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Der Wahnsinn auf der Bühne: Kulturstall Deute zeigt englische Komödie – Fünf Open-Air-Vorstellungen

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Von: Ulrike Lange-Michael

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Auf dem Foto ist ein Mann zu sehen.
Die Proben für die englische Komödie „Der nackte Wahnsinn“ des Kulturstalls Deute sind in vollem Gange. Lukas Michael probt hier am Telefon. © Karl-Heinz Mierke

Endlich geht es wieder los: Der Kulturstall Deute probt für kommende Veranstaltungen.

Deute – Endlich wieder gemeinsam spielen, proben, Text lernen, miteinander agieren: Die Amateurschauspieler des Kulturstalls Deute fiebern der Premiere ihres neuen Stücks entgegen, die am 24. Juni auf dem Löwenhof in Deute, dem traditionellen Spielort, stattfinden wird.

Nach Coronapause und dem experimentellen „Warten auf Godot“, das 2021 rein digital gezeigt wurde, führt die Truppe die Komödie „Der nackte Wahnsinn“ des britischen Autors Michael Frayn aus dem Jahr 1982 auf. Die Inszenierung übernimmt wieder Schauspieler und Regisseur Thomas Hof.

Die Ambivalenz zwischen Wille zur Zusammenarbeit und Vorrang des eigenen Befindens führt immer wieder zu kritischen Situationen

Das Theaterspiel selbst, die Vorbereitungen einer Tourneetruppe sowie Generalprobe und eine Vorstellung bilden den Rahmen der dramatischen Handlung: Die Deuter Akteure spielen Schauspieler, die in individuellen Stimmungen, Beziehungen, Einstellungen zueinander agieren. Sie müssen gemeinsam arbeiten, um erfolgreich auftreten zu können, klar, aber jeder hat halt seine Eigenarten, Vorlieben und Animositäten. „Eigentlich wollen sie nur Theater spielen und ihre Sache gut machen“, sagt Regisseur Thomas Hof. Aber die Ambivalenz zwischen Wille zur Zusammenarbeit und Vorrang des eigenen Befindens führt immer wieder zu kritischen Situationen.

Das sei beispielhaft für die heutige Gesellschaft, meint Hof: Warum fällt es uns so schwer, die eigenen Interessen mal hinten an zu stellen, das Gemeinwohl wichtiger zu nehmen als die eigenen Ansprüche? Wenn sich jeder so extrem wichtig nehme, werde die ganze Welt zur Groteske, ebenso wie die Theaterbühne. Eben der nackte Wahnsinn.

Spannend sei es, wenn die Akteure versuchten, durch Kompromisse und Diskussionen einen Konsens zu erreichen

„Diese Ambivalenz reizt mich an dem Stück“, sagt Hof. Jeder sei eigentlich am Ende, aber alle spielten tapfer weiter. Und es werde deutlich, was passiere, wenn die Fliehkräfte zu stark würden. Spannend sei es, wenn die Akteure versuchten, durch Kompromisse und Diskussionen einen Konsens zu erreichen. „Das ist ja auch im realen Leben so“, meint Thomas Hof: Es werde kopflos agiert, aber auch nach Lösungen gesucht.

Da entstehe Komik, die schnell zur Farce werden könne.

Der nackte Wahnsinn: Auftakt findet am Freitag, 24. Juni, statt

Das Stück: „Der nackte Wahnsinn“ von Michael Frayn, geschrieben 1982. Im 1. Akt stehen die Mitglieder einer Theatergruppe auf der Bühne, gezeigt wird die Generalprobe ihres neuen Stücks. Die einzelnen Typen werden vorgestellt, ihre Beziehungen zueinander, ihre Animositäten. Die Probe geht richtig in die Hose.

Im 2. Akt dann verkehrte Welt: Die Truppe spielt das Stück inzwischen seit einigen Wochen. Aber vorne auf der Bühne ist zu sehen, was hinter dem Bühnenbild, im rückwärtigen Teil des Theaters passiert, das, was sonst unsichtbar für die Zuschauer: Neid, Streit, Liebschaften in der Truppe. Und immer müssen die Schauspieler von hinten nach vorn wechseln, von der realen in die fiktive Welt.

Die Termine: Die Premiere ist am Freitag, 24. Juni, auf dem Löwenhof in Deute, Beginn ist um 20.30 Uhr. Weitere Vorstellungen folgen am 25. Juni, 20.30 Uhr, Löwenhof Deute; am Freitag, 22. Juli, im Kurpark Bad Zwesten, Beginn: 19.30 Uhr; am 29. und 30. Juli, jeweils 20.30 Uhr, auf der Märchenbühne in Gudensberg.

Karten gibt es im Vorverkauf im Internet unter shop.kulturstall.de und in Gudensberg bei Papier+Bleistift zu kaufen, Preis: 12 Euro.

Für die Aufführung in Bad Zwesten kann man Tickets nur über das Tourismusbüro in Bad Zwesten erwerben. (Ulrike Lange-Michael)

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