Bürgermeisterwahl: Keine Fraktion stellt eigenen Kandidaten

SPD-Ära im Gudensberger Rathaus endet

Burg Gudensberg
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Obernburg in Gudensberg

Gudensberg – Die Bürgermeisterwahl in Gudensberg ist erst in 66 Tagen, doch schon jetzt steht fest, dass eine Ära endet: Zum ersten Mal seit 60 Jahren wird die SPD-Gudensberg keinen eigenen Kandidaten ins Rathaus bringen. Denn alle drei Bewerber, die am 7. November Nachfolger von Bürgermeister Frank Börner werden wollen, treten als unabhängige Kandidaten an. Auch die anderen Fraktionen stellen keine Kandidaten. SPD, CDU, FWG, Grüne und Bürgerliste nennen dafür vor allem einen Grund: Sie wollen einen unabhängigen Bürgermeisterkandidaten. Als solche treten Sina Best, Dr. Karsten Heyner und Gerd Fröhlich an.

„Die Stimmung in Gudensberg ist gekippt, gegen die SPD“, räumt der Fraktionsvorsitzende Michael Höhmann ein. Nach der Kommunalwahl, bei der die SPD zwar als stärkste Fraktion hervorging, aber ein Minus von 26 Prozentpunkten verbuchen musste, habe man eine Koalition mit der CDU geschlossen: „Um gestalten zu können.“ Es habe auch keinen Kandidaten aus den eigenen Reihen gegeben. „Unser Ziel ist ein Stimmungswandel, den erreichen wir nicht mit einem Gudensberger Kandidaten“, betont Höhmann. Mit Sina Best aus Dorfitter unterstützt die SPD eine Kandidatin, die zwar SPD-Mitglied ist, aber in Waldeck-Frankenberg. „Sie tritt unabhängig an, ist von außen.“

Auch bei der CDU habe es keinen eigenen Bewerber gegeben, sagt Fraktionsvorsitzende Simone Damm. „Wir können uns auch keinen backen“, so der Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes Horst Hildebrandt. Man habe nicht aktiv nach Kandidaten gesucht, so Damm. Ob die CDU einen der Bewerber unterstütze, stehe nicht fest. Man führe Gespräche. Das tun auch die Grünen. Man wolle sich klar positionieren, sagt Franco Lazzaro, Sprecher des Ortsverbandes.

Für die FWG war klar, dass sie keinen Kandidaten aufstelle: „Wir sind angetreten mit der Forderung nach Unabhängigkeit und freier Meinungsbildung. Hätten wir jemanden aufgestellt, wäre die Unabhängigkeit nicht gegeben“, so Fraktionsvorsitzende Anja Weber. Aktuell unterstütze die FWG alle Kandidaten. Es sei zu früh, um sich festzulegen. Das sieht die Bürgerliste anders: „Wir unterstützen Dr. Karsten Heyner“, so Erich Müller. Für einen eigenen Kandidaten sei die Bürgerliste zu kurz im Geschäft. Die Fraktionen sind sich in einem Punkt einig: Es sei gut, dass es drei Bewerber gebe und die Gudensberger die Wahl haben. (Maja Yüce)

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