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Schreinerei Dietrich in Gudensberg: Vor 25 Jahren fing alles an

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Von: Daniel Seeger

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Schreinermeister Werner Dietrich in seiner Werkstatt in Maden.
Mit Bleistift hinterm Ohr: Schreinermeister Werner Dietrich in seiner Werkstatt in Maden. © Daniel Seeger

In einer Garage begann die Selbstständigkeit von Schreinermeister Werner Dietrich. Heute leitet er einen modernen Betrieb mit mehreren Mitarbeitern.

Maden – Wenn man Werner Dietrich auf seinen Beruf anspricht, leuchten seine Augen auf. „Meine Mutter sagte zu mir, dass ich schon damals als Kind unbedingt Schreiner werden wollte“, erinnert sich der 57-Jährige. Als kleiner Junge war er fasziniert vom Betrieb des Nachbarn, als Schüler jobbte er dann bereits als Hilfsarbeiter in einer Schreinerei. Da lag es nahe, auch eine Ausbildung in diesem Beruf zu absolvieren. Offenbar die richtige Entscheidung, denn kürzlich beging die Schreinerei Dietrich ihr 25-jähriges Jubiläum.

„Angefangen hat alles ganz klein, in einer Garage in Maden“, sagt Dietrich. Mit der kleinen Garage von damals hat sein Betrieb heute nicht mehr viel gemein. Zwei Gesellen beschäftigen Werner Dietrich und sein Sohn Stefan in Vollzeit, einer arbeitet auf 450-Euro-Basis. Dazu kommen noch zwei Auszubildende und zwei Jahrespraktikanten, die Schwiegertochter kümmert sich um die Buchhaltung.

Beim Gang durch das Betriebsgebäude in Maden zeigt Dietrich auf eine alte Holztür. Die Struktur des Holzes ist rau, offensichtlich hat der Zahn der Zeit seine Spuren am Material hinterlassen. „Ein besonderer Kundenwunsch“, sagt der Schreinermeister über das Stück, das demnächst ausgeliefert werden soll. Es ist eine Holztür für ein altes Fachwerkhaus, von außen bewusst in einer passenden, alten Optik gehalten, versteckt sich dahinter eine moderne Haustür, ebenfalls aus Holz. „Diese besonderen Aufträge machen den Beruf ein wenig aus“, sagt er, „aber das sind Ausnahmen.“ Individuelle Anfertigungen gehören trotzdem zum Tagesgeschäft. Ein beträchtlicher Teil der Aufträge seien Küchen, speziell nach Kundenwunsch gefertigt. Aber auch Möbelstücke aller Art gehören zum breiten Repertoire des Betriebes.

Schreinerei Dietrich in Maden: Erst nach Umweg zum eigenen Betrieb

Trotz seines klaren Berufswunsches nahm Dietrich zunächst einen kleinen Umweg. „Durch Zufall bin ich nach rund drei Jahren Gesellentätigkeit bei VW gelandet.“ Dort habe er rund 12 Jahre gearbeitet, doch die Lust am Schreinerberuf sei ihm nie vergangen. Deswegen entschloss sich der Gudensberger dazu, parallel zu seiner Anstellung beim Autokonzern die Meisterschule zu besuchen. „Danach hat mich nichts mehr im VW-Werk gehalten“, sagt er mit einem Schmunzeln. Mit dem Meister in der Tasche begann für Dietrich dann auch die Selbstständigkeit.

Nach seinen Anfängen in der Garage zog der Betrieb ins benachbarte Deute. Das Haus in Maden, in dem sich heute die Schreinerei befindet, sei schon früher im Familienbesitz gewesen, aber zwischenzeitlich verkauft worden. Mit viel Eigenleistung bauten die Dietrichs das Gebäude um. Und aus einem ehemaligen Gasthaus wurde eine modern ausgestattete Schreinerei.

Schreinerei entstand in ehemaligem Gasthaus in Maden

Dietrich öffnet eine große Tür im hinteren Teil des Gebäudes. Im dahinter liegenden Raum stehen Klappböcke, an denen viele Schichten Lack kleben und einige Geräte. „Hier wurde früher mal für die Gäste gekocht“, sagt Dietrich über den Raum, in dem sich heute seine Lackiererei befindet. Wo einst Gäste saßen, wird nun Holz bearbeitet, der ehemalige Festsaal dient als Lagerraum und als Standort für hochmoderne Maschinen.

Hier wird klar, dass das Thema Digitalisierung auch in seinem Handwerk längst Einzug gehalten hat. Mit einer CNC-Maschine bearbeiten Dietrich und seine Kollegen viele Werkstücke. „Etliche Arbeiten können wir so in einem Bruchteil der Zeit erledigen.“

Ob er das Betriebsjubiläum zu einem späteren Zeitpunkt größer nachfeiern möchte, weiß Dietrich noch nicht genau. „Vielleicht zum Tag des Tischlerhandwerks, das würde ja passen.“

Von Daniel Seeger

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