Einrichtung aufgebaut

Gudensberger helfen beim Aufbau von Notapotheke im Ahrtal

Halfen der Inhaberin der Ahrtor-Apotheke in Bad Neuenahr-Ahrweilen beim Aufbau einer Notapotheke: von links die Inhaberin der der Gudensberger Löwen-Apotheke Isabell Salfer, ihr Mann Martin und der Gudensberger Unternehmer Peter Koch.
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Halfen der Inhaberin der Ahrtor-Apotheke in Bad Neuenahr-Ahrweilen beim Aufbau einer Notapotheke: von links die Inhaberin der der Gudensberger Löwen-Apotheke Isabell Salfer, ihr Mann Martin und der Gudensberger Unternehmer Peter Koch.

Apothekerin Isabell Salfer, ihr Mann Martin und der Unternehmer Peter Koch haben die Inhaberin der Ahrtor-Apotheke in Bad Neuenahr-Ahrweilen beim Aufbau einer Notapotheke unterstützt.

Apothekerin Isabell Salfer, ihr Mann Martin und der Gudensberger Unternehmer Peter Koch sind glücklich und zufrieden über ihre Hilfsaktion: Sie haben die Inhaberin der Ahrtor-Apotheke in Bad Neuenahr-Ahrweilen beim Aufbau einer Notapotheke unterstützt. Diese Apotheke war bei der Flutkatastrophe zerstört worden. „Ich bin immer noch sehr gerührt”, sagt Ahrtor-Apothekerin Linda Wnendt gegenüber der HNA.

Nach Renovierung und Modernisierung der Gudensberger Löwen-Apotheke samt Einbau einer neuen Heizung wollte Isabell Salfer die alte Einrichtung entsorgen. Die Hand-Verkaufstische sollte der Verein „Mach mit” erhalten. Dann erfuhr sie, dass bei dem schweren Unwetter im Ahrtal 65 Apotheken zerstört und 20 weitere schwer beschädigt worden waren. „Sie standen vor dem Nichts”, sagt die 46-Jährige, die seit 2001 Inhaberin der Löwen-Apotheke ist. Diese war 1701 von Landgraf Karl ernannt worden. 1947 hatte sie ihr Großvater Franz Salfer gepachtet. Nach Internet-Recherchen kam Isabell Salfer auf die Ahrtor-Apotheke. „Sie sind der zweite Gänsehaut-Moment des Tages”, lautete die Antwort. Linda Wnendt war gerade dabei, in den Räumen eines Zeitungsverlages eine Notapotheke aufzubauen.

Einrichtung von Notapotheke: Gudensberger Unternehmer übernahm Transport von Einrichtung

Peter Koch, Inhaber der Gudensberger Holzhandlung EPK-Holz, transportierte die Einrichtung ins Ahrtal. „Wir wurden dort so herzlich begrüßt wie gute Freunde”, schildern Isabell und Martin Salfer. „Man kann die bedrückende Stimmung im Katastrophengebiet nicht mit Worten beschreiben”, sagen die Gudensberger Helfer, „aus den Fernsehbildern kann man sich nicht vorstellen, wie schlimm es tatsächlich ist.”

In so einer katastrophalen Lage spüre man, dass man nicht alleine ist, sagt Linda Wnendt. Menschen seien da, um zu helfen und zu unterstützen. Sie und ihr Team seien „unglaublich dankbar“. So hätten sie ihren Übergangs-Start schnell in die Wege leiten können. Mit zwölf Mitarbeiterinnen führe sie die Ahrtor-Apotheke seit 2008. Durch das Unwetter habe die Apotheke einen Totalschaden erlitten: „Leider konnten wir nur ein paar alte Apothekengefäße retten, alles andere wurde zerstört.”

Medikamente in der Apotheke Ahrtor wurden von der Flut komplett vernichtet

Zwei Meter hoch habe das Wasser gestanden: „Zurück blieb eine kniehohe, verseuchte Schlammmasse.” Die Medikamente wurden komplett vernichtet. „Wir starten bei Null”, sagt Wnendt. Sie hoffe, in den nächsten sechs Monaten in das dann renovierte Gebäude einziehen zu können. Erst vor zwei Jahren sei die Apotheke aufwendig saniert und renoviert worden: „Wir hatten eine Auszeichnung beim Deutschen Apotheken Award erhalten und galten als schönste Apotheke Deutschlands.”

Nach Auffassung von Linda Wnendt hätte der Region viel Leid erspart werden können, „wenn von den entsprechenden Stellen viel früher gewarnt worden wäre”. Die Gudensberger Helfer haben vor Ort erlebt, wie tragisch es ist, Privatbesitz oder Angehörige zu verlieren. „Wir sind zufrieden, etwas Gutes getan zu haben – das war es wert”, sind sich Salfers und Peter Koch einig. Die Anstrengung habe sich gelohnt, weil die Hilfe dort angekommen sei, wo sie dringend erforderlich ist. Ein schönes Danke für sie: „Wir wurden spontan in den Arm genommen. Die Menschen sind trotz der Katastrophen-Situation glücklich und es ist für sie ein Lichtblick, dass sie weiterleben können.” (Manfred Schaake)

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