Aber: Je nach Messverfahren gibt es verschiedene Punkte

Es ist bestätigt: Der Mittelpunkt Deutschlands liegt in Besse

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Der Mittelpunkt Deutschlands liegt an der Schnittstelle zweier Linien: Beteiligt waren an dem Projekt von links Grundstückseigentümer Walter Albert, Steinmetz Thorsten Damm, Jürgen Depenbrock vom Naturpark Habichtswald, Landrat Winfried Becker, Kommunalpolitiker Günter Rudolph, Uwe Koch vom Amt für Bodenmanagement und Bürgermeister Thomas Petrich. 

Besse. Jetzt ist es amtlich: Der Mittelpunkt von Deutschland liegt in Besse. Den genauen Punkt zeigt jetzt eine hohe Basaltsäule an.

Seit Jahren war bereits bekannt, dass irgendwo im Ort nach dem Verfahren „Schnitt der Extrempunkte“ der Mittelpunkt sein müsse, aber genau wusste man es nicht. Da es verstärkte Anfragen im Internet, bei Wikipedia und den Medien gab, entschloss man sich seitens der Gemeinde, zum 1200-jährigen Bestehen diese Mitte genau zu erschließen und zudem begehbar zu machen.

Pünktlich zum Start der Festwoche gab es am Montag die offizielle Einweihung des Mittelpunktes, der am Waldrand auf einer Wiese westlich von Besse liegt.

Doch das Projekt konnte die Gemeinde Edermünde nicht allein stemmen. Wie Bürgermeister Thomas Petrich erläuterte, mussten dazu etliche Bündnispartner gefunden werden. Da war zunächst die Genehmigung von Grundstückseigentümer Walter Albert und Pächter Reiner Otto erforderlich, das Team vom Amt für Bodenmanagement (AfB) in Homberg um Leiter Uwe Koch übernahm die Vermessungen, die Vereine und Verbände aus Besse machten mit. Unterstützung kam von der Kommunalpolitik, dem Naturpark Habichtswald mit Jürgen Depenbrock, dem Regionalforum Casseler Bergland sowie dem Schwalm-Eder-Kreis.

Alle gemeinsam ermöglichten das Projekt „Mittelpunkt Deutschlands“. Insgesamt entstanden dafür Kosten von 16.000 Euro, dazu gab es einen Zuschuss vom EU-Leaderprogramm von 9191 Euro.

Bodenmanager Uwe Koch erklärte, wie man auf den Punkt westlich von Besse kam. Es gebe mehrere Mittelpunkte in Deutschland, etwa in Thüringen und in Südniedersachsen, die auf verschiedene Messverfahren zurückzuführen seien. Im vorliegenden Fall wurde die Schnittpunktermittlung genutzt. 

Zur Berechnung wurden die Katasterkoordinaten des jeweils östlichsten Ortes bei Deschka in Sachsen, des westlichsten bei Isenbruch, des nördlichsten bei List auf Sylt und des südlichsten nahe Einödsbach bei Oberstdorf durch zwei Linien verbunden. Am Schnittpunkt lag dann Besse.

Weil es die Gemeinde Besse ganz genau wissen wollte, nahmen sich Auszubildende zum Geomatiker beim Homberger Amt der Sache an.

Der Mittelpunkt liegt mitten auf einer Wiese und ist mit einem Basaltstein gekennzeichnet. Einige Meter vorher gestaltete der Besser Steinmetz Thorsten Damm einen Hinweisstein mit einer Tafel zum Mittelpunkt.

Landrat Winfried Becker sagte dem Jubiläumsort Besse durch den Mittelpunkt eine touristische Magnetwirkung voraus.

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