„Plukon bringt mehr Ställe“

Bürgerinitiative protestiert gegen Massentierhaltung

Gudensberg. Erhöhung der Schlachtzahlen bei Plukon in Gudensberg auf der einen, Werbung für neue Hähnchenmastställe auf der anderen Seite: Die Bürgerinitiative Chattengau gegen Massentierhaltung ruft zum Protest auf.

Die Bürgerinitiative lädt für Samstag, 19. September, zur Demonstration unter dem Motto „So schmeckt UNS die Heimat NICHT!“ ein.

Auf einer Veranstaltung in Fritzlar für Landwirte habe Plukon mit seinem Geschäftsführer Kees van Oers für die Ansiedlung neuer Geflügel-Mastanlagen im Umfeld des Gudensberger Schlachthofs geworben, schreibt BI-Sprecher Andreas Grede. Die BI habe schon seit langem gewarnt, dass die Erweiterung des Schlachthofes zwangsläufig neue Mastanlagen nach Nordhessen bringen werde.

„Dies wurde häufig von einigen Kommunalpolitikern genauso wie vom Konzern selbst bei einer öffentlichen Präsentation in Gudensberg stets bestritten“, so Andreas Grede.

Interessant sind laut Grede die Informationen am Rande der Veranstaltung: Die Schlachtzahlen seien höher als bisher vermutet, nämlich 108 000 Tiere pro Tag. Das seien in einer Neun-Stunden-Schicht 200 Tiere pro Minute. Zudem müssten neue Mastanlagen errichtet werden, um auf die benötigten 30 Millionen Tiere pro Jahr zu kommen. „Was für Zahlen: Allein das Tierleid sollte einem den Appetit verderben“, empört sich der BI-Sprecher.

Schlimm sei es außerdem, was mit der nordhessischen Heimat passiere, denn in Niedersachsen könne man sehen, was Massentierställe anrichteten. Dabei habe der Schlachthofbetreiber immer behauptet, er habe genug Vertragszüchter außerhalb von Hessen. Doch wie sich jetzt zeige, habe die Bürgerinitiative leider recht behalten: Der Schlachthof habe Signalwirkung.

Wohin solche Überproduktion führen könne, zeige zurzeit die Milch, schreibt Grede. Die Preise fallen wegen zu großem Angebot, der Staat muss einspringen mit Förderprogrammen. „Somit würde der Verbraucher indirekt seine billigen Discounterhähnchen über seine Steuern zahlen“, betont Grede. Ausgaben der Allgemeinheit für Umwelt- und Naturschäden seien dabei noch nicht eingerechnet.

Gegen all das protestiert die Bürgerinitiative am Samstag, 19. September. Der Demonstrationszug soll sich um 10.45 Uhr an der Einfahrt zum Schlachthof (Besser Straße) direkt neben der Autobahnauffahrt Gudensberg aufstellen.

Mehr Infos unter www.bi-chattengau.de

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