Mit Worten gegen die Krise: Fünf Tipps zum Tagebuch Schreiben

Gudensberger Autor rät dazu, die Sorgen in Tagebuch zu notieren

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Gibt Tipps, wie man während der Coronakrise mit dem Schreiben beginnen kann: Der Autor und psychologische Berater Dr. Werner Seibel aus Gudensberg. 

Um den negativen Gedanken in der Coronakrise ein Ventil zu bieten, rät der Gudensberger Autor Dr. Werner Seibel zum Tagebuchschreiben. Dazu gibt er fünf konkrete Tipps.

 „Ich will die Menschen ermutigen, in der Krise ihre negativen Gedanken niederzuschreiben“ sagt Dr. Werner Seibel (73), Autor und psychologischer Berater aus Gudensberg. Um seinen Gedanken während der Pandemie ein Ventil zu geben, schreibt er Tagebuch. Dazu will er auch andere Menschen motivieren, die in und mit der Pandemie schwere Zeiten erleben und soziale Kontakte vermissen.

„Das Schreiben hilft dabei, die emotionale Isolation und das Alleinsein zu überbrücken“, erklärt Werner Seibel. Das Ergebnis der Aufzeichnungen sei nebensächlich. Was dabei entstehe, müsse keinen literarischen Anspruch auf Perfektion haben, damit das Gefühl der Erleichterung eintritt, so der Autor: „Viel wichtiger ist Authentizität.“ Oft wüssten unerfahrene Schreiber nicht, wie sie beginnen können, doch sollten sie keine Angst davor haben, trotzdem einen Stift in die Hand zu nehmen und einfach drauflosschreiben, sagt Seibel.

1.

Werner Seibel rät, Stift und Papier zu nutzen, statt am Computer zu tippen. Das helfe dabei, die Worte bewusster zu wählen, da man sie nicht mit einem einfachen Tastendruck wieder löschen könne. Trotzdem empfiehlt er, unbekümmert zu notieren, was einem durch den Kopf geht.

2.

Ein guter Anfang lässt sich oft leichter mit Stichworten als mit ausformulierten Sätzen finden: Beispielsweise können Notizen gemacht werden, wovor man in der Krise Angst hat oder welches Erlebnis einen besonders beschäftigt. Dabei bedürfe es keiner strikten Ordnung, schließlich solle man nur seine Gefühle aufs Papier bringen.

3.

Hilfreich sei es, die Ideen aus seiner Gedankensammlung erst am Folgetag auszuarbeiten.

Dabei sollen sich die Schreibenden konkret überlegen, wie sie sich die nächsten Tage vorstellen und was sie gegen die eigene Unzufriedenheit in Coronazeiten tun könnten: Beispielsweise sollten auch die, die gerade keiner festen Beschäftigung nachgehen, zu einer festen Uhrzeit aufstehen und nicht den Tag im Bett verbringen oder die Garage ausmisten.

4.

Der Autor rät dazu, die gesammelten Gedanken dann weiterzuführen und in ganzen Sätzen auszuformulieren.

Fragen sind hilfreich: Wie kann man den Alltag sinnvoll gestalten? Was bedeutet derzeit Hoffnung? Das könne beispielsweise das Herrichten des Gartens sein oder die Vorfreude auf den Sommer. Auf diesem Wege könne man seine Gedanken sortieren und Negatives ablegen.

Er selbst habe während eines Krankenhausaufenthaltes ein Buch über all das geschrieben, was ihm durch den Kopf ging, als er schlaflos im Krankenbett lag und sich die Gedanken überschlugen. Das habe er als sehr therapeutisch empfunden.

5.

Schlussendlich rät Seibel den Schreibenden über ihr Leben während der Isolationszeit nachzudenken und einen positiven Abschluss beim Schreiben zu finden. Er empfiehlt, aufzuschreiben, was einen trotz der Pandemie glücklich macht. Das können auch kleine Dinge sein, wie schönes Wetter oder ein leckeres Stück Kuchen.

Werner Seibel bietet seit 18 Jahren verschiedene Schreibwerkstätten an, unter anderem in Homberg.

Auch während der Coronakrise bespricht er Texte und leistet Hilfestellung beim Schreiben. Telefonisch, per E-Mail oder persönlich: Tel. 0 56 03/ 91 88 85, E-Mail Rosenhaus-Literatur-Kunst@t-online.de

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