Hoffnung statt Qual

Wie eine Frau den Völkermord in Ruanda überlebte

Sie erlebte und überlebte das Grauen des Völkermordes in Ruanda: Denise Uwimana-Reinhardt (hier mit ihrem Mann Dr. Wolfgang Reinhardt) stellte ihr Buch vor. Foto: Eberlein

Gudensberg. Es ist keine schöne Geschichte, die Denise Uwimana-Reinhardt zu erzählen hat. Viel Leid, Elend und Tod hat sie gesehen, vieles auch am eigenen Leib erfahren. In ihrem Buch berichtet sie davon.

Die 50-Jährige war 1994 mitten im Geschehen des Völkermordes in Ruanda, als eine gesamte Volksgruppe verfolgt, gequält und getötet wurde.

In dieser Woche berichtete sie zusammen mit ihrem Mann Dr. Wolfgang Reinhardt zu Gast im Gemeindezentrum der Gemeinde Gottes in Gudensberg von ihren Erfahrungen und stellte ihr Buch vor.

Sie stand gerade vor der Geburt ihres dritten Sohnes, als die Milizen der Hutu - eine der drei Volksgruppen Ruandas, die es sich zum Ziel gesetzt hatten, die Tutsi auszurotten und in kürzester Zeit über eine Million Menschen töteten - ihr Haus stürmten und den größten Teil ihrer Familie umbrachten. Ihr damaliger Mann war bereits zuvor gefangen genommen und getötet worden, wie und wo, dass weiß Denise Uwimana-Reinhardt nicht.

Sie rettete sich mit zwei Cousins in das Haus einer Nachbarin, gebar dort unter unermesslicher Angst ihr Kind und hielt sich versteckt. Als die Angreifer auch dieses Haus stürmten, wurden die letzten Mitglieder ihrer Familie getötet. Wie durch ein Wunder hat sie mit ihren drei Kindern überlebt.

„Es war Gott, der mir geholfen hat“, daran glaubt die 50-Jährige fest, obwohl sie in dieser schweren Zeit sehr von Gott enttäuscht gewesen sei. Heute ist daraus Freude und Hoffnung geworden. Hoffnung für die, die überlebt haben und Freude darüber, was sich mittlerweile verändert hat in Ruanda. Die verfeindeten Volksgruppen gibt es nicht mehr. Die Einwohner Ruandas sehen sich als ein Volk und sind bestrebt, ihr Land aufzubauen.

Um den Witwen und Waisen des Völkermordes zu helfen, hat Denise Uwimana-Reinhardt den Verein Iriba Shalom International gegründet. Durch die Spenden, die der Verein sammelt, werden Hilfsprojekte in Ruanda unterstützt. Außerdem fördert der Verein Patenschaften mit Menschen in Ruanda. Damit die furchtbaren Ereignisse nicht in Vergessenheit geraten, hat Denise Uwimana Reinhardt ihr Buch „Mit Gott in der Hölle des ruandischen Völkermords“ geschrieben. Ihre Geschichte und die Geschichte Ruandas hält das Ehepaar Reinhardt durch Vorträge in Gemeinden, Schulen und Universitäten lebendig.

• Der Verein Iriba Shalom International kann durch Spenden unterstützt werden: IBAN DE86 520604100000810444, Evangelische Bank. 

Von Christl Eberlein

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