Nordhessischen Naturfototage an diesem Wochenende

Naturfotograf Manfred Delpho sucht neue Perspektiven mit Drohne

Impressionen aus der Luft: Das Foto hat Manfred Delpho mit einer Drohne aufgenommen. Zu sehen auf diesem Bild: ein Blick über den Scharfenstein bei Gudensberg (Richtung Söhre).

Es kommt vor, dass Manfred Delpho in die Luft geht. Denn der vielfach ausgezeichnete Fotograf aus Gudensberg-Obervorschütz ist immer auf der Suche nach ungewöhnlichen Perspektiven.

Dann startet er seine Drohne. Mit dem Surren von vier Elektromotoren hebt das unbemannte Flugobjekt ab, es schwebt über Baumwipfeln, erhebt sich über eine Flusslandschaft oder surrt entlang einer Basaltkuppe.

Vom Boden aus sieht Delpho in Echtzeit, was die Kamera in 30, 50 oder 100 Metern Höhe aufnimmt. Der Fotograf hat ein drittes Auge in der Luft.

Seit Bausätze von Drohnen (auch Kopter genannt) schon für etwa 100 Euro zu haben sind, erleben sie einen Boom. „Manche Leute wollen basteln, andere durch die Lüfte heizen, und wieder andere wollen eben fotografieren“, sagt der Gudensberger.

Er weiß, dass die Fluggeräte umstritten sind, weil manche Modell-Flieger sich nicht um die Privatsphäre ihrer Mitmenschen scheren oder alle Regeln des Naturschutzes ignorieren. Einige fliegen sogar den Kranichen entgegen. Delpho: „Das geht gar nicht. Tiere sind außerordentlich geräuschempfindlich.“ Einen Vogelhorst anzusteuern, um die Jungtiere zu fotografieren, käme für ihn nicht in Frage.

Auch unter Fotografen ist der Einsatz von Drohnen umstritten. „Die Meinungen sind geteilt. Das erinnert an die Zeiten, als der Autofokus aufkam oder an die Anfänge der Digitalfotografie“, sagt Delpho. Aber er weiß inzwischen auch um den Kick, den die Vogelperspektive auslöst. „Ich habe immer noch Herzklopfen, wenn ich starte“, sagt er.

Sieht aus wie aus dem Technik-Lego-Baukasten: Auch eine Drohne gehört mittlerweile zur Ausstattung des Naturfotograf Manfred Delpho. Foto: Gisela Delpho

Manfred Delpho ist in seiner Laufbahn schon häufig geflogen oder ist in einem Ballon durch die Lüfte gefahren, um seinen fotografischen Horizont zu erweitern. Das ist auch jetzt sein Anspruch. „Man muss technisch auf der Höhe der Zeit bleiben“, sagt der 66-Jährige.

In Island hat Delpho seine Drohne über Wasserfällen und Geysiren schweben lassen. Im Urwald Sababurg schaute er in die Kronen alter Baumriesen, und am Edersee hat er seine Drohne über die Baumwipfel des Kellerwaldes steigen lassen, um an der Ederschleife zu filmen und zu fotografieren. Zu sehen sind einige dieser Fotos und Filmsequenzen bei den Nordhessischen Naturfototagen, die Delpho und seine Frau Gisela mit der Stadt organisieren.

Mit Drohne: Naturfotograf Manfred Delpho sucht neue Perspektiven

„Fotografieren per Drohne macht einen Riesenspaß. Man sollte aber nicht vergessen, dass man in die Natur eingreift“, sagt Delpho. Ganz ohne Bodenhaftung gehe es aber nunmal nicht.

Manfred Delpho (66) lebt mit seiner Frau Gisela in Gudensberg-Obervorschütz. Er war Berufssoldat in Fritzlar. Als aktives Mitglied des Nabu entdeckte er seine Liebe und sein Talent für die Naturfotografie. Zusammen mit seiner Frau hat er Bildbände und Kalender herausgegeben, er zeigt Multimediaschauen und bietet Workshops an. Viele hochrangige Preise hat er erhalten. Das Bild eines fliegenden Basstölpels brachte ihm den Titel „Naturfotograf des Jahres“ ein. 2014 organisierte er erstmals die Nordhessischen Naturfototage in Gudensberg.

Spektakuläre Naturfotografie

Gudensberg ist vom 13. bis 15. März wieder Treffpunkt für Freunde anspruchsvoller Fotografie. Manfred und Gisela Delpho ist es gelungen, wieder einige der besten Naturfotografen in die Stadt zu holen. Im Bürgerhaus zeigen die Referenten 13 Vorträge und Multimediaschauen. Es gibt zwei Seminare (ausverkauft) sowie Ausstellungen: Die Fotogruppe Kassel im Bahnsozialwerk zeigt Ergebnisse ihrer Arbeit, und auch die Preisträger des HNA-Fotowettbewerbs werden präsentiert. Manfred Delpho stellt Bilder aus zum Thema „Im Reich der urigen Buchen“.

Veranstalter der 2. Nordhessischen Naturfototage sind Gisela und Manfred Delpho sowie die Stadt Gudensberg.

Karten: www.gudensberg.de, www.adticket.de, Bürgerbüro der Stadt. Kosten: Dauerkarten 52 Euro, Freitagabend 13 Euro, Samstag 30 Euro, Sonntag 24 Euro.

Das vollständige Programm gibt es unter www.nordhessische-naturfototage.de

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