Coronakrise

Muttertag in der Corona-Krise: Mütter zwischen Videochat und Hausaufgaben

Nicole Löchel-Tschirner (hinten) arbeitet derzeit von zu Hause aus (Homeoffice). Für ihre Töchter hat sie eine Ecke für den Heimunterricht (Homeschooling) eingerichtet: von links Afeni (11) und Eleni (7).
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Nicole Löchel-Tschirner (hinten) arbeitet derzeit von zu Hause aus (Homeoffice). Für ihre Töchter hat sie eine Ecke für den Heimunterricht (Homeschooling) eingerichtet: von links Afeni (11) und Eleni (7).

Der Muttertag 2020 ist besonders, denn viele Mütter haben in den vergangenen Wochen unter harten Bedingungen ihr Bestes gegeben, so auch Nicole Löchel-Tschirner aus Maden.

  • Besonderer Muttertag in Zeiten von Corona
  • Mütter für ihre Leistung würdigen
  • Alleinerziehende wie Nicole Löchel-Tschirner haben es nicht leicht

Die Coronakrise hat auch das Leben von vielen Mütter und auch das von Nicole Löchel-Tschirner komplett auf den Kopf gestellt. Für sie war ab Mitte März Homeoffice angesagt, für ihre Töchter Eleni (7) und Afeni (11) hieß es nun Homeschooling.

Löchel-Tschirner arbeitet für das Familienzentrum Schwalm-Eder. In Homberg und bei FaFritz in Fritzlar leitet die Sozialpädagogin jeweils das Café Klapperstorch.

Dort berät sie Eltern zu Erziehungsfragen. Im Familienzentrum Homberg unterrichtet die 44-Jährige zugewanderte Mütter in Deutsch. Ihre Honorartätigkeit an der Grundschule in Obervorschütz war mit der Schließung der Schulen eingestellt.

Muttertag 2020: Zwischen Videochat und Hausaufgaben

Auch ihre Tätigkeiten für das Familienzentrum beruhen auf dem persönlichen Kontakt zu Menschen. Dieser ist in der Krise nur eingeschränkt möglich. Derzeit berät sie Eltern und Frauen über Videochat.

Den Teilnehmerinnen des Sprachtreffs händigt sie einmal pro Woche neue Lernmaterialien vor dem Familienzentrum Homberg aus und sammelt sie Korrigieren ein. Doch Ruhe, um im Homeoffice produktiv zu arbeiten hat sie kaum.

Neues Familienleben mit Homeoffice und Homeschooling.

Denn auch ihre Töchter müssen weiterhin für die Schule lernen. „Wenn man nicht daneben sitzt, funktioniert es nicht“, sagt Löchel-Tschirner. Ihre Töchter seien noch jung und könnten sich kaum selbst organisieren. Auf ihren Anspruch auf Notbetreuung hat die 44-Jährige verzichtet. Doch je länger das Homeschooling andauere, desto schwerer sei es, die Mädchen zu motivieren.

Muttertag 2020: Datum für die Rückkehr der Kinder an die Schulen steht

„Ich bin froh, dass es nun ein Datum gibt, ab dem die beiden voraussichtlich wieder in die Schule gehen dürfen.“ Dann könne sie zumindest für einige Stunden ohne Unterbrechung durch Sätze wie „Mama, ich verstehe das nicht“ arbeiten. Unter der Belastung von Homeoffice und Homeschooling habe sie sich öfters gefragt: „Wie lange werde ich das noch durchhalten?“

Konflikte ließen sich nicht vermeiden: „Eleni, die in die erste Klasse geht, soll zum Beispiel laut lesen. Dann beschwert sich aber Afeni, dass sie sich nicht konzentrieren kann.“

Muttertag 2020: Arbeit und Haushalt bleiben liegen

Auch wenn der Umgangston unter diesen Bedingungen mal rauer werde, ist Löchel-Tschirner froh, die Coronakrise auf dem Land zu durchleben. Ihre Kinder könnten sich auf dem Trampolin austoben. Auch Radtouren machen sie. „Da muss ich aber mit, was bedeutet, Arbeit und Haushalt bleiben liegen“, sagt die 44-Jährige.

Auch kauft sie noch für ihre zur Risikogruppe gehörenden Eltern ein und näht Masken für Verwandte und diverse Einrichtungen.

Um die Langeweile zu bekämpfen, puzzeln Nicole Löchel-Tschirner und ihre Töchter Afeni (links) und Eleni.

Zeit für sich hat Löchel-Tschirner nicht. Eleni und Afeni vermissen ihre Freunde und fordern viel Aufmerksamkeit. Um sie zu beschäftigen, hat die 44-Jährige mit ihnen Tomaten gepflanzt, Koch-Videos für den Youtube-Kanal des Familienzentrums gedreht, gebastelt und gepuzzelt. „Ich habe nonstop meine Kinder um mich, wenn ich sie nicht vor dem Fernseher parken will.“

Familienzentrum Schwalm-Eder: Erweiterte Sprechzeiten

Auf der Homepage familienzentrum-schwalm-eder.de werden Spiel- und Beschäftigungsideen für Familien mit kleinen Kindern angeboten. An den Gruppenangeboten der Klapperstorch-Cafés in Felsberg, Homberg, Gudensberg, Fritzlar und Ziegenhain können Eltern in der Coronakrise nach Anmeldung unter info@elternschule-schwalm-eder.de über Videochat teilnehmen.

Während der Kontaktbeschränkungen hat das Familienzentrum Schwalm-Eder seine telefonischen Sprech- und Beratungszeiten erweitert: Montag bis Freitag 9 bis 13 Uhr, Montag und Mittwoch auch von 17 bis 18 Uhr und Donnerstag von 18 bis 19 Uhr. Tel.: 0 56 81 / 9 36 46 31.

Alle Infos und Neuigkeiten rund um Corona im Schwalm-Eder-Kreis finden Sie in unserem News-Ticker.

Am Sonntag (10.05.2020) ist Muttertag. Über WhatsApp kann man trotz des Corona-Kontaktverbotes der Mama eine Freude bereiten.

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