Seit einem Jahr zu

Mängel an Dachkonstruktion: Gudensberger Hallenbad bleibt geschlossen

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Schöne Lage, marodes Dach: Das Gudensberger Hallenbad, das seit einem Jahr geschlossen ist, wird in absehbarer Zeit nicht wieder geöffnet. Erst muss die Frage des Schadenersatzes geklärt sein. Das Naturfreibad davor ist jedoch geöffnet.

Gudensberg. Schlechte Nachrichten für die Wasserratten: Das seit einem Jahr wegen Bauschäden am Dach geschlossene Terrano-Hallenbad wird auch dieses Jahr nicht öffnen.

Wann mit dem Beginn der Sanierungsarbeiten und einer Wiedereröffnung zu rechnen sei, könne man jetzt noch nicht sagen, betonte Bürgermeister Frank Börner auf Nachfrage der HNA. Wie es weitergeht, soll in der nächsten öffentlichen Sitzung der Stadtverordneten am 30. August beraten werden.

Aktuelle Untersuchungen der von der Stadt beauftragten Fachleute hätten ergeben, dass das Hallenbad gravierende Mängel an der Dachkonstruktion aufweist. Dadurch gab es in der Folge erkennbare Schäden durch Feuchtigkeit in der Dämmebene und in den Holzbauteilen.

In der Pressemitteilung ist von der „Unterdimensionierung der Holzträger über der Schwimmhalle“ die Rede. Die Träger seien bereits beim Bau des Bades vor 45 Jahren flacher gebaut worden als in der Statik vorgesehen.

Das sei jedoch bei den Sanierungsarbeiten zwischen 2006 und 2008 weder durch den verantwortlichen Generalplaner noch durch den von ihm beauftragten Statiker erkannt worden. Die zusätzliche Last durch den Austausch der Dachkonstruktion habe zu einer Lastüberschreitung des Tragwerks geführt.

Eine Gefahr für die Badegäste habe zu keiner Zeit bestanden, da die Lastreserven des Tragwerks in den Berechnungen berücksichtigt waren, schreibt die Stadtverwaltung. Durch die nun gefundenen holzzerstörenden Pilze seien die Lastreserven jedoch mittlerweile aufgebraucht. 2017 sei das Hallenbad deshalb geschlossen worden.

Seitdem geht es hauptsächlich darum, wer verantwortlich ist für die Schäden und wer die Kosten der Sanierung tragen muss. Bislang wurde mit der Reparatur noch nicht begonnen, weil zunächst Beweise über die Schäden gesichert werden mussten, um Schadenersatzansprüche geltend machen zu können, wie Börner schreibt. Diese Ansprüche habe die Stadt im Februar 2018 gegenüber dem Planer geltend gemacht.

Inzwischen hat ein Bausachverständiger im Auftrag der Stadt ein Gutachten erstellt, damit die gegnerische Versicherung die Sach- und Rechtslage bewerten kann. „Ziel dieser Bemühungen ist es, zu einer außergerichtlichen Einigung zu kommen, um zügig mit der Sanierung beginnen können“, hofft der Bürgermeister.

Gerechnet wird mit Sanierungskosten von zwei Millionen Euro, die sich Landkreis und Stadt teilen. Das Geld sei bereits in den Haushalten eingestellt. 

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