Tief im Ort verwurzelt

Obervorschützer wollen gesunde Esche vor Fällung retten

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Fällung ist für sie keine Option: von links Werner Koch, Manfred Delpho, Erhard Kranz, Hans Bringmann und Erika Koch.

Schon von Weitem kann man sie klar und deutlich sehen – die Esche vor dem Feuerwehrhaus in Obervorschütz. Gewaltig ragt sie in den Himmel, nahezu 100 Jahre hat sie bereits hier gestanden und doch soll sie nun weichen.

Absolut unverständlich findet das Erika Koch. „Der Baum ist kerngesund, in Zeiten wie heute sollte es Priorität Nummer eins sein solche Gewächse zu schützen“, so die Obervorschützerin.

Der Baum befindet sich zwischen Feuerwehrhaus und der Fahrzeughalle. Der Grund für die Fällung des Baumes sei eine weitere Garage. Laut aktuellen Richtlinien muss in jedem Feuerwehrhaus eine Damenkabine vorhanden sein, dies merkte die Freiwillige Feuerwehr auf der letzten Sitzung des Ortsbeirates an. Schnell sei klar gewesen, die Esche muss weg, so Koch.

Baum möglicherweise Heimat gefährdeter Tierarten

Abgesehen von den Obervorschützern profitieren noch weitere vom Erhalt des Baumes, denn er soll das Zuhause von fünf Fledermausarten sowie Bruthöhle einiger Spechtpaare sein.

Noch steht die Esche unversehrt an ihrem Platz.

 Beobachtet hat dies Manfred Delpho, der sich ebenfalls gegen die Fällung wehren möchte.

„Es muss wirklich triftige Gründe geben, eine solch gesunde Esche zu fällen, erst vor Kurzem mussten einige Bäume dem neuen Wohngebiet weichen“, so Delpho. 

Räumlichkeiten entsprechen nicht mehr den Richtlinien

Stadtbrandinspektor Markus Iffert versteht das Anliegen der Obervorschützer, dennoch merkt er an, dass der Bau der Garage unerlässlich sei. „Bisher befinden sich in der Halle noch einige Spinde mit Einsatzklamotten und Ausrüstung, die rund um die Uhr den Schadstoffen und Abgasen der Fahrzeuge ausgesetzt sind“, so Iffert.

 Der Prüfdienst der Feuerwehr habe dieses Problem schon mehrfach bemängelt. „Es ist schlicht nicht mehr zulässig und bedroht die Gesundheit der Einsatzkräfte“, erklärt der Stadtbrandinspektor.

Hoffnung auf Alternative bleibt

„Es muss einen anderen Weg geben, eine Alternative für beide Seiten“, ist sich Werner Koch sicher. Freuen würde er sich über Unterstützung vom Dorf oder Alternativpläne. Bis Ende März dürfen noch Bäume gefällt werden, die Kochs und ihre Mitstreiter hoffen, dass bis dahin eine Möglichkeit gefunden wird, die beide Seiten zufriedenstellt – eine neue Garage für die Feuerwehr und der Erhalt der Esche.

Das sagt der Bürgermeister

„Es ist eine schwierige Abwägung“, so Gudensbergs Bürgermeister Frank Börner. „Auf der einen Seite müssen wir dem Anliegen der Feuerwehr nachgehen, auf der anderen, tut man sich schwer, einen gesunden Baum dieses Alters zu fällen.“ 

Die Feuerwehr habe die Stelle für ihren Anbau priorisiert, da sie der einsatztechnisch optimale Standort sei. Als Ausgleich erkläre sich die Wehr bereit, neue Bäume zu pflanzen, heißt es. Die neuen Erkenntnisse über mögliche seltene Tierarten, die in der Esche ihr Zuhause haben sollen, nimmt Börner sehr ernst. 

„Wir haben bereits einen Artenschutzgutachter eingeschaltet. Sollten sich die Vermutungen bewahrheiten, müssen weitere Alternativen geprüft werden.“

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