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Solidarität mit den Menschen in der Ukraine – Nordhessen zeigt Flagge

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Von: Christina Zapf, Cora Zinn

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Mahnwache vor dem Rathaus in Gudensberg: 450 Menschen waren anwesend, hielten kleine ukrainische Flaggen in der Hand und Schilder hoch.
Mahnwache vor dem Rathaus in Gudensberg: 450 Menschen stellten sich gegen den Krieg in der Ukraine. © Peter Zerhau

Der Krieg in der Ukraine beschäftigt die Menschen. Am Wochenende haben einige an einer Mahnwache in Gudensberg teilgenommen, andere entzündeten Kerzen auf dem Marktplatz in Homberg.

Fritzlar-Homberg – Der Krieg lässt auch die Menschen im Schwalm-Eder-Kreis nicht kalt. Am Wochenende haben einige an Kundgebungen und Mahnwachen teilgenommen – etwa in Gudensberg.

Außerdem entzündeten Menschen auf dem Homberger Marktplatz Kerzen für Frieden in der Ukraine.

Mahnwache gegen Krieg in Gudensberg: Menschen zeigen Solidarität mit Partnerstadt in der Ukraine

450 Menschen zeigten am Samstag bei einer Mahnwache vor dem Rathaus in Gudensberg ihre Anteilnahme am Schicksal der Menschen in der Ukraine. Das Land steht seit Donnerstag unter russischem Beschuss. Vor dem Rathaus ist schon seit einigen Tagen die ukrainische Flagge gehisst.

Gudensberg hat eine innige Städtepartnerschaft mit der Stadt Schtschyrez in der West-Ukraine nahe Lwiw (Lemberg). Dort sind auch schon russische Raketen gelandet. Der Gudensberger Partnerschaftsverein hatte ein Banner aufgestellt: „Solidarität mit der Ukraine. Frieden für Freundschaften“. Vertreter aus der Politik sowie Bürger brachten ihre Bestürzung über den Einmarsch Russlands zum Ausdruck.

Forderung in Gudensberg: Krieg in der Ukraine muss sofort beendet werden

Die Veranstalter forderten die sofortige Beendigung des Krieges in Europa. Sichtbar betroffen war Ingbert Radloff, Vorsitzender des Gudensberger Partnerschaftsvereins: „Den russischen Angriff auf die Ukraine verurteilen wir auf das Schärfste. Wir sind mit allen Gedanken bei unseren Freunden.“ Der Verein will ihnen unmittelbar helfen: „Wir bieten ab sofort ein Spendenkonto an und organisieren Hilfsgüter und deren Lieferung“, sagte Radloff.

Gudensbergs bisheriger Bürgermeister Frank Börner, der die Städtepartnerschaft mit der Stadt Schtschyrez maßgeblich aufgebaut hat, berichtete von seinen Kontakten: „Ich telefoniere täglich mit unseren Freunden in der Ukraine. Sie brauchen nicht nur gute Worte, sondern Taten.“ Er fügte an, dass er nie geglaubt hätte, dass sein Freund und Bürgermeister Oleg Vasylyschyn ein Mal im Kampfanzug zu ihm sprechen würde und dass er einen Anruf seines Freundes und Reiseleiters Pawlo bekomme, der um Helme, Schutzwesten und Blutstopper bittet. Das mit Gudensberger Hilfe ausgerüstete Krankenhaus in Schtschyrez bereitet sich laut Börner auf das Schlimmste vor.

Ukraine-Solidarität auch in Homberg: Es begann mit einer Kerze gegen Krieg

Auf dem Homberger Marktplatz haben sich am Samstag gegen 18 Uhr ebenfalls rund 30 bis 40 Menschen getroffen, um ein sichtbares Zeichen für Frieden in der Ukraine zu setzen. Sie zündeten Kerzen an, sangen Lieder und beteten für den Frieden. Bereits am Freitag hatte sich Gabriele Scheid mit einer Kerze auf den Marktplatz gestellt.

Ihre Idee: „Aufstehen für den Frieden“, sagt sie. Dank Freunden, die auf Facebook und anderen Plattformen dazu aufriefen, sich Scheid anzuschließen, war sie am Samstag nicht mehr allein. „Es ging mir darum, nicht so zu tun, als wäre nichts“, sagt Scheid, die Pfarrerin in Berge ist. Auf den Marktplatz habe sie sich jedoch als Privatperson, als Mensch und als Christin gestellt.

Krieg Ukraine: Menschen positionieren sich und sind solidarisch

Am heutigen Montag gegen 18 Uhr wird sie erneut dort stehen. Zu ihrem Tun inspiriert habe sie die Friedensbewegung der DDR in den 1980er-Jahren. Es gehe ihr darum, sich bewusst zu positionieren und „sich im Herzen mit den Menschen zu verbinden, die dem Krieg ausgeliefert sind.“

Spenden für die Ukraine

Der Partnerschaftsverein e. V. in Gudensberg sammelt Spenden für die Ukraine. Auf seiner Website finden sich alle weiteren Informationen.

Unterdessen war die Kasselerin Iryna Höhmann vor einem Monat selbst noch zu Besuch in der Ukraine. Jetzt sorgt sie sich um ihre Mutter, die dort lebt. Flucht ist nicht mehr möglich, sagt sie. (Cora Zinn und Christina Zapf)

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