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Rückhaltebecken als Schutz: Vorbeugende Maßnahmen bei Starkregen in Maden in Arbeit

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Von: Cora Zinn

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Auf dem Foto ist Natur zu sehen.
Solche schrecklichen Aufnahmen soll es nicht mehr geben. Dieses Foto entstand bei der Überflutung des Goldbachs 2019 in Maden. © Dorothea Wagner

Ein Rückhaltebecken für den Gudensberger Stadtteil Maden soll so schnell wie möglich gebaut werden.

Maden – In der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Gudensberg ist das wichtige Thema „Goldbach bei Maden – Starkregengefahren-Prävention“ einen Schritt vorangekommen. Es wurde einstimmig beschlossen, dass ein Rückhaltebecken im Bereich der alten Kläranlage Gudensberg schnellstmöglich errichtet werden soll. Die Kosten werden auf 430 000 Euro geschätzt.

Der Förderantrag beim Land Hessen wurde bereits gestellt. Der erwartbare Fördersatz liege bei etwa 70 Prozent.

Doch das Geld dafür gibt es erst, wenn eine Starkregengefahrenkarte erstellt wurde. Damit hat die Stadt das Ingenieurbüro Unger aus Homberg beauftragt.

Der größte Teil des Goldbachzuflusses findet zwischen Gudensberg und Maden statt. Die Zuflüsse aus den Gebieten „Birnenallee und Umgebung“ und „Breslauer Straße/Schweriner Weg“ machen den größten Anteil der Wassermengen aus.

Der Magistrat will schnell handeln – Überflutungen wie 2019 sollen nicht mehr solche Probleme machen

Der Magistrat muss schnell handeln, denn in den vergangenen Jahren gab es zahlreiche Wasserschäden in Maden – trotz vorhandener Baumaßnahmen. Es kam immer und immer wieder zu Überflutungen, Wasser spülte in den Ort und schwappte in die Keller der Madener. Das Thema Starkregen im Stadtteil Maden stand bei Gudensbergs Bürgermeisterin Sina Best schon bei ihrem Amtsantritt ganz oben auf der Liste. Nun aber will sie Taten folgen lassen.

„Ich war nicht dabei, als Keller vollliefen. Ich will aber versuchen, die Gefahren für Madener abzumindern“, sagt sie. Die Menschen in Maden sollen ein höheres Sicherheitsgefühl bekommen, fügt sie an. Ziel wird es sein, die vorhandene Hochwassergefahr für die Zukunft zu verringern. Dafür soll das Rückhaltebecken gebaut werden, das laut einer Studie die bisherige Wassermenge auf weniger als zehn Prozent des bisherigen Volumens senken kann.

Der Magistrat wird nun beauftragt, die übrigen Details und Kosten-Nutzen-Relation zu prüfen. Das will er mit weiterer Unterstützung des Ingenieurbüros Unger tun.

Auf dem Foto ist ein Gitter zu sehen.
Eine Schräge sollte damals erst mal helfen: Das Schutzgitter am Einlauf des Goldbachs in den unterirdischen Verlauf wurde neu konstruiert. So sollte bei Starkregen ein Rückstau vermieden werden. © Stadt Gudensberg

Maden: Erhöhung von Zufahrtswegen kann auch helfen – Anwohner sollen sich auch selbst schützen

Die Verrohrung des Goldbachs in Maden ist weniger leistungsfähig, als es bei großen Starkregenereignissen notwendig wäre, um das gesamte Wasser ohne Schaden abzuführen.

An zwei Stellen ist die Hochwassergefahr am größten: Die Zuflüsse aus den Gebieten „Birnenallee und Umgebung“ und „Breslauer Straße/Schweriner Weg“ machen bei einem hundertjährigen Regenereignis etwa ein Viertel der gesamten Wassermenge aus, die nach Maden gelangt. Die vorhandene Hochwassergefahr soll in der Zukunft verringert werden – mit einem Rückhaltebecken im Bereich der alten Kläranlage Gudensberg. Kostenpunkt: 430 000 Euro.

Doch ein Rückhaltebecken allein reicht nicht aus. Das beauftragte Ingenieurbüro Unger aus Homberg teilt in einer Mitteilung mit, dass die Madener selbst auch ihren Beitrag dazu leisten können, wenn nicht sogar müssen. Die Starkregengefahrenkarten sollen auch für private Eigentümer oder Gewerbetreibende eine Grundlage für eigenständige Handlungskonzepte sein.

Rückhaltebecken und Maßnahmen der Hauseigentümer wären eine sicherere Sache

Die Vorschläge beziehen sich in der Regel auf bauliche Maßnahmen, wie die Erhöhung von Zufahrtswegen oder Lichtschachtsicherungen der Kellergeschosse.

Das Homberger Büro hat in der Studie erarbeitet, dass die Kombination von Gründächern und dem zentralen Regenrückhaltebecken einen Überflutungsschutz wie bei einem hundertjährigen Starkregenereignis bieten würden. Die gedrosselte Abgabe des Regenwassers aus dem Becken wäre laut Unger kleiner als der derzeit natürlich anfallende Abfluss.

Solche Überflutungen wie am 12. Juli 2019 in Maden, als die Feuerwehren ausrücken mussten, solle es nach Möglichkeit nicht mehr geben. Vor allem aber sollen sich die Madener nie so hilflos fühlen, wie die Bürger im Ahrtal bei der schlimmen Flutkatastrophe im Juli 2021, bei der 133 Menschen starben. (Cora Zinn)

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