Stadt rechnet mit bis zu 120 Flüchtlingen

Gudensberg stellt Weichen für Menschen in Not

Gudensberg. Der Strom der Flüchtlinge reißt nicht ab, und auch Gudensberg wird voraussichtlich deutlich mehr Asylsuchende aufnehmen müssen als die bisherigen zehn. 

Wenn die Prognose für den Schwalm-Eder-Kreis eintreffe und die Zahl der Flüchtlinge auf 2300 Menschen steige, würden auf Gudensberg umgerechnet 120 Hilfesuchende entfallen, berichtete Bürgermeister Frank Börner in der Stadtverordnetensitzung am Donnerstag. 

Zu dem Thema hatte die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen auch eine Anfrage gestellt. Börner: „Wir sind nicht untätig gewesen und haben uns viele Gedanken gemacht.“ Die Stadt wolle die Weichen rechtzeitig stellen. Folgendes Konzept stellte der Bürgermeister vor:

In der Stadtverwaltung kümmert sich der Mitarbeiter Jörg Daniel um die Flüchtlingshilfe. Nach Bedarf soll befristet ein Koordinator für die Flüchtlingshilfe eingestellt werden. Börner: „Ich gehe davon aus, dass das nötig sein wird.“ Der Haupt- und Finanzausschuss hat beschlossen einen politischen Lenkungskreis zu bilden, damit kurzfristig entscheiden werden kann.

Städtische Gebäude werden auf ihre Eignung zur Unterbringung von Flüchtlingen geprüft. Die Stadt hat den Verkauf der Häuser Obergasse 7 und 9 zurückgestellt und sie dem Landkreis als sofort freistehende Unterkünfte gemeldet. Weitere Unterkünfte würden kurzfristig hergerichtet. Alle leer stehenden Häuser würden erfasst und auf ihre Eignung geprüft. Die Stadt sucht auch private Mietwohnungen.

In Gudensberg gibt es einen „Arbeitskreis Willkommen“, dem 25 ehrenamtliche Helfer angehören. Angeboten werden Sprechstunden und Beratungen für Flüchtlinge, es gibt ein „Café Willkommen“, und es wird Sprachunterricht angeboten. Das sei für die Integration eines der wichtigsten Angebote, erklärte Börner.

Der Arbeitskreis werde sowohl organisatorisch als auch materiell unterstützt, so der Bürgermeister. Dabei geht es um einen Zuschuss für die Anmietung des Cafés und Sachkosten. Der Umbau der erwähnten städtischen Häuser wird Geld kosten, ebenso die Beschäftigung eines Koordinators.

Im städtischen Mitteilungsblatt und auf der Homepage sollen die Gudensberger regelmäßig informiert werden, wie man helfen kann, was benötigt werde und was Gudensberg für die Flüchtlingshilfe tut. Demnächst soll es eine Veranstaltung zur Beratung von Hauseigentümern geben, die Wohnungen für Flüchtlinge zur Verfügung stellen möchten.

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