Schulung soll die Straßenwärter schützen

Schwalm-Eder. Eine spezielles Schulungsprogramm soll die 1450 Mitarbeiter der Straßen- und Autobahnmeistereien besser schützen. In einem Sicherheitsparcours der Autobahnmeisterei Gudensberg werden die Arbeiter mit alltäglichen Situationen konfrontiert.

Die Unfallkasse Hessen und Hessen Mobil reagieren damit auf die Unfälle mit Straßenwärtern: Im Durchschnitt passieren hessenweit 100 Unfälle im Jahr. Auch im Landkreis sind täglich Arbeiter auf den Baustellen im Einsatz.

Nicht nur Unfälle sind Teil des Berufsalltags, auch Beleidigungen und Attacken von Autofahrern sind an der Tagesordnung. „Wir bekommen regelmäßig den Frust der Autofahrer zu spüren“, sagt Holger Niehoff. Er und seine Kollegen sind immer wieder mit belastenden Situationen konfrontiert.

„Der Parcours spiegelt die Gefahren wider, denen die Straßenwärter ausgesetzt sind. Sie stehen ständig vor wichtigen Entscheidungen, die ihr Leben betreffen“, sagt Jens Kramer von der Unfallkasse Hessen, der die Schulung moderiert. Unter anderem gehören die richtige Einschätzung von Geschwindigkeiten und Abständen bei Fahrzeugen zum Training.

Im Austausch mit anderen Teilnehmern sollen die Straßenwärter ihr Verhalten reflektieren und von einander lernen. 15 Arbeiter werden an einem Tag geschult. Die Durchläufe sollen hessenweit stattfinden.

„Die Straßenwärter müssen genau einschätzen lernen, ob sie sich richtig verhalten oder sich und andere gefährden“, sagt Horst Sinemus von Hessen Mobil.

Nachdem Nordrhein-Westfalen 2012 die Idee zum Schulungskonzept hatte, wurde der Sicherheitsparcours 2014 erstmalig in Südhessen vorgestellt. Die Kosten für den Parcour - 75 000 Euro - werden zu zwei Dritteln von der Unfallkasse Hessen und zu einem Drittel vom Land getragen.

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