Coronakrise

Schüler kehren an Schulen zurück: Zu Hause lernen ist nicht für alle gut

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Die Schüler der Klasse 5a an der Dr.-Georg-August-Zinn-Schule sind stolz auf ihre Plakate.

Nach den Abschlussklassen kehrten auch alle anderen Schüler an die Schulen zurück. Darunter auch die Schüler der 5a an der Dr.-Georg-August-Zinn-Schule in Gudensberg.

Gudensberg – Die Schüler der Klasse 5a an der Dr.-Georg-August-Zinn-Schule in Gudensberg freuten sich, wieder von ihrer Deutsch- und Klassenlehrerin Sabine Köhler unterrichtet zu werden und ihre Freunde wiederzusehen – mit Abstand. „Es ist ein komisches Gefühl, eigentlich umarme ich meine Freundin, das geht jetzt nicht“, sagt die elfjährige Leni aus Besse.

Nach Wochen im Homeschooling haben die Fünftklässler nun ein Stück Alltag zurückbekommen – wenn auch nur für ein oder zwei Tage pro Woche.

Gudensberg: Schüler halten Vorteile von Homeschooling auf Plakaten fest

Die Schüler der 5a haben bereits zu Hause Plakate erstellt, auf denen sie die Vorteile des Homeschoolings aufführen. Erteilt hat ihnen diese Aufgabe Sabine Köhler. Da die Kinder große Sehnsucht nach Schule unter normalen Bedingungen hatten, sollten sie sich so bewusst zu machen, dass auch das Homeschooling positive Seiten hat.

Die Schüler der Klasse 5a an der Dr.-Georg-August-Zinn-Schule sind stolz auf ihre Plakate.

„Ich konnte mir für die Aufgaben so viel Zeit nehmen, wie ich wollte und über die Reihenfolge entscheiden“, sagt Leni. „Außerdem konnte ich Pause machen, wann ich wollte“. Ihre Klassenkameradin Lilly aus Gleichen schätzt am Homeschooling, dass sie mehr Zeit mit der Familie verbringen kann. Zudem entfallen die Busfahrten am Morgen und Nachmittag zur und von der Schule, dass ihr auch mehr Raum für Sport wie das Inlinerfahren bleibt.

Gudensberg: Schüler lernen im Homeschooling selbstständiger zu arbeiten

Probleme habe es im Homeschooling mit der Technik und beim Vermitteln des Lernstoffs durch die Eltern gegeben. „Mein Papa kann richtig gut Mathe, hat das aber ganz anders gelernt als ich.“ Jamila aus Deute hat bei ihren Aufgaben viel Unterstützung von ihrer älteren Schwester bekommen.

Ole aus Fritzlar ist gerne kreativ: „Ich fand die Idee, ein Plakat zu basteln, cool.“ In der Schule habe er dann die eigenen Erfahrungen aus dem Lernen daheim mit dem der anderen vergleichen können. Der Zehnjährige hat seine Schulaufgaben meist mit seinen Schwestern am Esszimmertisch gemacht. Matthis aus Gudensberg hat seine Aufgaben unter Aufsicht der Eltern am Schreibtisch erledigt. „Ich bin selbstständiger geworden und konnte auch mal laut denken“, sagt er.

Lucia aus Besse und Maximilian aus Niedenstein mit einem gebastelten Plakat.

Dr.-Georg-August-Zinn-Schule in Gudensberg Rückkehr der Schüler war eine Herausforderung

Die Plakate der Schüler heben die positiven Aspekte des Lernens außerhalb des Klassenraums hervor, doch es gibt auch Schattenseiten. „Leider verlieren wohl einige Schüler den Anschluss, da in ihren Familien eine häusliche Struktur fehlt“, sagt Köhler.

Selbstorganisation könne man von Kindern in diesem Alter aber noch nicht erwarten. Für die Schüler, die das Homeschooling benachteiligt, sollen laut GAZ-Schulleiter Peter Häßel Lerngruppen angeboten werden.

Die Klassen werden in zwei Lerngruppen aufgeteilt. Das erfordert höheren personellen Aufwand.

Die Rückkehr der Schüler aller Altersgruppen sei eine große organisatorische Herausforderung gewesen, sagt Peter Häßel. „Alle Schulen stemmen die vielen Aufgaben selbst“, sagt er.

Für einen reibungslosen Start wurden viele Vorbereitungen getroffen. Mit Erfolg: „Es läuft erstaunlich gut“, sagte Häßel am ersten Schultag. „Im Gebäude halten alle den Abstand ein, nur in der Pause vergessen einige die Regel.“

Der Schulbetrieb läuft offiziell wieder. Wir haben uns vorab bei der Borkener Gustav-Heinemann-Schule (GHS) und der König-Heinrich-Schule in Fritzlar umgehört.

Trotz großer Konkurrenz konnten sich die Schüler aus Gudensberg mit ihrem Projekt durchsetzen: Mit ihrem Film gegen Vorurteile belegten sie den zweiten Platz.

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