bereits zu. Michael Höhmann (SPD) befürwortete das Vorhaben: „Unsere städtischen Investitionen sind kein Selbstzweck und schon gar kein Luxus. Wir investieren weiterhin sinnvoll in den Erhalt aber auch in den Ausbau der Infrastruktur.“

Er lobte nochmals die Stadtverwaltung, die in der Lage sei, professionell Fördermitteltöpfe mit aufwendig zu erstellenden Konzepten anzuzapfen. Auch von der CDU gab es grünes Licht. Dieter Heer: „Hinter diesen Investitionen steckt viel Arbeit, aber die Investitionen dienen der Daseinsvorsorge.“

Von Linett Hanert

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