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Partnerschaftsverein hilft vor Ort – Weiterhin Unterstützung aus Gudensberg

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Von: Cora Zinn

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Auf dem Foto sind mehrere Menschen zu sehen.
Sie hören noch lange nicht auf zu helfen: Der Gudensberger Partnerschaftsverein hilft auch ein halbes Jahr nach Kriegsausbruch in der Ukraine unermüdlich in ihrer Partnerstadt Schtschyrez weiter. Von links Michael Höhmann, Simone und Wolfgang Mand sowie Ingbert Radloff. © Cora Zinn

Am 24. Februar 2022 begann der russische Angriffskrieg auf die Ukraine. Seit dem ersten Tag hilft der Gudensberger Partnerschaftsverein vor Ort.

Gudensberg – Ein halbes Jahr ist vergangen seit dem Kriegsausbruch in der Ukraine. Gleich am ersten Tag, am 24. Februar, schaltete sich der damalige Gudensberger Bürgermeister Frank Börner mit seinem Kollegen und Freund Oleh Vasylyshyn aus der Partnerstadt Schtschyrez per Videokonferenz zusammen.

Der Bürgermeister der Partnerstadt sagte vor sechs Monaten in der Konferenz: „Die Gefahr eines Krieges ist ganz nah und auch nah an Europa.“ Wichtige Worte des ukrainischen Bürgermeisters, findet Karl-Adam Stiebeling, der Mitglied im Gudensberger Partnerschaftsverein ist: „Wir müssen weiterhin unterstützen, wo wir können und uns bewusst machen, dass der Krieg nicht weit von uns entfernt ist.“

Gudensberger Partnerschaftsverein bringt seit sechs Monaten Hilfstransporte nach Schtschyrez

Der Partnerschaftsverein hat unter dem Motto „Gudensberg hilft Schtschyrez“ in den vergangenen sechs Monaten mehr als eine Million Euro an Geld, Hilfsgütern und Sachspenden gesammelt und in die Ukraine gebracht. Grund genug, um diese Hilfe heute in Zahlen zu würdigen:

3 Ultraschallgeräte haben die Fahrer des Partnerschaftsvereins bereits nach Schtschyrez geliefert. „Unsere Freunde vor Ort benötigen vor allem medizinische Ausstattung und eben solche Geräte“, sagt Simone Mand. Gerade Medikamente und Verbandsmaterial fehlten.

6 Autos sind von den Fahrerteams nach Schtschyrez gebracht worden. „Darunter waren Fahrzeuge, die von Feuerwehren gespendet wurden“, sagt Wolfgang Mand. Auch die Stadt Borken hat eine ausrangierte VW-Pritsche an den Gudensberger Partnerschaftsverein gespendet. Das Fahrzeug wurde vom Verein noch mit einem Stromaggregat ausgestattet.

10 Jahre ist es her, dass die ersten Kontakte zwischen Gudensberg und Schtschyrez entstanden. Sie kamen über die gemeinsame Partnerstadt Jelcz-Laskowice in Polen zustande. 2016 besuchten Gudensberger Bürger und Mitglieder des Vereins die Gemeinde in der Nähe von Lemberg. Auf dem dortigen Stadtfest lernten sie viele Menschen aus der ukrainischen Gemeinde kennen.

Die Fahrer müssen drei Tage für eine Tour nach Schtschyrez investieren

18 verschiedene Fahrerteams gibt es im Verein. Immer zwei Helfer fahren zusammen. Sie investieren drei Tage für eine Tour. Lebensmittel, Medikamente, Geräte, Kleidung, gespendet oder von gespendetem Geld gekauft, gingen jede Woche in Richtung Schtschyrez. „Zurzeit fahren wir leider nur noch ein Mal pro Woche“, so Wolfgang Mand, weil eben Spenden weniger werden.

33 Transportfahrten hat Simone Mand mittlerweile aufgelistet. „Die meisten Fahrer haben ihre Freizeit dafür geopfert, sich frei oder Überstunden genommen“, sagt sie. Das sei nach wie vor überwältigend für sie, dass es so viele Helfer gebe, die bedingungslos unterstützten. Dennoch: Man müsse nach wie vor am Ball bleiben. „Wir fragen uns oft, wie es weitergeht. Wir müssen nach wie vor langfristig planen und dürfen damit nicht aufhören“, sagt Vorsitzender Ingbert Radloff.

150 Tonnen wurden insgesamt bewegt. „Anfangs haben wir die Transporter gewogen. Das machen wir jetzt nicht mehr“, so Simone Mand. Dennoch schätzen sie insgesamt ein Gewicht von 150 Tonnen, das die Fahrer transportiert haben.

Auch in der polnischen Partnerstadt Jelcz-Laskowice hilft der Gudensberger Verein

1500 Geflüchtete sind in Gudensbergs zweiter Partnerstadt Jelcz-Laskowice in Polen angekommen. „Sie wollen nicht ganz so weit weg von ihrem Zuhause, der Ukraine, sein“, sagt Michael Höhmann. Auch die polnische Stadt wird vom Partnerschaftsverein unterstützt. In Jelcz-Laskowice werde aktuell mehr Nahrung benötigt, ganz anders als in der ukrainischen Gemeinde Schtschyrez. Dort seien Medikamente und Verbandsmaterial am nötigsten.

20 000 Euro gab es vom Landkreis für die Gudensberger Partnerschaftshilfe.

50 000 Euro erhielt der Gudensberger Partnerschaftsverein von einem anonymen Spender. „Der Spender möchte nicht genannt werden. Er soll aber wissen, dass er unseren ukrainischen Freunden damit sehr geholfen hat“, sagt Wolfgang Mand.

100 000 Euro kamen aus den drei Chattengau-Kommunen für die Ukrainehilfe zusammen

100 000 Euro haben die Chattengau-Gemeinden Edermünde, Niedenstein und Gudensberg gespendet. Die Stadt Gudensberg hatte noch im Februar eine Soforthilfe von 50 000 Euro zugesagt.

Edermünde und Niedenstein nahmen das zum Anlass, um jeweils 25 000 Euro dazuzugeben. So kam es zur Summe von 100 000 Euro. „Wir sind Edermünde und Niedenstein sehr dankbar. Auch, dass die Überweisungen so schnell erfolgen konnten“, sagt Radloff.

Auch Sängerin Yvonne Catterfeld unterstützte den Gudensberger Partnerschaftsverein

289 000 Abonnenten hat Yvonne Catterfeld. Die Sängerin hat sich für den Gudensberger Partnerschaftsverein in ihren sozialen Medien starkgemacht. Sie veröffentlichte ein Foto: „Kann ich nur empfehlen: Verwandte von mir helfen dort vor Ort und brauchen eure Hilfe sowie Lieferanten!“ Catterfelds Verwandte sind das Ehepaar Hübel aus Niedenstein, das ihre Nichte angefragt hatte, ob sie ihre Internet-Reichweite für den guten Zweck nutzen könnte – und die prominente Sängerin und Schauspielerin tat das gerne.

400 000 Euro an Hilfsgütern sind zusammengekommen und längst in Richtung Schtschyrez von den Gudensbergern geliefert worden.

600 000 Euro an Sachspenden kommen zu den 400 000 Euro an Hilfsgütern noch hinzu. (Cora Zinn)

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