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Lieder für den Frieden auf der Gudensberger Bühne

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Von: Michael Meinicke

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Lieder für den Frieden: Beim Open Stage in Gudensberger Bürgerhaus waren viele Künstler zu erleben. Am Bild Elke Renter und Rolf Helbig.
Lieder für den Frieden: Beim Open Stage in Gudensberger Bürgerhaus waren viele Künstler zu erleben. Am Bild Elke Renter und Rolf Helbig. © Michael Meinicke

Sonnengelb leuchten die Kornfelder. Von endlosem Blau ist der Himmel darüber: Das sind die beiden Farben der ukrainischen Flagge. Sie hing am Freitagabend groß aufgespannt über der Bühne im Bürgerhaus Gudensberg.

Gudensberg - Viele Musiker hatten sich zum Benefizkonzert „Open Stage“ zusammen gefunden. Den Eintritt von fünf Euro konnten die Besucher freiwillig aufstocken und so eine Spende geben, denn diese Einnahmen und ebenso der Erlös aus dem Getränkeverkauf der Familie Stiebeling gingen an den Gudensberger Partnerverein zur Finanzierung von Nothilfelieferungen an die Ukraine.

Dessen Vorsitzender Ingbert Radloff teilte mit, wie Bestandslisten abgearbeitet werden, um Menschen in Not zu helfen: Die ukrainische Partnerstadt Schtschyrez würde für jede einzelne Tour viele Wünsche mitteilen. Deshalb wird alles aufgeladen, was geht. Von Lebensmitteln bis zu besonders wichtigem, medizinischem Gerät. Die mittlerweile zehnte Lieferung stand bevor.

Solidarisch: von links Andrea Seil, Melani Röder, Ingbert Radloff, Erika Mlitzke, van de Vegte.
Solidarisch: von links Andrea Seil, Melani Röder, Ingbert Radloff, Erika Mlitzke, van de Vegte bei der Spendenübergabe. © Meinicke, Michael

In der Pause überreichte Melanie Röder als von der Stadt Beauftragte den Behälter mit dem eingenommenen Geld an Ingbert Radloff. Kurz zuvor hatten Katja Olbrich-Fenge und Andreas Olbrich als Mitorganisatoren die Summe auf 1000 Euro aufgestockt. Dazu kommen noch die Einnahmen vom Getränkestand.

Manfred Pfaff eröffnete das Konzert mit Friedensliedern aus früheren Zeiten. Die Hymne „Blowin’ in the wind“ von Bob Dylan sang das Publikum mit. Auch die anderen Interpreten boten eine Reihe der alten Kampfsongs, die leider gerade wieder hochaktuell sind.

So Martin Rennicke, der an Bob Seeger und Element of Crime erinnerte, oder Anja Mann mit hochkünstlerisch gebotenen Liedern von Joan Baez. Damals, in den 1960er- und 1970er-Jahren, zog die Folklorewelle von den USA nach Europa mit Liedern, die gegen Amerikas Krieg in Vietnam gerichtet waren.

Die Weltmacht hatte das kleine Land in Südostasien überfallen – und mit hohem Blutzoll verloren. Der heutige Staatsführer Russlands erinnert sich nicht mehr daran.

Dietmar Wielgosch aus Kaufbeuren bot Poetry-Slam – und erntete Lachtränen. Diese fröhliche Medizin ist gerade in jetzigen Zeiten höchst notwendig. Eigene Stücke von hoher Qualität boten Bettina Gerlandt-Wackerbarth und Thomas Frankfurth. „Willkommen zwischen allen Stühlen“, lautete eine der lyrischen Textzeilen.

Nach der Pause war viel zu kurz Mandolinenmanni zu vernehmen. Dann traten Elke Renter und Rolf Helbig auf. Die Stimme der Sängerin sorgt für Schauer, die über den Rücken laufen. Beide Profis brachten schließlich alle Musiker und Mitwirkenden auf die Bühne. Gemeinsam mit den Menschen im Saal erklang John Lennons Hymne „Give peace a chance.“

Draußen herrschte gegen Mitternacht Schneesturm. Fern auf weiter Strecke wurden zeitgleich Hilfsgüter zur Ukraine transportiert. (Von Michael Meinicke)

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