Weihnachtswunsch

Lennard (8) erkundete die Theatertechnik im Kasseler Staatstheater

Wunsch wurde wahr: Es war Lennards größter Wunsch die Technik hinter einer Theaterproduktion kennen zu lernen. Bei seinem Besuch konnte er sogar selbst die Scheinwerfer steuern. Fotos: Geier

Gudensberg. Der Vorhang geht auf und der achtjährige Lennard aus Gudensberg hat nur noch Augen für die Scheinwerfer.

Die Darsteller interessieren ihn kaum. Er fragt sich eher, was passiert hinter den Kulissen?

Einmal die Technik einer Theaterproduktion erkunden, das war Lennards größter Weihnachtswunsch und die HNA zusammen mit dem Kasseler Staatstheater erfüllten dem jungen Gudensberger diesen Wunsch. Mit der ganzen Familie ging Lennard auf Erkundungstour. Abteilungsleiter Albert Geißel führte die kleine Gruppe die Gänge entlang hinter die Bühne: Riesige Kulissen ragen aus dem Boden, Stahlgerüste mit mehreren Scheinwerfern türmen daneben. Von denen ist Lennard überwältigt.

Den Kopf in den Nacken gelegt und mit großen Augen schaut sich Lennard um. Es sind die Kulissen von Wolfgang Amadeus Mozarts Zauberflöte, die im Staatstheater nach zweijähriger Pause wieder auf die Bühne kommen. Deshalb hatten gerade die Techniker beim Besuch viel zu tun, denn alles muss in seinen Urzustand zurück. „Das Licht bildet die Atmosphäre und die muss genauso sein, wie vor der Pause“, erklärt Geisel. Alles muss wieder perfekt ausgeleuchtet sein und bei dieser Lichtprobe schaut der Achtjährige fasziniert zu.

Faszination Licht 

Lennard ist schon sein gesamtes Leben lang von Licht und Lampen fasziniert. Papa Thomas Naumann hat sich an die Leidenschaft seines Sohnes gewöhnt: „Sein erstes Wort war Licht und seitdem kennt er nichts anderes.“ Oma Reinhild freut sich über die Leidenschaft ihres Enkels und erzählt: „Eine Nachbarin hat ihm ein paar Euro gegeben, damit er sich ein Eis kaufen konnte, aber mit einer Glühbirne kam er wieder.“

Mit einem Fingerdruck: Michael Wolfram (links) zeigt Lennard die verschiedenen Lichttechniken.

Zuhause verfügt Lennard über seine eigene Scheinwerfersammlung, mit der er regelmäßig experimentiert. Dann holt er auch mal die Nebelmaschine raus, „dann gehen die Rauchmelder los“, sagt Opa Werner. Als Stellwerksbeleuchter Michael Wolfram diese Geschichte hört, zuckt er nur mit den Schultern: „Wenn man so etwas mit acht Jahren macht, dann endet man mit Sicherheit hinter der Bühne. Wenn wir die Nebelmaschine starten, sind die Rauchmelder deaktiviert.“ Dies sei möglich, weil laut Vorschrift bei jeder Vorstellung zwei Feuerwehrmänner anwesend sein müssen.

Im Technikraum, wo alle Scheinwerfer gesteuert werden, ist Lennard in seinem Element. Viele Details der vorhandenen Technik kennt er bereits und beeindruckt die erfahrenen Techniker mit seinem Wissen.

Zum ersten Mal in seinem Leben sitzt er an einem Pult mit hunderten von Tasten und Regler, kann hunderte Scheinwerfern kontrollieren und die Kulissen des Staatstheaters in ein buntes Licht tauchen.

Von Christiane Geier

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