Baugebiet Gudensberg Süd

Sorge um die grüne Lunge

Chattengauer Idylle: Blick von Obervorschütz in Richtung Gudensberg. 7,5 Hektar – etwa zehn Fußballfelder – „Auf dem Lerchsfeld” sollen Bauland werden. Die FWG Gudensberg kritisiert, dass die Stadt die Bauleitplanung während der Corona-Krise ohne Informationsveranstaltung gestartet hat. Die Pläne sind nur noch bis zum 17. April öffentlich ausgelegt. Foto: manfred schaake

FWG: Planung für Baugebiet Auf dem Lerchsfeld aussetzen

VON MANFRED SCHAAKE

Gudensberg – Ein Verhalten, das der derzeitigen Situation nicht angemessen ist: Das wirft die Freie Wähler Gemeinschaft (FWG) Gudensberg der Stadt vor. Es geht um ein geplantes Neubaugebiet zwischen Gudensberg, Obervorschütz und Maden. Die FWG fordert: Die Planung und das eingeleitete Verfahren für den Bebauungsplan Nummer 84 „Auf dem Lerchsfeld” bis zu einer neu terminierten Informationsveranstaltung für die Bürger auszusetzen. Die FWG kritisiert, dass die Stadt die Bauleitplanung während der Coronakrise gestartet habe, erklärte der FWG-Vorstand.

Laut FWG muss es selbstverständlich sein, alle Bürger zu informieren. Dass die Stadt die Bauleitplanung während der Corona-Krise ohne die zugesagte Informationsveranstaltung starte, sei unverantwortlich. Die sechswöchige Auslegefrist ende am 17. April. Bis dahin können schriftliche Stellungnahmen bei der Stadtverwaltung eingereicht werden. Einsehbar sind die Planungsunterlagen auf dem Stadtportal Rathaus Bürgerservice Bauleitplanung, Bebauungsplan Nr. 84 „Auf dem Lerchsfeld”.

Das Stadtparlament hatte im November 2018 beschlossen, den Bebauungsplan aufzustellen und den Flächennutzungsplan zu ändern. Besser bekannt ist das Gebiet bei den Gudensbergern unter „Gudensberg Süd”. Die derzeit landwirtschaftlichen Flächen sollen allgemeines Wohngebiet werden. Dazu erklärt die FWG: „Viele Gudensberger Bürger sind mit dieser Planung nicht einverstanden, es geht bei dem geplanten Neubaugebiet um einen sehr beliebten Bereich – die grüne Lunge von Gudensberg.” Die Gudensberger nutzten diesen Bereich intensiv für Freizeitaktivitäten,

Bürgermeister Börner sowie die SPD-Fraktion haben nach Angaben der FWG zugesichert, dass vor der Aufstellung des Bebauungsplanes eine Beteiligung der Bevölkerung selbstverständlich sei und die Planung öffentlich vorgestellt werde.

In der Vergangenheit sei immer wieder darauf hingewiesen worden, dass man in Gudensberg „miteinander spricht”. Das Planfeststellungsverfahren für Gudensberg Süd bezieht sich laut FWG mit Zufahrt auf 7,75 Hektar – etwa zehn Fußballfelder –, die Stadtentwicklungsplanung aus 2018 sehe jedoch eine Ausweitung auf weitere Baugebiete links und rechts des jetzigen Bebauungsplanes vor.

Angesichts der Corona-Pandemie sei es, so die FWG, richtig und nachvollziehbar, dass eine Informationsveranstaltung nicht stattfinden könne: „Aber rechtfertigt diese Ausnahmesituation die Veröffentlichung der Bauleitplanung über die Köpfe der Bürger hinweg? Wie ernst ist die Beteiligung der Öffentlichkeit gewünscht?”

Nach Auffassung der FWG gibt es viele unbeantwortete Fragen und viel Unsicherheit in der Bevölkerung. Das sei den Verantwortlichen bekannt und bei einem Termin auch schriftlich vorgelegt worden.

DAS SAGT DER BÜRGERMEISTER

Die für den 26. März geplante Bürgerinformationsveranstaltung habe aus bekannten Gründen nicht stattfinden können, so Bürgermeister Frank Börner. Sie soll nachgeholt werden. Momentan stehe noch keine Beschlussfassung an. Die Bauleitplanung laufe in mehreren Schritten ab, man habe lediglich die erste Phase gestartet – „Die Öffentlichkeit und die Behörden bekommen den Vorentwurf der Planung zur Verfügung gestellt und können eine erste Stellungnahme abgeben“, so Börner. Diese würden dann im Ausschuss beraten und in einer Stadtverordnetensitzung behandelt. Selbstverständlich wolle man nicht auf eine Bürgerbeteiligung verzichten. Erst nach der Beratung und der Bürgerinformation werde die nächste Phase der Bauleitplanung beginnen. Der Entwurf würde dann öffentlich ausgelegt und man könne erneut dazu Stellung nehmen. Erst daran schließe sich die Beschlussfassung an, erklärt Börner. Die Stadt schaffe keine vollendeten Tatsachen. may

 

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