Obstabfälle kennt er nicht

Gudensberger konserviert Obst mit Solartrockner im Garten

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Trocknet alles selbst: Dieter Menzel mit eigens getrockneten Äpfeln und Johannisbeeren. Rechts ist das Solarmodul zum Antrieb des Lüfters zu sehen, und links die umfunktionierte Tischtennisplatte, auf der gerade Äpfel und Tomaten trocknen.  

Obervorschütz. Dieter Menzel hat keine Probleme mit Obstabfällen. Er konserviert sich sein überschüssiges Obst einfach mit Hilfe eines selbstgebauten Solartrockners im Garten. 

Die Bäume im Garten von Dieter Menzel, einem pensionierten Logopäden, hängen voller Früchte – wie überall in diesem Jahr. Er kann ein besonders großes Repertoire an Obstsorten vorweisen mit Äpfeln, Birnen, Kirschen, Zwetschen, Pflaumen und Johannisbeeren.

Ein Problem mit dem vielen Obst und jeder Menge Abfällen hat er jedoch nicht, denn Menzel trocknet sein Obst energieschonend und macht es damit haltbar für den Winter. Vor über zwanzig Jahren habe die Stadt Gudensberg Streuobstwiesen finanziell gefördert, erzählt Menzel. Er habe deshalb viele Obstbäume gepflanzt. Ein paar Jahre später hatte er große Mengen an Obst und wusste nicht, wohin damit. Vor einiger Zeit kam ihm dann die Idee, seine Früchte zu trocknen und damit länger haltbar zu machen.

Im Internet stieß Menzel auf ein Projekt aus Indien: In Entwicklungsländern werden solarbetriebene Trockenanlagen eingesetzt, um Ernteüberschüsse zu konservieren, damit sie zu einem späteren Zeitpunkt verkauft werden können. Menzel machte sich ans Werk und baute im Mai innerhalb von vier Tagen seinen eigenen Solartrockner. Grundbaustein ist eine alte Tischtennisplatte, wobei auch jeder andere Tisch verwendbar wäre.

Die Platte ist aufgeteilt in zwei gleichgroße Hälften. Die rechte Seite ist der Kollektorraum. Dort absorbiert schwarzes Wellblech die Sonnenenergie und wandelt diese in Wärme um. Ein solarbetriebener Lüfter bläst die heiße Luft auf die linke Seite, auf der das Obst zum Trocknen liegt. Die Hitze entzieht den Früchten Wasser und verlängert so deren Haltbarkeit. Solarmodul und Lüfter bestellte Menzel für 36 Euro im Internet. Alle Teile zusammen hätten 110 Euro gekostet und für den Bau, so Menzel, benötige man keine handwerkliche Begabung.

Bisher funktioniere das Trocknen einwandfrei: Äpfel benötigten nur einen Tag, Tomaten zwei Tage. Menzel trocknet überwiegend Früchte aus dem eigenen Garten, es gibt aber auch Ausnahmen. „Für meine Enkelin Lea trockne ich Bio-Bananen, die isst sie so gerne in der Schule“, erzählt Dieter Menzel.

Von Justus Mann

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