Tiere werden schwerer

Schlachterei in Gudensberg: 100.000 Hähnchen sollen pro Tag sterben

Interesse an Geflügelschlachtbetrieb: 150 Besucher kamen zum Info-Abend in Gudensberg. Foto: ula

Gudensberg. In der einzigen hessischen Geflügelschlachterei in Gudensberg sollen künftig etwa 100.000 Hähnchen täglich geschlachtet werden, an sechs Tagen der Woche. Die Menge des produzierten Fleisches wird sogar nahezu verdoppelt, weil die Tiere schwerer werden.

Peter Poortinga, Vorstand des niederländischen Unternehmens Plukon, bestätigte das am Dienstag. Die Stadt Gudensberg hatte zu dem Informationsabend eingeladen, um über die Pläne zu berichten und Gelegenheit für Nachfragen und Kritik zu schaffen.

Etwa 150 Besucher hörten sich an, was Poortinga und Betriebsleiter Frans van Zwolle erläuterten. Danach soll auf einem eigenen Grundstück eine neue Abluftbehandlungsanlage errichtet werden, um Geruchsbelästigungen zu minimieren, unter denen Gudensberg seit Jahren leidet. Diese Anlage ist eine Auflage der Genehmigungsbehörde beim Regierungspräsidenten in Kassel.

Die Gudensberger Stadtverordneten werden sich in der nächsten Parlamentssitzung am 17. Oktober mit der Rahmenplanung für diese Anlage beschäftigen. Das kündigte Bürgermeister Frank Börner an. Die Stadt müsse der Planung zustimmen, sonst könne die Anlage nicht gebaut werden. Für die Schlachterei könnte das sogar letztlich das Aus bedeuten, meinte der Bürgermeister. „Wir müssen Für und Wider abwägen“, sagte er.

Deutliche Kritik an der industriellen Fleischproduktion durch Unternehmen wie Plukon äußerten fast alle Fragesteller am Dienstag. Dabei konzentrierte sich die Ablehnung auf die Massentierhaltung in den Mastbetrieben, von denen auch in der Region immer mehr entstanden seien. „Ich will Plukon weder hier noch anderswo, weil die Firma ein Synonym für nicht akzeptable Tierhaltung ist“, brachte es Gerd Kipper (Fritzlar) auf den Punkt.

Die Bürgerinitiative Chattengau gegen Massentierhaltung verteilte Info-Broschüren.

Von Ulrike Lange-Michael

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