Interview: Kabarettistin Solga in Gudensberg im Auftrag der Kanzlerin unterwegs

Nicht K.o. zu kriegen: Die Kabarettistin Simone Solga teilt auf der Bühne kräftig aus. Foto: Pressefoto/nh

Kabarettistin Simone Solga macht mit ihrem Programm am Sonntag, 24. April, Halt im Bürgerhaus in Gudensberg. HNA-Volontär Axel Schürgels sprach im Vorfeld mit ihr über den „Auftrag“ der Bundeskanzlerin und Humor in Zeiten von Krisen.

Sie sind mit Ihrem Programm „Im Auftrag Ihrer Kanzlerin“ auf den Bühnen Deutschlands unterwegs. Welchen Auftrag hat unsere Kanzlerin Ihnen denn mitgegeben? 

Simone Solga: Einen ganz gewaltigen, der die Gudensberger vor eine große Herausforderung stellen wird. Welcher Auftrag das konkret ist, werde ich nicht preisgeben. Das muss ich den Menschen direkt sagen.

Warum haben Sie sich Angela Merkel als zentrale Figur in ihrem Programm ausgewählt? 

Solga: Ich bin als Souffleuse von Angela Merkel seit Jahren unterwegs. Dennoch: Angela Merkel hat nicht so eine zentrale Rolle im Programm. Sie bildet eine Klammer, und natürlich kommt man in vielen Fragen an ihr nicht vorbei. Besonders jetzt, wo man bisher immer dachte, dass sie alles aussitzt und man sich nicht aufregen muss, da man sich auf sie verlassen kann. Und mit einmal hat sie so eine Wendung vollzogen und in der Flüchtlingsfrage so eisern und strikt reagiert. Es ist reizvoll, dass in dem Programm mal zu beleuchten.

Sind die Leute nach mehr als zehn Jahren Merkel nicht irgendwann „Merkel-Müde“? 

Solga: Sicher, das kommt ja bei allen Kanzlern, die lange Zeit da waren. Über die Jahre wird ein Kanzler über gewisse Dinge auch mal stolpern. Ich glaube nicht, dass es unbegrenzt möglich ist, auf einer Sympathiewelle zu schweben. Nun hat sie sich weit aus dem Fenster gelehnt, zum Beispiel in der Flüchtlingsfrage und die Bevölkerung gespalten. Das wird sehr spannend, ob sie noch mal gewählt wird. Da bin ich selber sehr neugierig - auch, ob sie nochmal antritt. Ich denke ja. Es mangelt ja auch an Alternativen.

Sind es eher die agierenden Personen, die Sie interessieren, oder das Drumherum im politischen Berlin? 

Solga: Natürlich geht es auch um einzelne Personen. Politiker machen Wahlkampf und kämpfen um jeden Wähler - wobei ich da immer lache und sage: Wenn ihr eine gute Politik macht, müsst ihr ja nicht kämpfen. Dann rennen die Leute euch die Bude ein. Als Kabarettist muss ich gucken, wo sie gelogen haben, wo sie übertrieben haben und ob sie was nicht oder falsch getan haben. Aber es geht nicht nur um Namen, sondern um die ganze Bundespolitik.

In Ihrem Programm „kratzen“ Sie nicht nur, Sie „schlagen zu“: Wer hat es besonders verdient? 

Solga: Ich finde die Grünen, die SPD, auch Horst Seehofer und die CDU eigentlich auch. Alle, die von sich Reden machen, die sich weit aus dem Fenster lehnen, die den Mund zu voll nehmen, die haben es verdient, dass man mal kurz „zuschlägt“.

Worauf können sich die Zuschauer in ihrem Programm freuen? 

Solga: Die Zuschauer kriegen ein tagesaktuelles Programm. Es ist sehr lustig, die Leute lachen unglaublich viel. Es ist befreiend. Man kann sich dem Thema Flüchtlinge zum Beispiel auch befreiend und lachend widmen, und ich glaube, durch dieses gemeinsame Lachen entsteht eine Art Solidarität und ein gutes Gefühl im Saal. Man geht beschwingt, auch nachdenklich heim.

Finanzkrise, Flüchtlingskrise, hier ein Gipfel, dort ein Gipfel: Themen, bei dem einen das Lachen vergeht. Wie schaffen Sie es, dass es trotzdem humorig wird? 

Solga: Das ist meine Art von Humor. Ich arbeite auch mit Überraschungen. Es passieren sehr viele Sachen nebenbei, die den Abend lebendig machen. Das Beste ist, mit Humor den Dingen entgegenzutreten, weil man sonst verrückt werden würde. Auch im Alltag. Es gibt viele Dinge, die in die eine oder andere Richtung kippen. Man kann die Sache ja nicht ändern. Ein frecher, witziger Spruch entkrampft. Wenn man lacht, kann man nicht krank werden.

Viele rücken derzeit von der Kanzlerin ab. Bleiben Sie auch in Zukunft der Kanzlerin treu? 

Solga: Solange sie Kanzlerin ist, werde ich ihr dienen. Und dann eben dem Nächsten. Also arbeitslos werde ich nicht, sei es als Souffleuse oder als Kabarettistin.

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