Verkehrskonzept Gudensberg 2030

Nadelöhr in der Gudensberger Innenstadt: Verkehr soll verlagert werden

Problembereich in Gudensberg: Die Fritzlarer Straße im Bereich des Schwimmbadweges zur Besser Straße wird täglich von bis zu 10 000 Autos befahren.
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Problembereich in Gudensberg: Die Fritzlarer Straße im Bereich des Schwimmbadweges zur Besser Straße wird täglich von bis zu 10 000 Autos befahren.

Das Verkehrsgutachten für die Stadt Gudensberg ist fertig. Ein Ergebnis, das kaum einen überrascht: Das Nadelöhr ist die Fritzlarer Straße im Abschnitt des Schwimmbades zur Besser Straße.

Bis zu 10 000 Fahrzeuge passieren die Straßen täglich – eine enorme Verkehrsbelastung, dessen Ursache nicht zuletzt im Gewerbegebiet und den angesiedelten Logistikern liegt. Den Wunsch nach einer Entlastung in der Innenstadt haben viele Gudensberger schon lange Zeit. Dennoch, gebe es „keine übermäßig hohen Schwerverkehrsanteile“ – so das Ergebnis des Gutachtens. Im Gegenteil: Auf diesen Straßen liege der Anteil des Schwerlastverkehrs noch unter dem hessischen Durchschnitt. Ein Überblick.

Verkehrskonzept Gudensberg: Das Gutachten

Erstellt wurde das Gutachten in den vergangenen Monaten von der Sweco GmbH aus Frankfurt. Grundlage für die Analyse waren auch Kritiken und Vorschläge der Gudensberger aus dem Jahr 2019 (HNA berichtete). Insbesondere die Verkehrssituation an der VR-Bank war oft Streitthema in Gudensberg – es besteht Handlungsbedarf, auch weil die Sicherheit für Fußgänger und Auto- und Radfahrer ein Problem darstellte. Die Stadt organisierte Bürgerversammlungen im Rathaus. Im vergangenen Jahr fanden dann Verkehrszählungen statt.

Das nun 80 Seiten umfassende Gutachten ist ein wesentlicher Teil des Städtebauforderprogrammes „Gudensberg 2030“ und wird auch über dieses finanziert. Die Kosten für das Gutachten betragen 60 000 Euro. Die Ergebnisse resultieren aus drei möglichen Prognosen.

Verkehrskonzept Gudensberg: Die Ziele

Im Vorfeld führte das Planungsbüro Gespräche mit Stadt und der zuständigen Verkehrsbehörde. Folgende Ziele wurden festgelegt:

.  Verkehrssicherheit in der Innenstadt sowie für den Rad- und Fußverkehr erhöhen.

.  Durchgangsverkehr in die Randbereiche verlagern, um die Innenstadt zu entlasten.

.  Konfliktpunkte definieren und Verkehrssituationen verbessern.

.  Den umweltfreundlichen Rad-, Fuß- und öffentlichen Nahverkehr fördern.

Verkehrskonzept Gudensberg: Die Verkehrsprobleme

Als Nadelöhr werden im Gutachten die Fritzlarer Straße und die Besser Straße benannt. Sie sind vor allem auch vom Schwerlastverkehr betroffen, weshalb es nicht selten zu Rückstaus kommt. Aber auch die Radverkehrsführung auf der Fahrbahn dort sei ungeeignet – die Fahrbahn ist zu eng.

Eine weitere Netzlücke für den Radverkehr ist die Untergasse wegen ihrer Widmung als Fußgängerzone. „Es fehlt eine sichere und direkte Verbindung, auch zu den Schulstandorten.“ Laut Gutachten gibt es im Bereich Kasseler Straße, Besser Straße und Grabenweg viel Fußverkehr. „Die Aufenthaltsqualität sollte aufgrund der Nutzung verbessert werden.“

Die Abbiegemöglichkeiten für Radfahrer, Fußgänger und Autofahrer sei ebenfalls problematisch. „Ohne Flächenzugewinne für den Verkehrsraum ist keine deutliche Verbesserung des problematischen Knotenpunktes möglich“, heißt es dazu weiter.

Verkehrskonzept in Gudensberg: Verkehr soll verlagert werden.

Verkehrskonzept Gudensberg: Die Ergebnisse

Ein Ergebnis ist, dass die Nahmobilität in Gudensberg gefördert werden muss. „Für den Radverkehr lassen sich Netzlücken und Sicherheitsdefizite feststellen.“ Diese sollen mit kleineren Verkehrsanpassungen behoben werden. Vor allem aber soll der Knotenpunkt an der Kasseler Straße gelöst werden, indem die Straße von einer Kreisstraße zur Gemeindestraße umklassifiziert wird. Damit soll der gesamte Durchgangsverkehr auf die Straße „Die Freiheit“ verlagert werden. Im Analysefall handelt es sich um rund 110 Fahrzeuge in der Spitzenstunde, die verlagert werden können. Das Ergebnis: Auf der Besser Straße würden rund 190 Fahrzeuge mehr fahren, auf der Freiheit rund 160 Fahrzeuge pro Stunde mehr. Auf der Kasseler Straße wären es rund 100 Fahrzeuge weniger pro Stunde.

Verkehrskonzept Gudensberg: Der Ausblick

Zunächst muss die Politik in Abstimmung mit der Verkehrsbehörde Hessen Mobil und dem Landkreis eine Entscheidung treffen, welche Veränderungen vorgenommen werden sollen. Auch muss die Finanzierung geklärt werden.

Die Ziele der zukünftigen Verkehrsplanung sollten laut Gutachten insbesondere in der Steigerung der Aufenthaltsqualität in der Innenstadt sowie der Erhöhung der Verkehrssicherheit für den Rad- und Fußverkehr liegen. Dazu soll der Durchgangsverkehr von der Innenstadt in die Randbereiche verlagert werden.

Von Linett Hanert

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