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Spiritus ist brandgefährlich: Feuerwehr warnt nach schwerem Unglück bei Bulldog-Treffen

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Von: Cora Zinn

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Ausschnitt von der Front eines im Einsatz befindlichen Feuerwehrfahrzeugs
Bei der 35. Oldtimerausstellung des Bulldog-Clubs Nordhessen verletzten sich zwei Männer aus Leimsfeld, weil sie eine Pelletfackel mit Spiritus als Brandbeschleuniger anzünden wollten. © Malte Christians

Brennspiritus ist sehr gefährlich. Das unterstrich ein Vorfall von Freitag (1.7.) aus Gudensberg, bei dem zwei Männer schwer verletzt wurden.

Gudensberg – Solch tragische Unfälle mit Brennspiritus, wie der, der sich am Freitag am Rande des Bulldog-Treffens in Gudensberg zugetragen hat, sind keine Einzelfälle. Bei der 35. Oldtimerausstellung des Bulldog-Clubs Nordhessen verletzten sich zwei Männer (69 und 78 Jahre alt) aus Leimsfeld, weil sie eine Pelletfackel mit Spiritus als Brandbeschleuniger anzünden wollten.

Sie erlitten dabei schwere Verbrennungen im Gesicht und am Oberkörper (HNA berichtete).

Die Männer wurden mit Rettungshubschraubern in Spezialkliniken nach Bochum und Ludwigshafen geflogen. Es bestehe keine Lebensgefahr, teilte die Polizei am Montag auf Anfrage mit. Einer der Männer wurde mittlerweile ins Klinikum Kassel verlegt.

Brennspiritus kann meterhohe Stichflammen auslösen

Bei Unfällen mit Brandbeschleunigern spiele oft der Zeitfaktor eine Rolle, so die Erfahrung der Feuerwehr. „Wenn es beim Anzünden schnell gehen soll, greifen viele zu flüssigen Brandbeschleunigern wie Spiritus. Doch das ist gefährlich und kann zu Unfällen führen“, sagt Dirk Aschenbrenner, Präsident der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes. Feuerwehren würden jedes Jahr zu zig Unfällen gerufen, bei denen es um den Einsatz von Brennspiritus gehe: Er könne meterhohe Stichflammen auslösen.

Beim Brandunfall in Gudensberg war Dirk Schmidt, Ehrenvorsitzender des Bulldog-Clubs Nordhessen, nah dabei. „Wir hoffen, dass es den Männern bald wieder gut geht“, sagt er. Viele der Aussteller und Besucher hätten sehr schnell gehandelt, als sie das Feuer sahen: „Jüngere Besucher, die unmittelbar in der Nähe waren, haben das Feuer sofort mit Wasser gelöscht“, sagt Schmidt, der jahrelang stellvertretender Stadtbrandinspektor in Gudensberg gewesen war, handelte umgehend: „Wir haben sofort den Notruf abgesetzt und einen Landeplatz für die Hubschrauber eingerichtet.“ Das habe auf dem Ausstellungsplatz beim Alten Sportplatz gut geklappt.

Gudensbergs Stadtbrandinspektor Markus Iffert findet klare Worte für eine Warnung: „Brennspiritus sollte am besten gar nicht mehr genutzt werden, schon gar nicht beim Grillen,“ sagt er. Stattdessen empfiehlt er Sicherheitsbrennpaste. „Die ist dickflüssiger und verpufft nicht, sondern brennt langsam an“, sagt Iffert. Er rät dazu, in der Nähe eines Grills oder Feuers immer Wasser stehen zu haben, um einen eventuellen Brand schnell löschen zu können. (Cora Zinn)

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