Widerstand gegen Massentierhaltung

Schlachterei will wachsen: Firma Plukon will Kapazität verdoppeln

Eng gedrängt: In Gudensberg sollen bald mehr Masthähnchen geschlachtet werden. Das Foto entstand in einem Mastbetrieb in Mecklenburg-Vorpommern. Foto: dpa

Gudensberg. Der Geflügelschlachthof in Gudensberg will seine Kapazität verdoppeln. Momentan werden dort 127,5 Tonnen Tiere geschlachtet - nach Angaben der Bürgerinitiative gegen Massentierhaltung sind das 80.000 Hähnchen. In Gudensberg formiert sich der Protest.

Nach einer Erweiterung will die niederländische Firma Plukon in Gudensberg jeden Tag 250 Tonnen schlachten. Dazu gibt es am Dienstag, 7. Oktober, ab 19.30 Uhr im Gudensberger Bürgerhaus eine Informationsveranstaltung mit Vertretern von Plukon.

Bio-Filter in Planung

Gleichzeitig, so die Planung, soll die Firma so modernisiert werden, dass es keine Geruchsbelastung mehr gibt. Dazu sei der Bau eines so genannten Bio-Filters geplant, sagte Bürgermeister Frank Börner auf Anfrage der HNA. Dieser Punkt sei der Stadt am wichtigsten.

Voraussichtlich werden die Gudensberger Stadtverordneten im Dezember darüber beschließen, ob Baurecht geschaffen wird. In einem Entwurf für den Bebauungsplan sei die Erweiterung vorgesehen, sagte Börner. Allerdings müsse der Plan auch für den neuen Filter geändert werden.

Die Veranstaltung am Dienstag sei für die Einwohner und die Kommunalpolitiker Gudensbergs wichtig, um eine Informationsgrundlage zu bekommen, sagte Börner.

Die Erweiterung würde auf dem Gelände gebaut, wo jetzt die Tierfutter-Fabrik Fritzi steht. Die Stadt habe den Grund gekauft, verbunden mit der Auflage, dass Fritzi spätestens Ende 2015 schließe. Das verringere die Geruchsbelastung, zurzeit stehe die Fabrik ohnehin still.

Widerstand gegen Massentierhaltung: In Gudensberg wurde Anfang des Jahres demonstriert. Archivfoto: Eberlein/nh

In Gudensberg und der Umgebung formiert sich der Protest. Schon in der Vergangenheit hatte es Demonstrationen gegen den Schlachtbetrieb gegeben.

Die Bürgerinitiative (BI) Chattengau gegen Massentierhaltung und Jörg Warlich von den Niedensteiner Grünen befürchten, dass weitere Mastställe enststehen, wenn die Schlachterei erweitert wird.

Die negativen Auswirkungen der Intensivhaltung seien bekannt, schreibt die BI: Durch Gülle überbelastete Böden, Verunreinigung des Grundwassers, Geruchsbelästigung, Schadstoffe in der Luft und anderes. Bürgermeister Börner ist klar, wie umstritten Plukon in Gudensberg ist. Er sagt über die Entscheidung: „Es wird ein schwieriger Prozess werden.“ (ode)

Info-Veranstaltung:  Dienstag, 7. Oktober, 19.30 Uhr, Bürgerhaus Gudensberg. Weitere Informationen gibt es hier.

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