Haus für Tanz und Musik: Paar will katholisches Gemeindehaus kaufen

Sie hoffen, dass es bald losgehen kann: Evelin Stadler und Frank Gerhardt möchten das Gemeindehaus erwerben und für ihre beruflichen Zwecke nutzen. Sie ist diplomierte Tänzerin, er Komponist und Dozent an der Kasseler Musikakademie. Fotos: Lange-Michael

Gudensberg/Wichdorf. Seit Jahren suchen Evelin Stadler und Frank Gerhardt rund um Kassel ein Gebäude, in dem sie arbeiten können. Jetzt haben sie in Gudensberg eins gefunden.

Es sollte ein Gebäude sein, das ihren Platzansprüchen genügt. Denn die Tänzerin und Choreographin benötigt ausreichend Platz, der Musiker und Komponist einen Raum für den Flügel.

„Wir dachten, es sei bei dem Leerstand kein Problem, aber wir haben uns geirrt“, sagt Frank Gerhardt. Es erwies sich als schwierig, tatsächlich fündig zu werden. Umso mehr freuten sie sich, als sie davon hörten, dass das katholische Gemeindehaus in Gudensberg eventuell zum Verkauf stehe.

Der Zufall. „Da haben wir per Zufall von gehört, denn wir sind in der Kirchengemeinde selbst aktiv“, erzählt Evelin Stadler. Sie habe im Don-Bosco-Haus schon mit Kindern gearbeitet und kenne die Räumlichkeiten. Und auch die Möglichkeiten, die es bietet. Der große Saal eignet sich für Tanz und Bewegung, es gibt Räume für ein Musikatelier und den Flügel, um dort zu komponieren, alles liegt auf einer Ebene, der Saal hat eine kleine Bühne, es gibt Toiletten und eine kleine Küche.

Für die katholische Kirchengemeinde zu teuer: das Don-Bosco-Haus in Gudensberg, für das sich die Künstler interessieren.

Im Pfarrgemeinderat hat man sich bereits vor Monaten damit befasst, was mit dem Gebäude passieren soll. Der Weiterbetrieb sei zu teuer, aufwendige Sanierungen und Umbauten wären zudem erforderlich, sagte Pfarrer Simon Graef. Eine Nutzung als Künstlerhaus, wie es Stadler/Gerhardt vorschwebt, würde gut zur Kirchengemeinde passen, deren Kirche und Pfarrhaus nebenan liegen.

Das Baurecht. In den vergangenen Wochen erlebte das Paar, das zurzeit noch in Niedenstein-Wichdorf wohnt, was es bedeutet, mit baurechtlichen Themen zu tun zu haben. Und wie sich Planungs- und Genehmigungsverfahren in die Länge ziehen können. „Wir dachten im Frühjahr, das geht jetzt schnell“, erzählen sie.

Aber über neue Bebauungspläne, die erforderlich wurden, über Verkehrsprobleme und Lärmgutachten verging die Zeit. „Aber wir hoffen, dass noch alles klappt“, sagen sie optimistisch. Schließlich würden sie auch gerne neben dem Don-Bosco-Haus ein Wohnhaus bauen und nach Gudensberg ziehen, zusammen mit ihrem Sohn.

Das Künstlerhaus. Das Künstlerhaus, das sie sich vorstellen, werde übrigens in der Hauptsache kein Veranstaltungsort sein. Eher ein Atelierhaus, das sich auch mal öffnet für besondere Ereignisse. „Das muss sich ergeben, vielleicht auch in Kooperation mit anderen“, sagt Stadler. Sie brauchen einen langen Atem - aber den haben sie wohl auch.

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