Kulturstall Deute spielt Dürrenmatts „Besuch der alten Dame“

Sie kommt als Wohltäterin und Rachegöttin ins verarmte Dorf: Die „alte Dame“ (links, Susann Spriestersbach) stellt die Einwohner vor eine schwere Entscheidung. Probenszene des Kulturstalls Deute, der mit dem Stück am 8. Juni Premiere hat. Foto: Karl-Heinz Mierke

Premiere findet am 8. Juni im Löwenhof statt

Deute. Es ist die große Leidenschaft fürs Spielen, der uneitle Umgang miteinander, die Offenheit für Ideen und Vorschläge, die Patrizia Schuster an ihrem Ensemble besonders hervorhebt. „Allen geht es zentral um das Stück, um die Aufführung“, sagt sie – und das sei in Schauspielerkreisen nicht selbstverständlich angesichts der manchmal übergroßen Egos der Darsteller.

Aber sie sind ja auch Amateure, die Mitglieder der Laienspieltruppe des Kulturstalls Deute, mit denen die 31-jährige Regisseurin zurzeit die Tragikomödie „Der Besuch der alten Dame“ einstudiert. Das Drama, das aus der Feder des Schweizer Autors Friedrich Dürrenmatt stammt, passt in die Reihe der Klassiker, die von den Deutern im Löwenhof und weiteren Spielorten der Region gezeigt werden. Treu bleibt sich der Verein auch in seinem Anspruch, professionell angeleitet zu werden. Nach den Schauspielern Gerhard Fehn, Cecile Kott, Georg Luibl und Thomas Hof wird es diesmal Patrizia Schuster sein, die mit den Laien die Inszenierung erarbeitet.

„Mit einem Amateurverein mache ich das in diesem Umfang zum ersten Mal“, sagt die junge Frau, die in Berlin lebt und Theater leidenschaftlich liebt. Allerdings will sie Taktgeberin sein, das Spiel und seine Schwerpunktsetzung bestimmen – und nicht selbst mitspielen.

Toll findet sie, dass sie in Deute einen Klassiker von Dürrenmatt inszenieren kann. Dafür gebe es für eine junge Regisseurin wie sie an den herkömmlichen Theatern kam eine Chance. „Als Nachwuchskraft soll man sich da immer mit neuen Stücken beschäftigen“, so ihre Erfahrung.

Superspannend ist es für Patrizia Schuster außerdem, eine Geschichte, in der die Verfassung einer Dorfgemeinschaft die zentrale Rolle spielt, in einer ländlichen Region wie Nordhessen zu interpretieren. Wie wichtig ist den Bewohnern die Gemeinschaft? Fühlen sie sich abgehängt, vergessen? Was sind sie bereit zu tun, damit es ihnen besser geht? Werden sie den Einzelnen opfern zum Wohl aller?

Viele Fragen, denen Ensemble und Regisseurin nachspüren. Zurzeit ist jedes Wochenende Probenzeit, da die 31-Jährige nur am Wochenende aus Berlin anreisen kann.

„Ein Theaterstück erfindet sich jeden Abend neu“, sagt Schuster, auch das Publikum sei daran beteiligt, wie ein Stück auf der Bühne gespielt wird. Sie freut sich auf die Premiere, die am 8. Juni auf dem Löwenhof stattfinden wird.

Die Aufführungen

Premiere: 8. Juni, 20.30 Uhr, Löwenhof in Deute, Open-air; weitere Vorstellungen: Samstag, 9. Juni, Löwenhof, 20.30 Uhr, Open-air; Freitag, 15. Juni, Augustinum in Kassel-Bad Wilhelmshöhe, 19 Uhr; Freitag, 22. Juni, Kurpark Bad Zwesten, 20 Uhr, Open-air; Samstag, 11. August, Museumshof Gensungen, 20.30 Uhr, Open-air; Samstag, 25. August, 20 Uhr, und Sonntag, 26. August, 18 Uhr, Märchenbühne Gudensberg, Open-air; Freitag, 21. September, 20 Uhr, Kulturscheune Fritzlar; Samstag, 22. September, 20 Uhr, Edertal-Bergheim; Freitag, 5. Oktober, 20 Uhr, Bahnhof Wabern; Samstag, 6. Oktober, 20 Uhr, Bürgerhaus Gudensberg.

Die Eintrittskarten kosten 12 Euro, sie sind (bis auf Fritzlar) auf der Seite shop.kulturstall.de im Internet und in der Buchhandlung Holetz in Gudensberg erhältlich.

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