Gudensberger Verein will Engagement in Kommunalpolitik stärken

Der Verein Mach-Mit bedankt sich mit einem Brief: Die ehrenamtlichen Gudensberger Kommunalpolitikern erhalten zum „Tag der Vielfalt“ am 5. Juni das Schreiben. Unterstützer sind (vorne von links) Abdulrahman Alhilali, Monika Vöge, Biser Ivanov, Sofyen Gharbi, Abeer Mohamad Alhussein, Dorothea Hamacher, Brunhilde Lange, (hinten von links) Jawad Salehi, Jochem Hamacher, Monzer Shaaoudi und Wilko Vöge. Foto: Lange-Michael

Dank an Menschen, die ehrenamtlich tätig sind

Gudensberg. Wer in Gudensberg und seinen Stadtteilen ehrenamtlich politisch tätig ist, der wird heute einen ungewöhnlichen Brief in der Post haben. Denn der Verein Mach-Mit, der sich ehrenamtliches Engagement, aber auch eine bessere Integration der vielen verschiedenen Nationalitäten vor Ort auf die Fahnen geschrieben hat, bedankt sich in dem Brief bei allen Kommunalpolitikern für ihren Einsatz.

„Wir möchten Ihnen heute ein herzliches Dankeschön für Ihr vielfältiges ehrenamtliches Engagement in der Gudensberger Kommunalpolitik aussprechen“, heißt es in dem Schreiben, das Stadtverordnete, Magistratsmitglieder, Ortsvorsteher und -beiräte erhalten werden.

Dass der Brief gerade jetzt geschrieben wurde, ist kein Zufall, denn am heutigen Dienstag, 5. Juni, ist der „Tag der Vielfalt“, den die Charta der Vielfalt ins Leben gerufen hat (siehe Hintergrund). Mach-Mit hat als Verein die Charta unterzeichnet und unterstützt das Engagement der Charta, die sich für ein vorurteilsfreies Miteinander einsetzt.

„Wir haben überlegt, was wir zum Tag der Vielfalt als Aktion machen können und sind auf die Idee mit dem Brief gekommen“, sagt Jochem Hamacher vom Vorstand des Vereins.

„Wir wünschen uns eine weiterhin lebendige Kommunalpolitik.“

Jochem Hamacher

Denn zum einen wolle man auf die große Bedeutung des Ehrenamts auch in der Kommunalpolitik hinweisen: Demokratie sei auf diese Art der Mitarbeit unverzichtbar angewiesen. Leider gebe es inzwischen zu wenige, die sich politisch einsetzten.

Zum anderen sei es auch der Kommunalpolitik vor Ort zu verdanken, dass die Vielfalt, die es in Gudensberg mit seinen Menschen aus 64 Nationen gebe, als Gewinn und Normalität angenommen werde. Die hauptsächlich ehrenamtlich zu verantwortende lokale Politik habe Strukturen geschaffen, mit denen man den neuen nachbarschaftlichen Herausforderungen begegnen könne.

„Für das Zusammenleben in Gudensberg sind zum Beispiel die beiden hauptamtlichen Integrationsberater Sofyen Gharbi und Biser Ivanov sehr wichtig“, betont Hamacher. Sie könnten viele Konflikte schon zu Beginn erkennen und auflösen. Sie fungierten als unverzichtbare Ansprechpartner für Gudensberger aller Nationalitäten.

„Wir wünschen uns eine weiterhin so lebendige Kommunalpolitik“, heißt es in dem Brief. Dieses ehrenamtliche Engagement nehme in seiner Vielfalt, seinen Diskursen und seiner gemeinsamen Meinungsbildung einen hohen Stellenwert ein – gerade jetzt müsse man der derzeitigen populistischen Stimmungsmache entgegenwirken, die „unsere Demokratie und unser Leben in seiner Vielfalt und Pluralität zu entwerten versucht“.

Große Unternehmen riefen 2006 die Charta der Vielfalt ins Leben

Die Charta der Vielfalt ist eine 2006 veröffentlichte Selbstverpflichtung und ein Verein (seit 2010) unter Schirmherrschaft der Bundeskanzlerin, der sich für ein vorurteilsfreies Arbeitsumfeld einsetzt.

Mit der Unterzeichnung der Charta erklären Arbeitgeber, dass sie Chancengleichheit für ihre Beschäftigten herstellen beziehungsweise fördern werden. 2017 gibt es rund 2700 Unterzeichner, neben Großkonzernen auch kleine und mittlere Unternehmen, akademische und soziale Einrichtungen sowie Behörden.

Auch die Kreisverwaltung Schwalm-Eder hat sie unterzeichnet. Bedeutsame Projekte der Charta der Vielfalt sind der jährlich wiederkehrende bundesweite Deutsche Diversity-Tag, der dieses Jahr am heutigen 5. Juni begangenen wird, sowie die Diversity-Konferenz im November.

Ziel der Charta ist es, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem alle Beschäftigten die gleiche Wertschätzung und Förderung erfahren, unabhängig von Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter sowie sexueller Orientierung und Identität.

Kritiker werfen verschiedenen Unterzeichnern vor, die Charta der Vielfalt einzig zur Verbesserung ihres Images statt zur aufrichtigen Anerkennung und Wertschätzung von Vielfalt zu nutzen. (ula)

Quelle: wikipedia

Unter www.charta-der-vielfalt.de findet man den Wortlaut der Charta

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