Fenstersensor der neuesten Generation

Erfindung aus Gudensberg soll Häuser sicherer machen

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Der Sensor und sein Erfinder: Florian Schmidts Firma besitzt drei Patente auf das intelligente System, das vor Einbrüchen schützen soll. Im Vordergrund das überdimensionierte Modell des real nur wenige Zentimeter großen Sensors, der am Fensterrahmen angebracht wird.   

Maden. Ein kleiner Fenstersensor soll Einbrechern das Leben schwerer machen. Entwickelt wurde das Gerät von einer Gudensberger Firma, die damit den Markt aufmischen will.

Der Fußball knallt gegen das Fenster – nichts passiert. Ein Vogel erkennt die Glasscheibe zu spät und fliegt dagegen – keine Reaktion. Aber wenn ein Einbrecher mehrmals gegen die Scheibe schlägt oder versucht, den Rahmen aufzuhebeln, dann ertönt sofort lauter Alarm und verscheucht in den meisten Fällen die Täter.

Das unscheinbare kleine Gerät, das offenbar so gut zwischen ungefährlichen und bedrohlichen Erschütterungen unterscheiden kann, ist ein Fenstersensor der neuesten Generation. Denn er kann nicht nur Manipulationen am Fenster- oder Türrahmen registrieren, sondern überwacht außerdem die Glasscheibe.

„Wir haben unseren bisherigen Sensor weiterentwickelt“, sagt Florian Schmidt (31), seit 2007 Chef der Firma Eimsig in Gudensberg-Maden. Der Sensor, den er sich patentieren ließ, ist unauffällig im Fensterrahmen platziert und bietet mit seiner individuell einstellbaren Software Schutz vor Einbrüchen.

„Viele Menschen fragen nach, wie es denn um die Sicherheit der Glasscheiben bestellt ist“, sagt Schmidt. Deshalb habe seine Firma nach Wegen gesucht, wie man bereits vor einem Einbruch alarmieren könne. Der neue Sensor sei auf dem Weltmarkt einzigartig, betont er.

Bedienung per App

Wie die bisherigen Sensoren sind die neuen Geräte über Funk mit der zentralen Alarmanlage eines Hauses verbunden. Mit einer App lässt sich alles vom Tablet oder Handy aus bedienen. Gerade in der bevorstehenden Urlaubszeit seien viele Menschen an mehr Sicherheit für ihre Häuser interessiert, sagt Schmidt. Zudem biete der Bund seit 2015 über die KfW-Bank Zuschüsse für solche Sicherungsanlagen. „Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist seitdem deutlich zurückgegangen“, sagt der Gudensberger Unternehmer.

Die Firma, die er im Jahr 2007 übernommen hat, schwimmt auf dieser Welle, und das sehr erfolgreich. Inzwischen gibt es in der Zentrale in Maden elf Mitarbeiter, in ganz Deutschland und darüber hinaus bauen viele Vertriebspartner die Systeme in Häusern ein. Die Sensoren selbst werden an zwei Produktionsstätten in Deutschland hergestellt.

Hohe Zuwachsraten

Zurzeit liegt der jährliche Umsatz von Eimsig bei zwei Millionen Euro, Ziel ist eine Verdreifachung in den nächsten Jahren bei einer Wachstumsrate von jährlich 20 Prozent. Es sollen weiterhin kontinuierlich neue Produkte entwickelt werden.

Die Firma bilde auch im kaufmännischen Bereich selbst aus, sagt Florian Schmidt. Er, der selbst Industriekaufmann gelernt hat, hält das für sehr wichtig für das Unternehmen: „Es gibt doch nichts Unangenehmeres, als wenn Mitarbeiter bei Kundenfragen die Auskunft geben können: Da kenne ich mich leider nicht aus.“ Mit Eigengewächsen passiere das nicht.

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