Ein Profi fürs Ehrenamt

Sarah Schlitt unterstützt Verein Mach-Mit in Gudensberg

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Sie unterstützt den Verein professionell: Sarah Schlitt will die Angebote von Mach-mit in Gudensberg koordinieren und Ehrenamtliche unterstützen.

Gudensberg. Die 32-jährige Sarah Schlitt hat vor Kurzem einen Halbtagsjob in Gudensberg angenommen. Uns hat sie von ihren Projekten erzählt.

Wenn am 6. April das neue Repair-Café im F26 in Gudensberg öffnet, dann läuft das erste Projekt an, das Sarah Schlitt als hauptamtliche Mitarbeiterin des Vereins Mach-Mit in Gudensberg vorbereitet hat. „Ich freue mich schon darauf“, sagt die 32-Jährige, die seit Kurzem einen Halbtagsjob in Gudensberg angenommen hat.

Für 20 Stunden in der Woche stellt sie ihre Fähigkeiten in den Dienst des Vereins, den es seit vier Jahren gibt und dessen Spektrum seitdem erheblich größer geworden ist. „Wir benötigen unbedingt professionelle Unterstützung“, sagt Dorothea Hamacher, die den Verein 2015 mit anderen aus der Taufe hob.

Ehrenamtler allein reichen nicht

Angesichts der Vielfalt der Aufgaben, vom Kaufhaus für alle über das Café CaKau bis zu Fahrradwerkstatt, Nähkurs, Kulturveranstaltungen und vielem mehr wuchs die Erkenntnis: Mit Ehrenamtlern allein kann das nicht bewältigt werden.

Es gibt bei der breiten Palette an Aktivitäten viel zu organisieren und vorzubereiten. Kontakte müssen gepflegt, Quellen für Fördergeld gefunden, Helfer betreut werden. „Ich sehe meine Aufgabe vor allem darin, die Koordination vor Ort zu übernehmen“, sagt Sarah Schlitt.

Die Stelle als Ehrenamts- und Projektkoordinatorin ist zunächst befristet bis Ende 2020. Die 32-Jährige ist beschäftigt beim AKGG (siehe Hintergrund), der auch Träger der Integrationsberater Sofyen Gharbi und Biser Ivanov ist. Finanziert wird ihre und deren Gemeinwesenarbeit vom Land, der EU und zu zehn Prozent von der Stadt Gudensberg.

Fahrt ins frühere KZ Buchenwald

„Wir sind in Gudensberg mit unserem Angebot gut aufgestellt“, weiß Dorothea Hamacher, die Struktur bei der Arbeit mit Geflüchteten ebenso wie mit anderen Zuwanderern aus der EU sei stabil und gewachsen. Zudem habe man mit der Stadt einen Partner, der zum Beispiel die Räume des früheren evangelischen Gemeindezentrums, heute F26, kostenlos zur Verfügung stelle.

Inzwischen nehmen nicht nur Geflüchtete und EU2-Bürger, sondern zunehmend „Bio-Gudensberger“, also Alteingesessene, die Angebote des Vereins im F26 an. Mit dem Repair-Café etwa möchte Schlitt erreichen, dass noch mehr Menschen das F26 kennen- und die Vereinsaktivitäten schätzen lernen. 

Für ihr zweites Projekt, eine Fahrt ins frühere KZ Buchenwald am 23. Juni, hat sie schon viele Unterstützer gefunden. „Die Fahrt wird dank dieser breit gefächerten Hilfe für die Jugendlichen kostenlos sein“, sagt sie.

Hintergrund: Das ist der AKGG

Arbeitgeber der neuen Mitarbeiterin im Verein Mach-Mit in Gudensberg ist der AKGG, der Arbeitskreis gemeindenahe Gesundheitsversorgung mit Hauptsitz in Kassel. Der AKGG ist seit über 30 Jahren in Nordhessen aktiv in der Beratung und Betreuung und hat inzwischen 320 Mitarbeiter in 15 Einrichtungen und an 19 Standorten. Gestartet wurde der AKGG 1981 in Melsungen, dort sind Integrationsfachdienst und Kinder- und Jugendhilfe Schwalm-Eder angesiedelt. Neben den Integrationsbeauftragten in Gudensberg gibt es auch einen solchen Mitarbeiter in Schwarzenborn.

Zur Person

Sarah Schlitt (32) stammt aus dem Vogelsbergkreis und ist Wahl-Schwälmerin. Sie lebt in Willingshausen-Loshausen. In Marburg und Berlin studierte sie Politik und Kommunikationswissenschaft, ist Mediengestalterin und arbeitete für die SPD und das DRK und absolvierte zwei Jahre bei Hephata in Schwalmstadt ein Pressevolontariat. In Gudensberg ist sie mit 20 Stunden für den Verein Mach-mit tätig, die andere halbe Stelle ist sie beim Lebensmittelhändler Tegut in der Marketingabteilung in Fulda beschäftigt.

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