Interview mit dem Vorsitzendem Ulrich Kreuter

Dem Singen eine Chance: Sängerkreis der Chatten will Image verbessern

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Sie leiten den Workshop Rock-Pop-Gospel: Ghislaine und Thorsten Seydler, auch bekannt als Duo Entre-Nous, sehen in der Stimme das vielfältigste Instrument unseres Unterbewusstseins. 

Gudensberg – Was vor zwei Jahren erfolgreich begann, soll in diesem Jahr fortgesetzt werden: das Workshop-Wochenende „Musik erleben“ des Sängerkreises Chatten in Gudensberg. Wir sprachen mit Chatten-Vorsitzendem Ulrich Kreuter über seine Erwartungen und Hoffnungen zum Chorgesang.

Die Chöre sterben langsam aus, der Chorgesang hat keine Zukunft, heißt es häufig. Was setzen Sie dem entgegen?

Dass Mitgliederzahlen zurückgehen, ist auch bei anderen Vereinen wie Sport- oder Heimatvereinen zu beobachten. Wir im Sängerkreis sind jedoch optimistisch, die Entwicklung spricht für uns. Reine Mitgliederzahlen sind nicht alles.

Wie schwer ist es denn, gegen das angestaubte Image des traditionellen Chores anzutreten?

Wir sind längst nicht mehr so altbacken, sondern viel jünger und moderner geworden. Wir haben inzwischen eine junge Generation von Chorleitern, die frischen Wind in die Chorarbeit bringen. Es gibt neben den „alten“ Chören auch etliche junge, die aktuelle Musikliteratur bevorzugen.

Wie wollen Sie diese Modernität vermitteln, mehr junge Leute ansprechen, damit sie dem Singen in Chören eine Chance geben?

Zum Beispiel mit diesem Workshop-Wochenende in Gudensberg. Dank der Unterstützung durch die Stadt Gudensberg können wir ein attraktives Angebot machen, nicht nur für Mitglieder, sondern für alle, die neue Wege ausprobieren wollen. Wer vor zwei Jahren mitgemacht hat, weiß, wie viel Spaß das gemacht hat. Und was man an zwei Tagen auf die Beine stellen kann.

Wie kommen Sie an die Dozenten, die in den Workshops arbeiten?

In den Sängerkreisen kennt man viele, Namen von Chorleitern, Musikern und Dozenten, ebenso lernt man auf den unterschiedlichen Veranstaltungen Dozenten kennen, so auch auf dem Deutschen Chorfest. Wir hatten viele Wünsche aus den Chören, was Workshops angeht. Letztlich haben wir vier Komplexe zusammengestellt.

In Workshop 1 wird ein „Ich-kann-nicht-singen“-Chor angekündigt. Was soll das heißen?

Wer sprechen kann, der kann auch singen! Davon ist Dozent Michael Betzner-Brandt überzeugt. Es geht dabei auch um Körpergefühl, um das Atmen, die Vibrationen. Singen schult vieles, auch das Selbstbewusstsein, das Auftreten. Wichtig ist zu betonen, dass dieser Workshop auch für erfahrene Sänger gedacht ist, für alle, die ihre Stimmen einmal neu erleben möchten.

Was kann man sich denn unter „Jodeln und Gospel“ vorstellen?

Die beiden Dozenten sind sich vor zwei Jahren in Gudensberg erstmals begegnet und haben entschieden: Wir entwickeln was gemeinsam! Ob Jodeln oder Gospel: Beides sei Lebensfreude pur. Sie hoffen auf besondere Momente in dieser Konstellation.

Auf wie viele Teilnehmer hoffen Sie im Mai?

Mit 300 Teilnehmern wären wir zufrieden, es können aber gern mehr sein. Eine Obergrenze gibt es nicht.

Zur Person:

Ulrich Kreuter (51) ist Vorsitzender des Sängerkreises der Chatten. Er wohnt in Edermünde-Haldorf und gehört dort als 2. Vorsitzender dem Gesangverein Haldorf an. Kreuter arbeitet als Küchenleiter in einem Seniorenheim in Kassel, ist verheiratet und hat zwei Kinder

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