Penthouse als Neubau geplant

Molkerei weicht Wohnraum: Gebäude in Gudensberg wird abgerissen

Die alte Molkerei in Gudensberg: Vor dem Gebäude liegen Dreck und Müll.
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Die alte Molkerei in Gudensberg: Seit 1970 ist sie nicht mehr in Betrieb und stand viele Jahre leer. Ein Schandfleck der Gudensberger Innenstadt.

Die alte Molkerei in Gudensberg wird abgerissen. An ihrer Stelle soll auf dem etwa 2300 Quadratmeter großen Grundstück ein dreigeschossiges Penthouse mit 30 Eigentumswohnungen entstehen.

Gudensberg - Angedacht sind Wohnungen zwischen 64 und 120 Quadratmetern Größe. Auch eine Tiefgarage mit 45 Stellplätzen ist geplant. Das Bauvorhaben beschlossen die Stadtverordneten während ihrer jüngsten Sitzung am Donnerstag einstimmig.

Das Areal der Molkerei wird seit Jahren nicht mehr genutzt: 1970 wurde die Molkerei geschlossen. Vor einem Jahr war es bereits fast soweit, dass das Gebäude abgerissen und Platz für Wohnraum geschaffen werden sollte. Doch aus dem Vorhaben wurde zunächst nichts, erinnert sich Bürgermeister Frank Börner. Nun stehe dem Bau aber nichts mehr im Weg. Realisieren soll diesen die Carat-Immo-Gruppe mit Zweitsitz in Kassel. Das Unternehmen hat das Gelände bereits zum Ende des vergangenen Jahres von der Stadt erworben.

So soll das Gebäude einmal aussehen: 30 Eigentumswohnungen sollen auf dem Gelände der alten Molkerei entstehen.

Über den Kaufpreis sowie die Investitionssumme wollte das Unternehmen auf HNA-Anfrage zunächst nichts sagen. „Wir warten jetzt darauf, dass wir Baurecht erhalten“, heißt es vom Unternehmen. Ein Zeitplan sei ebenfalls noch nicht aufgestellt worden. Nur so viel: Die Abrissarbeiten und auch Bauarbeiten sollen an Subunternehmen vergeben werden. „Wir treten als Investor und Bauträger auf.“ Sobald jedoch Baurecht erteilt ist, werde mit den Arbeiten begonnen.

Alle Wohnungen sollen laut Plan einen Balkon haben. Das Penthouse-Geschoss soll hinter der Fassade zurückspringen, wie ein Staffelgeschoss. „Sodass dort Dachterrassen angelegt werden können.“ Das Dach des Wohnkomplexes soll begrünt werden, ähnlich wie bei der Kita in Maden.

Auch Julian Brand (SPD) erinnerte während der Sitzung daran, dass die Alte Molkerei vor etwa einem Jahr bereits Thema gewesen ist. „Schon damals hat uns der Plan, das alte Gebäude gegen Wohnraum einzutauschen, gut gefallen“, sagt er. „Heute beschließen wir nur die Änderung des Bebauungsplanes, aber das, was der Investor uns vorgestellt hat, klingt vielversprechend.“

Das Areal der Molkerei sei gut gelegen und ein attraktiver Standort. Denn: Fußläufig könnten die Bewohner die Einkaufsmöglichkeiten erreichen. Die barrierefreien Wohnungen würden zudem dem Mangel an Wohnraum in der Gudensberger Kernstadt entgegenwirken. „Und nicht zuletzt, schonen wir grüne Flächen. Es heißt Innenstadtentwicklung vor Außenentwicklung“, so Brand abschließend. (Linett Hanert)

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