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Abwasser soll in die Eder: Schlachthof Plukon darf bald nicht mehr in Goldbach einleiten

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Von: Cora Zinn

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Hessens größter Geflügelschlachthof, betrieben von der Firma Plukon, darf ab 2025 sein Abwasser nicht mehr in den Goldbach leiten. Im Hintergrund sind Teile der Stadt Gudensberg mit der Obernburg zu sehen.
Hessens größter Geflügelschlachthof, betrieben von der Firma Plukon, darf ab 2025 sein Abwasser nicht mehr in den Goldbach leiten. Im Hintergrund sind Teile der Stadt Gudensberg mit der Obernburg zu sehen. © Peter Zerhau

Die Firma Plukon aus Gudensberg muss sich ab 2025 etwas Neues für ihr Abwasser einfallen lassen.

Gudensberg – Täglich leitet die Firma Plukon in Gudensberg 750 Kubikmeter Abwasser in den Goldbach. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Wasserverbrauch für fünf Personen pro Jahr entspricht etwa 233 Kubikmeter Wasser.

Doch auch, wenn das Abwasser vorher in der betriebseigenen Kläranlage gereinigt wird, wie Plukon-Geschäftsführer Frank Grundl betont, muss damit Schluss sein.

Das Regierungspräsidium in Kassel hat eine Verlängerung der aktuellen Genehmigung abgelehnt

Grund dafür: Ab 2025 muss Hessens größter Geflügelschlachthof eine neue Abwasserleitung haben. Das Regierungspräsidium in Kassel hat eine Verlängerung der aktuellen Genehmigung abgelehnt. Und die Stadt Gudensberg hat sich gegen die Einleitung in die städtische Kanalisation ausgesprochen. Denn durch das geklärte Wasser werde die Funktion der Bakterienstämme in der Kläranlage gestört. Als Alternative wird nun eine Abwasserdruckleitung direkt in die Eder vorgeschlagen. Darum kümmert sich die Firma agc Abfallwirtschaft aus Kassel. Man sei noch in der Anfangsphase und müsse erst noch alles überprüfen, so agc.

Doch so viel könne man schon sagen: Die geplante Trasse von Plukon bis zur Eder würde etwa 5,8 Kilometer lang sein. Dafür müssten laut agc mehrere Kreisstraßen und die Autobahn gequert werden, um dann mit der Leitung in der Gudensberger Nachbargemeinde Edermünde – und in der Eder – anzukommen. Für all diese Überquerungen stehen noch Genehmigungen aus.

Goldbach sei im Sommer temporär eher trocken – und für Programm „100 Wilde Bäche“ angemeldet

Günstig sei, so agc, dass die Leitung durch öffentliche Bereiche laufen würde und somit keine privaten Eigentümer angefragt werden müssten. Die mögliche neue Abwasserleitung hätte dann einen Durchmesser von 80 bis 100 Zentimetern. Dafür müsse man laut agc nur einen relativ schmalen Graben ausheben, der nach der Verlegung wieder geschlossen würde.

Die Trassengenehmigung liegt nach der gemeinsamen Planung von agc und Plukon in der Hand der Stadt Gudensberg. Grundl betont, dass das Abwasser des Betriebs, in dem täglich über 130 000 Hühner geschlachtet werden, eine gute Qualität habe, weil die Firma es vor der Ableitung filtere. Erst danach fließe es durch einen Sandfilter in den Goldbach.

Zwei wesentliche Punkte stehen der weiteren Einleitung entgegen: Der Goldbach sei im Sommer eher trocken und er ist für das Programm „100 wilde Bäche“ gemeldet. Mit diesem unterstützt das Land Hessen Kommunen bei der Wiederherstellung naturnaher Lebensräume. (Cora Zinn)

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