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„Nicht nur auf Tagesproben verlassen“ – Europaabgeordneter Häusling zu Wasserproben von Plukon am Goldbach

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Von: Cora Zinn

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Der Schlachthof der Firma Plukon in Gudensberg.
Der Schlachthof der Firma Plukon in Gudensberg. © Peter Zerhau

Auch der Europaabgeordnete Martin Häusling hat sich zu den Ergebnissen der Wasserproben aus dem Goldbach geäußert.

Gudensberg – Die Nachricht, dass keine multiresistenten Keime vom Geflügelschlachthof Plukon im Goldbach in Gudensberg gefunden wurden, ist auch in Brüssel angekommen: „Es ist erfreulich zu hören, dass die entnommenen Tagesproben aus dem Goldbach kein Vorkommen von multiresistenten Keimen zeigen“, sagt der Europaabgeordnete Martin Häusling (Bündnis 90/Die Grünen).

Etwas überrascht von den Ergebnissen weist der Politiker darauf hin, dass man Tagesproben nicht zu viel Glauben schenken sollte. „Es wäre eine absolute Ausnahme, wenn in den Schlachtabwässern der Plukon AG keine antibiotikaresistenten Keime zu finden wären“, sagt Häusling.

Martin Häusling kritisiert weiterhin das Regierungspräsidium Kassel, obwohl dieses gesetzlich gar nicht verantwortlich ist, mehrere Proben pro Jahr zu nehmen

Höchst verwunderlich sei allerdings, dass eine Bürgerinitiative auf eigene Kosten Proben ziehen und analysieren ließ. „Während öffentliche Stellen, die dafür verantwortlich sind, wie beispielsweise das Gesundheitsamt und das Regierungspräsidium Kassel durch Untätigkeit glänzen“, kritisiert Häusling wohlwissend, dass das RP für solche Proben gesetzlich gar nicht verantwortlich ist.

Er geht noch weiter: Anzuraten wäre der Plukon AG eine unabhängige Überwachung der Abwasserwerte. Dabei seien vor allem die Untersuchungsmethode sowie der zu untersuchende Gegenstand von Bedeutung. „Deshalb fordere ich eine transparente Auflistung und einen freien Zugang zu regelmäßig stattfindenden Proben“, so Häusling.

Greenpeace untersuchte vier Schlachthöfe – aber nicht den in Gudensberg

Recherchen vom März 2022 würden belegen, dass mit Abwässern aus Schlachthöfen antibiotikaresistente Keime in die Umwelt gelangten. Ein Greenpeace-Investigativteam entnahm von Januar bis Februar 44 Wasserproben an vier Schlachthöfen und ließ sie vom Institut für Pharmazie der Universität Greifswald auf verschiedene multiresistente Bakterien analysieren – allerdings nicht bei Plukon in Gudensberg.

„Greenpeace untersuchte dabei Schlachthöfe, deren Abwasser direkt in die Umwelt gelangt. 35 der 44 Proben wiesen resistente Bakterien auf“, berichtet Häusling. Diese Ergebnisse hätten gezeigt, dass regelmäßige Proben unerlässlich seien und man sich nicht auf Tagesproben verlassen dürfe.

Martin Häusling fordert Plukon nach wie vor dazu auf, eine Ozonanlage zu testen

„Es kommt über den Jahresverlauf zu unterschiedlichen Mengengaben von Antibiotika in der Hühnermast“, so Häusling. Die Spitzen des Antibiotikaeinsatzes seien beispielsweise in den nasskalten Jahreszeiten, so sei es unerlässlich, nicht nur in Sommermonaten auf multiresistente Keime zu kontrollieren.

Da der Grünen-Politiker nur von Momentaufnahmen ausgeht – das seien aus seiner Sicht die drei Proben der Bürgerinitiative Chattengau gewesen – sei er nach wie vor der Überzeugung, Plukon müsse in eine weitere Filteranlage investieren. „Weiterhin sollte die Installation der Ozonanlage noch auf der Agenda von Plukon stehen“, so Häusling. (Cora Zinn)

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