1. Startseite
  2. Lokales
  3. Fritzlar-Homberg
  4. Gudensberg

Ihr Ehrenamt macht sie glücklich: Marianne Horstmann und Reimund Rüttger sind aktiv beim Verein Mach Mit

Erstellt:

Von: Cora Zinn

Kommentare

Sind für ihr Engagement gewürdigt worden: Marianne Horstmann und Reimund Rüttger. Sie engagieren sich beide bei Mach Mit in Gudensberg.
Sind für ihr Engagement gewürdigt worden: Marianne Horstmann und Reimund Rüttger. Sie engagieren sich beide bei Mach Mit in Gudensberg. © Cora Zinn

Das Gudensberger Stadtparlament hat Marianne Horstmann und Reimund Rüttger für ihr soziales Engagement gewürdigt.

Gudensberg – Marianne Horstmann (73) aus Deute und Reimund Rüttger (70) aus Obervorschütz arbeiten ehrenamtlich bei Mach Mit im F26 in Gudensberg. Kürzlich wurden sie für ihr soziales Engagement für und in Gudensberg vom Stadtparlament gewürdigt.

„Wir fühlen uns geehrt, aber eigentlich hätte ja das gesamte Team von Mach Mit ausgezeichnet werden müssen“, sagt Rüttger bescheiden. Er ist davon überzeugt, dass Integration nur gemeinsam funktioniert – und nicht im Einzelnen. Für Dorothea Hamacher von Mach Mit sei es sehr schnell klar gewesen, dass der Verein Horstmann und Rüttger für die Ehrungen in der Stadtverordnetenversammlung vorschlagen würde. „Bei Marianne und Reimund sehen wir tagtäglich, was Ehrenamtliche leisten“, so Hamacher. Sie nennt im HNA-Gespräch das Zitat: „Tue Gutes und rede darüber“. Das sieht sie ähnlich: „Die Beiden tun sehr viel Gutes und das sollte aus unserer Sicht erzählt und gewürdigt werden“, sagt sie.

Gudensberg: Marianne Horstmann ist seit 2017 bei Mach Mit aktiv, Reimund Rüttger seit 2015

Horstmann und Rüttger erhielten ihre Urkunden nach der Ehrenamtsrichtlinie 2022 und wurden auf der jüngsten Sitzung der Stadt Gudensberg ausgezeichnet. „Sie setzen sich für das soziale Miteinander in Gudensberg ein. Wir sind froh über ihre Arbeit“, sagte Bürgermeisterin Sina Best. Marianne Horstmann ist seit 2017 bei Mach Mit aktiv, Reimund Rüttger seit 2015. Die 73-Jährige organisiert die Spendenannahme im „Kaufhaus für Alle“. Sie sortiert im Wesentlichen die Kleidung, die im F26 abgegeben wird.

„Ich habe schon alles gesehen. Die meiste Kleidung ist wirklich noch gut erhalten. Aber einige Kleidungsstücke sind so dreckig, dass ich Handschuhe anziehen und sie sofort entsorgen muss“, sagt Horstmann.

Reimund Rüttger gab Kindern Nachhilfe und war bei der Gründung des Cafés im F26 dabei

Marianne Horstmann sei sehr empathisch: „Sie kommt immer gut bei den Leuten an, die ihre Kleidung vorbeibringen. Sie zeigt für alle Verständnis und hat immer ein offenes Ohr“, sagt Dorothea Hamacher von Mach Mit. Die Ehrenamtliche wäre immer über aktuelle Modetrends informiert und würde daher stets die richtige Auswahl an Kleidung treffen. „Bei uns bekommen Menschen gut erhaltene Kleidung für wenig Geld. Zum Beispiel eine Winterjacke für vier Euro“, sagt Horstmann.

Rüttger fing 2015 bei Mach Mit an. Zunächst betreute der Rentner ehrenamtlich Geflüchtete, als diese in Gudensberg ankamen. Er gab Kindern Nachhilfe und war bei der Gründung des Cafés dabei. „Unser Café ist ein Treffpunkt für alle. Dort kann man sich austauschen, kennenlernen, aber auch Ängste loswerden“, sagt der 70-Jährige. Außerdem hilft er ehrenamtlich in der Fahrradwerkstatt. „Die meisten Menschen haben kein Geld, um ihre Räder für Reparaturen in Werkstätten zu bringen. Dort machen wir das für sehr kleines Geld“, so Rüttger.

Horstmann und Rüttger gehen gern ins F26, um dort zu helfen, sich zu unterhalten und sich auszutauschen

Der 70-Jährige engagiert sich nicht aus Gewinnerzielungsabsicht, sondern weil andere von seiner Hilfe profitieren sollen. Beide Ehrenamtlichen arbeiten gern für Mach Mit. „Bei uns herrscht eine ganz flache Hierarchie. Es wird nicht über andere bestimmt“, sagt Rüttger.

Als bisher aufregendstes Erlebnis erinnert sich Horstmann zurück an die Corona-Zeit. Dort arbeitete sie nämlich im Testzentrum im F26. „Da saß ich am Computer und musste die Ergebnisse eintippen. Ich habe Computerkurse belegt, mir alles sorgfältig aufgeschrieben und dann hat es auch geklappt“, so die 73-Jährige.

Die zwei Ehrenamtlichen gingen jedes Mal mit Freude zum F26: „Ich habe viele Freunde kennengelernt“, sagt Rüttger. Wenn er mit Menschen aus seinem Umfeld spricht, hört er sehr oft, dass vielen langweilig sei. „Das verstehe ich nicht. Ich gebe ihnen dann immer den Tipp, sich bei Mach Mit zu engagieren. Das hilft nicht nur Gudensbergern, sondern auch einem selbst“, sagt er und Marianne Horstmann lächelt ihm nickend zu. (Cora Zinn)

Auch interessant

Kommentare