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Schneepflugfahren im Sommer: Markus Scheuss und Marco Reitze trainieren für den Winter

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Von: Cora Zinn

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Die Vize-Meister im Schneepflugfahren stehen im Gudensberger Salzwerk: Markus Scheuss (links) und Marco Reitze holten den zweiten Platz bei den Hessischen Schneepflug-Meisterschaften.
Die Vize-Meister im Schneepflugfahren stehen im Gudensberger Salzwerk: Markus Scheuss (links) und Marco Reitze holten den zweiten Platz bei den Hessischen Schneepflug-Meisterschaften. © Cora Zinn

Die Temperaturen klettern auf 30 Grad und mehr. Doch das hält Marco Reitze (28 Jahre) und Markus Scheuss (50) noch lange nicht davon ab, schon jetzt im Schneepflug-Fahrzeug, auch Unimog genannt, für den Winterdienst zu üben.

Gudensberg – Sie müssen nämlich nicht nur für den kommenden Winter topfit sein, sondern auch für die Deutschen Meisterschaften in Rheinland-Pfalz im Oktober 2023. Dafür qualifizierten sich die beiden Mitarbeiter der Straßenmeisterei Gudensberg bei den jüngsten Hessischen Schneepflug-Meisterschaften in Marburg. Sie wurden Zweiter. „Wir waren die Einzigen, die eine perfekte Runde gefahren sind“, sagt Scheuss.

Dass diese „perfekte Runde“ am Ende nicht für den Meistertitel reichte, sei zwar ärgerlich, aber auch über den zweiten Platz freuten sie sich. Auf ihrer „perfekten Runde“ erlaubten sich Reitze und Scheuss keinen Fehler im Slalom, waren aber im Vergleich zu den Erstplatzierten aus Frankenberg langsamer.

Winterdienst funktioniert nur, wenn Mensch und Maschine perfekt eingespielt sind.

Leonie Röntgen von Hessenmobil

Was nach einer Menge Spaß klingt, hat einen ernsten Hintergrund: „Winterdienst funktioniert nur, wenn Mensch und Maschine perfekt eingespielt sind“, sagt Leonie Röntgen von Hessenmobil. Deshalb trainierten die Straßenmitarbeiter regelmäßig für den Winter – eben auch bei Hitze. „Neben dem Training stehen Holz- und Entwässerungsarbeiten an“, sagt Scheuss, der seit 35 Jahren als Straßenwärter arbeitet.

Wenn man mit den beiden Straßenwärtern spricht, merkt man schnell, dass sie ein eingespieltes Team sind. Dabei fahren sie noch gar nicht lange zusammen. „Ich habe das Lenkrad an Marco in diesem Jahr abgegeben“, sagt Markus Scheuss. Sein jüngerer Kollege habe das super gemacht.

„Von Markus kann ich viel lernen“, sagt der 28-jährige Reitze aus Oelshausen. Scheuss nimmt seit 2017 an Meisterschaften im Schneepflugfahren teil, sein Kollege Reitze war zum ersten Mal dabei. Die Straßenwärter mussten Rückwärtsfahren, einen Slalom und eine Rettungsgassenfahrt bewältigen. Und das alles mit einem voll ausgestatteten Unimog.

Schneepflugfahren: Im Sommer schon an den Winter denken

Dass die Vize-Meister in den wärmeren Monaten bereits an den Winter denken, sei ganz normal. Bei Schnee und Eis durch kleine Ortschaften zu fahren, sei eine große Herausforderung. Wenn man dann noch ein halbes Jahr Pause über den Sommer hin hat, sei es noch schwerer, so Röntgen. Da hilft nur eins: Schneepflugfahren auch im Sommer.

„Alle Übungen auf der Strecke sind realitätsgetreu“, sagt Reitze. Die Straßenwärter mussten zum Beispiel enge Gassen befahren, die es in vielen kleineren Ortschaften gebe. Doch selbst so wenig Platz schreckt sie nicht.

Trotzdem waren selbst die Profis aufgeregt, als es in den Parcours ging. Klar, dass sie auch ein paar Tricks auf der Straße parat haben – doch die wollen sie nicht verraten. Schließlich wollen sie ja bei den Meisterschaften antreten – und möglichst gewinnen.

Straßenwärter haben viele Aufgaben, doch für Reitze und Scheuss ist klar, sie sitzen besonders gern im Unimog. Sie freuen sich schon auf den richtigen Winterdienst – und die Gudensberger können sich über Straßen freuen, die von Vize-Meistern geräumt werden. (Cora Zinn)

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