Plukon, Helwig-Handels KG und Fleischwerk Hessengut

Schlachthöfe: Schwalm-Eder-Kreis bietet Mitarbeitern Coronatests an

Etwa 21.000 Hähnchen im Alter von etwa fünf Wochen befinden sich am Mittwoch (02.11.2011) in einem Stall in Wurmannsquick im Landkreis Rottal-Inn(Niederbayern). Die Familie Kolbeck, die seit Generationen in der Landwirtschaft tätig ist, betreibt seit dem Jahr 2002 eine konventionelle Hähnchenmast. Foto: Andreas Gebert dpa/lby | Verwendung weltweit
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Hähnchen in einem großen Mastbetrieb in Bayern.

Die Zahl der am Coronavirus erkrankten Mitarbeiter in Schlachthöfen steigt deutschlandweit weiter an. Das hat den Schwalm-Eder-Kreis in Alarmbereitschaft versetzt: Der Landkreis hat den großen Schlachthöfen angeboten, ihre Mitarbeiter durch das Gesundheitsamt testen zu lassen.

Das Angebot gelte nicht nur für Plukon in Gudensberg, die Helwig-Handels KG in Schwalmstadt, die Fleischwerk Hessengut in Melsungen, sondern auch für die in den fleischverarbeitenden Betrieben tätigen Mitarbeiter des Kreises.

„Es handelt sich hierbei um eine Vorsichtsmaßnahme. Wir sind durch die aktuellen Medienberichte alarmiert. Mit den Tests verschaffen wir uns und den Betrieben für den Moment einen Überblick und können dann, soweit überhaupt notwendig, weitere Maßnahmen veranlassen“, so Landrat Winfried Becker.

Die Antworten der Helwig-Handels KG und von Fleischwerk Hessengut stünden aus, sagt Kreissprecher Stephan Bürger. Plukon habe sich für das Angebot bedankt und auf eigene Corona-Tests verwiesen. Auf HNA-Anfrage hieß es, Hessenring-Geschäftsführer Hans-Richard Schneeweiß sei im Urlaub, Helwig wollte sich nicht äußern.

Mit seinem Coronatest-Angebot kommt der Kreis den Städten Gudensberg und Niedenstein zuvor: Die Stadtverordneten beider Kommunen hatten verstärkte Kontrollen und Tests für die Mitarbeiter in ihren Sitzungen am Donnerstagabend gefordert. „Der Corona-Ausbruch in einem Fleischbetrieb von Tönnies ist eine Warnung für alle, die die Massentierhaltung akzeptiert haben“, sagte der Niedensteiner Jörg Warlich (Grüne). Die Gudensberger forderten zudem, die Wohnbedingungen der Mitarbeiter zu überprüfen. Dazu Bürgermeister Frank Börner: „Wir haben dem Landkreis eine Aufstellung für die Überprüfung gesendet.“

Bislang gebe es im Kreis kein Infektionsgeschehen unter Mitarbeitenden von Schlachthöfen, teilt Bürger mit. Der Landkreis kontrolliere die beiden großen Schlachthöfe Plukon und Helwig ständig. Beide Unternehmen hätten bereits corona-angepasste Hygienekonzepte vorgelegt.

Plukkon nimmt regelmäßig Stichproben

Plukon setze auf Corona-Tests, teilt das Unternehmen auf HNA-Anfrage mit. Jede Woche würden stichprobenartig mindestens zehn Prozent der 360 Beschäftigten getestet. „Uns war es wichtig, durch kurzfristige regelmäßige Tests Infektionen früh zu erkennen“, sagt Plukon Geschäftsführer und Leiter des Gudensberger Betriebes Frank Grundl. Auch der Kreis werde ab nächste Woche Mitarbeiter testen. 2019 wurden in dem Betrieb über 28 Millionen Hühner verarbeitet.

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